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Wettbewerb

23.02.2018

„Hayom“ heißt der Siegertitel

Die Jury des Wolf Durmashkin Composition Awards (von links): Tilman Jäger, Mark Mast, Martin Schleske, Dr. Bernd Redmann, Jan Müller-Wieland, Jennifer Czorny und Sonia Pauline Beker. Foto: Conny Kurz

Bracha Bdil, eine Musikerin aus Jerusalem, gewinnt den Wolf Durmashkin Composition Award. Die Uraufführung ist am 10. Mai im Stadttheater Landsberg. Es gibt ein außergewöhnliches Jubiläumskonzert

Die Sieger des internationalen Kompositionswettbewerbs „Wolf Durmashkin Composition Award“ stehen fest. Der erste Preis geht an die 30-jährige Komponistin Bracha Bdil aus Jerusalem, Platz zwei an Rose Miranda Hall aus York (England) und Rang drei bleibt im deutschsprachigen Raum. Der Wiener Otto Wanka wird am 9. Mai ebenfalls imLandsberg seine Auszeichnung erhalten.

Bereits seit Jahren beschäftigt sich die junge Künstlerin Bracha Bdil mit dem Holocaust. In der Begründung der Jury wurde auf die besondere, puristische, auf Tenor und Horn reduzierte Partitur verwiesen. „Hayom“ (hebräisch für heute) heißt ihr Stück, „das wir als eine interessante Konstellation, eine gelungene Auseinandersetzung mit der Thematik sowie auch musikalisch eine schöne Gestaltung empfanden“, erklärt Mark Mast (Bayerische Philharmonie).

Ausgangspunkt für den Wettbewerb, ein Projekt der „KunstBauStelle“ Landsberg in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater München, ist der 70. Jahrestag eines Konzerts mit jüdischen Überlebenden des Holocaust, das am 10. Mai 1948 im Landsberger Lager für Displaced Persons aufgeführt wurde. In dem Orchester spielten und sangen die Schwestern von Wolf Durmashkin, die Pianistin Fania und die Sängerin Henia Durmashkin an. Am Dirigentenpult stand kein Geringerer als der junge Leonard Bernstein.

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Dieses Originalkonzert, so die Idee der Landsberger Journalistin Karla Schönebeck und des Künstlers Wolfgang Hauck, soll nun, 70 Jahre später, noch einmal aufgeführt werden. Gespielt wird es wie die Siegerkomposition vom Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast. Letzterer war Mitglied der Jury, zu der Professor Dr. Bernd Redmann, Leiter der Musikhochschule, gehörte, wie die Professoren Jan Müller-Wieland und Tilman Jäger. Sachpreisrichter waren Sonia Beker, eine Angehörige der Familie Durmashkin, Jennifer Czorny, die schon als Schülerin mit Führungen im ehemaligen KZ-Außenlager Kaufering VII begann, sowie der Geigenbauer Martin Schleske.

Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 9. Mai, in Landsberg statt. Die Uraufführung der drei preisgekrönten Werke erfolgt dann einen Tag später am Donnerstag, 10. Mai, im Stadttheater. Dann werden auch Nachkommen Wolf Durmashkins unter den Zuhörern sein. Der Komponist wurde von den Nazis 1944 in einem Konzentrationslager in Estland ermordet.

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