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Greifenberg

20.01.2021

Greifenberg: Ein neues Freibad und sonst nichts mehr

Einiges getan sich in den vergangenen Monaten auf der Baustelle des künftigen Warmbads in Greifenberg.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Der Tennisclub muss sich damit abfinden, dass er nicht mehr auf das Badgelände in Greifenberg zurückkehren kann. Auch für ein zweites Vorhaben sieht es schlecht aus.

Wieder um die Frage, welche Zukunftsperspektiven der Tennisclub hat, ist es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Greifenberg gegangen. Denn nach dem Neubau des Warmbads wird auf dem dortigen Landkreis-Grundstück kein Platz mehr für den Tennissport sein. Auch um ein anderes geplantes Vorhaben in diesem Bereich ist es in den vergangenen Monaten still geworden.

Clubheim und Plätze wurden im Zuge des Warmbad-Neubaus entfernt und sollten eigentlich nach Fertigstellung des Bades erneut eingerichtet werden. Allerdings sind, wie Bürgermeisterin Patricia Müller erfuhr, für den Landkreis als Eigentümer des Badegeländes der geplante Hotelbau des Fitnessstudios und die Tennisanlagen „nicht mehr dort verortet“. Zum einen müsse die Liegefläche größer als ursprünglich geplant werden. Außerdem möchte sich der Kreis „die zukünftige Badentwicklung nicht verbauen“.

Vor einem Jahr hörte sich manches noch etwas anders an

Die Gemeinde Greifenberg sei geschockt gewesen über diese Information, so Müller. Nach den Recherchen der Bürgermeisterin hat die Gemeinde 2012 bereits ein Kaufangebot für einen Teil des Areals an den Landkreis abgegeben und dieses 2019 erneuert. Es gebe auch einen Kreistagsbeschluss, dass die Flächen verkauft werden. Anlässlich des Spatenstichs für den Neubau des Warmbads Anfang März 2020 hatte Landrat Thomas Eichinger noch auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts gesagt, dass er davon ausgeht, dass der Tennisclub auch künftig in dem Bereich beheimatet sein wird. „Wir sind gerne bereit, wieder zu verpachten, damit es 2021 weitergehen kann. Eine Saison muss der Verein aber überbrücken.“

Im Oktober hieß es zu diesem Thema aus dem Landratsamt, der Tennisclub und die Familie Klinke als Bauherr für ein Hotel seien darüber informiert, dass für den Landkreis der Neubau des öffentlichen Schwimmbads Priorität hat. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt der Baumaßnahme können deshalb keine Zu- oder Aussagen zur Realisierung von Hotel und Tennisbetrieb gemacht werden.

Vom Tennisclub kommt Kritik

Diese Sachlage bestätigt der Vorsitzende des Tennisclubs, Jürgen Brettel. Er kritisiert, dass in der Vergangenheit in allen Planungen für das Gelände beim Warmbad der Tennisclub berücksichtigt gewesen sei. „Aber dann hat man uns am langen Arm verhungern lassen. Hätte man uns vor zwei Jahren gesagt, dass das nichts wird, dann hätten wir uns früh genug um einen anderen Platz kümmern können.“

Eine 2019 ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, neben dem Sportgelände Tennisplätze zu errichten, ist inzwischen ebenfalls vom Tisch: Bei einem Treffen im Landratsamt sei klar gemacht worden, dass eine solche Anlage aus Lärmschutzgründen (in der Nähe befindet sich das Kreisseniorenheim) nicht genehmigt werden würde, so Brettel. Seit am neuen Warmbad gebaut wird, hat der Tennisclub keine eigenen Anlagen mehr. Die Zahl der Mitglieder sei inzwischen von einst 130 auf rund 100 gesunken, momentan unterhalte der Verein eine Spielgemeinschaft mit Windach und habe einen Platz in Stegen angemietet.

Anna Klinke vom benachbarten Fitnessclub Hardy’s hat die Warmbad-Baustelle in Greifenberg gut im Blick. Platz für anderweitige Nutzungen auf dem Gelände ist nicht (mehr) vorgesehen.
Foto: Thorsten Jordan

Auch die Pläne der Familie Klinke, neben ihrem Fitnessclub „Hardy’s“ ein Hotel zu bauen, liegen inzwischen auf Eis. „Wir sind nach wie vor in der Warteschleife“, sagt Anna Klinke. Sie hatte vor ziemlich genau einem Jahr in Greifenberg erste Pläne für einen Hotelneubau vorgestellt. Allerdings wurde bereits damals vom Landratsamt signalisiert, dass ein Hotel derzeit kein Thema für den Landkreis sei, Priorität habe das Warmbad. Zwar blieben beiden Seiten im Gespräch, momentan gibt es aber offenbar nichts Weiteres mehr zu verhandeln. „Uns wurde gesagt, wir brauchen nicht weiter zu fragen“, berichtet Anna Klinke, gebe es etwas Neues, würde sich der Landkreis melden. Ohne den Landkreis ist für die Klinkes keine Erweiterung ihres Unternehmens machbar. Der Standort für einen Neubau läge nämlich auf dem Landkreisgrundstück. Und da will sich der Landkreis momentan nicht einengen lassen.

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