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Eching/Etterschlag

08.10.2019

Höhenkontrolle auf der A96: Die Tunnel sind seltener gesperrt

Die mobile Höhenkontrolle auf der A96 ist im Einsatz. Sie warnt Lkw-Fahrer frühzeitig, wenn ihre Fahrzeuge zu hoch beladen sind.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Viele Pendler kennen das Problem: Weil die Höhenkontrolle ausgelöst hat, sind die Tunnel auf der A96 gesperrt. Wie läuft es aktuell mit den mobilen Warneinrichtungen? Das sagt die Polizei.

Viele Pendler kennen es auf dem Weg nach München: Die Tunnel auf der A96 sind gesperrt, weil die Höhenkontrolle ausgelöst hat. Vier Meter hoch dürfen Lkw sein, doch oft wird höher geladen. Wird es zu hoch, das heißt über 4,30 Meter, dann lösen an den Tunneln Eching und Etterschlag die Höhenkontrollen aus, die Tunnel werden gesperrt. Immer wieder entstanden so in den vergangene Jahren lange Staus. Seit Juni werden die Lastwagenfahrer schon früher aufmerksam gemacht, wenn sie ihre Gespanne zu hoch beladen haben. Das Landsberger Tagblatt hat nachgefragt, wie das Pilotprojekt, für das einige Arbeiten notwendig waren, funktioniert.

So funktioniert das neue System

Wie sieht das neue System nun aus? Das LT hat sich den Bereich Greifenberg angesehen: Am Beginn der Zufahrt Richtung München stehen zwei Gittermasten. Fährt ein überhoher Lkw hindurch, werden die nachfolgenden LED-Anzeigen aktiviert und dem Brummifahrer wird signalisiert, dass er nicht auf die Autobahn auffahren darf, sonst wird am Echinger Tunnel die Höhenkontrolle ausgelöst. Der Lkw bleibt stehen und versperrt schlimmstenfalls die Zufahrt, der Tunnel bleibt aber offen, so die Idee. Auch auf der Autobahn selbst misst jetzt in Fahrtrichtung München schon weit vor der Abfahrt Greifenberg ein mobiles System die Lkw-Höhe und weist dann auf nachfolgenden Leuchtanzeigen auf die überhohe Ladung hin. Der Lkw-Fahrer kann in Greifenberg die Autobahn verlassen. Im Bereich Inning und Wörthsee sind diese Frühwarnsysteme auch installiert.

Es kommt jedoch weiter zu Tunnelsperrungen, wie die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck mitteilt. Dreimal seien der Tunnel Etterschlag und sechsmal der Echinger seit Einführung des Frühwarnsystems gesperrt gewesen, berichtet Heinz Angermeier. Und einmal habe die mobile Höhenkontrolle in Inning ausgelöst. Die Polizeibeamten, die dorthin fuhren, hätten aber keinen Fahrer mehr angetroffen.

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Die Polizei wünscht sich, dass die Gerichte härter durchgreifen

Im Vergleich: Im Juni und Juli 2018 gab es laut Angermeier insgesamt 20 Tunnelsperrungen. Ein Beleg dafür, dass das neue System funktioniert? Angermeier verweist darauf, dass man dazu die Zahlen brauche, wie oft die mobile Höhenkontrolle insgesamt ausgelöst wurde. Nur daraus lasse sich ableiten, ob die Lkw-Fahrer mit überladenen Fahrzeugen, die jetzt quasi persönlich und nicht nur allgemein auf die Höhenkontrolle angesprochen werden, vernünftiger reagieren und die Autobahn verlassen. Die Polizei setzt bei dem Pilotprojekt darauf, bei Tunnelsperrungen härter durchgreifen zu können. Denn dadurch, dass der Lkw-Fahrer im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht wurde, kann laut Angermeier ein Verstoß mit bis zu 500 Euro Strafe und zwei Monaten Fahrverbot geahndet werden, „wenn die Gerichte mitziehen“.

Ende des Jahres soll es konkrete Zahlen geben

Die Auswertung des Pilotprojekts liegt der Autobahndirektion Südbayern noch nicht vor, wie Pressesprecher Josef Seebacher erläutert. Zuständig für die beiden Tunnel Eching und Etterschlag ist die Dienststelle Kempten. Leiter Tobias Ehrmann. „Derzeit sind wir noch im Probebetrieb und testen das Zusammenspiel aller Komponenten.“ Hinzukommt, dass es in den Sommerferien auch Baustellen im Bereich Wörthsee, Inning, Greifenberg gegeben hat. Ehrmann rechnet Ende 2019 mit belastbaren Zahlen, ob es dank der die mobile Höhenkontrolle weniger Tunnelsperrungen gegeben hat. „Gefühlt ist es ein bisschen weniger geworden.“

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