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Hofstetten

16.10.2018

Hunde müssen am Hofstettener Egelsee an die Leine

Der Egelsee zwischen Hofsteten und Hagenheim ist auch bei Hunden ein beliebtes Badegewässer. Weil einige Tiere Wasservögel, Bodenbrüter und Jungwild jagen, hat die Gemeinde jetzt eine Leinenpflicht für große Hunde erlassen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Die Egelseefischer wollen Wasservögel, Bodenbrüter und Jungwild an dem kleinen Gewässer bei Hofstetten schützen. Was Hundebesitzer jetzt beachten müssen.

Der Gemeinderat Hofstetten hat eine Verordnung erlassen, wonach innerorts in Hofstetten und Hagenheim für große Hunde eine Leinenpflicht gilt. Gleichzeitig wird das Landratsamt eine Leinenpflicht für Hunde in einem geschützten Bereich am Egelsee anordnen. Die Egelseefischer hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Ihnen sind Hundehalter ein Dorn im Auge, die ihre Hunde nicht davon abhalten, brütende Wasservögel und Bodenbrüter aufzustöbern oder Jungwild zu jagen.

Fischer und Hundebesitzer geraten oft aneinander

In der Begründung des Antrags wies der langjährige Vereinsvorsitzende Josef Hiebler darauf hin, dass die Fischer seit mehr als 25 Jahren den Bereich der Südwestseite des Egelsees zum Schutz der nistenden Tiere für freilaufende Hunde gesperrt haben. Tatsächlich jedoch sei das „etlichen Hundebesitzern egal“. Sie fühlten sich sogar im Recht, wenn ihre Hunde dort herumlaufen und die dort nistenden Elterntiere aus ihren Nestern verjagen. Weiter bedauern die Fischer in ihrem Antrag, „dass Appelle an die Hundehalter wenig erfolgreich“ seien, weshalb der Gemeinderat gebeten werde, „geeignete Maßnahmen – wie Verbotsschilder und Strafandrohungen – einzuleiten“.

Bürgermeister Benedikt Berchtold verlas den Antrag in der Sitzung. Schon jetzt bestehe dort von März bis Mitte Juli ein beschildertes Betretungsverbot, um die brütenden Vögel zu schützen, fügte er an. Im März 2015 hatte die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt auf Anregung der Fischer für den geschützten Bereich ein Betretungsverbot sowie eine Leinenpflicht für Hunde angeordnet und dazu einige Hinweisschilder aufgestellt. Allerdings galt diese Anordnung nur während der Brutzeit der Wasservögel, das heißt für den Zeitraum von 1. März bis 15. Juli. Ein genereller Leinenzwang war seinerzeit nicht angeordnet worden.

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Jetzt hat das Landratsamt eine Handhabe

Der Egelsee ist seit 1979 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Wegen des Antrags der Egelseefischer hatte der Bürgermeister erneut mit der Naturschutzbehörde Kontakt aufgenommen. Er sei dabei „auf offene Ohren gestoßen“, wie er in der Sitzung sagte. Zudem habe es Anfang September mit dem Vertreter des Landratsamts sowie mit Verwaltung und Gemeinderat eine Ortsbegehung gegeben.

Nachdem sich bei der Diskussion auch mehrere Ratsmitglieder unmissverständlich für eine Leinenpflicht im geschützen Bereich am Egelsee ausgesprochen hatten, stimmte das Ratsgremium einstimmig für die Verordnung, wonach für Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern ab sofort eine Leinenpflicht besteht. „Damit kann die Untere Naturschutzbehörde für den kompletten Umgriff des Egelsees eine generelle Leinenpflicht anordnen“, sagte Benedikt Berchtold. Eine Beschilderung an der geschützten Zone werde nun von den Egelseefischern selbst vorgenommen. Die Verordnung trete mit ihrer Bekanntgabe in Kraft.

Seit 16 Jahren gibt es einen Verein

Seit 2002 kümmern sich die Egelseefischer offiziell um Flora und Fauna des kleinen Sees. Seine Wasserfläche von 2,8 Hektar ist je nach Jahr von einem mehr oder weniger dichten Seerosenteppich bedeckt. Der Verein entstand vor 16 Jahren aus einer Anglergemeinschaft und wegen des drohenden Vorwurfs der Schwarzfischerei. Damals bildeten sich die in ihrer Satzung als „Zusammenschluss naturverbundener und waidgerechter Angelfischer“ bezeichneten Egelseefischer auf Betreiben von Josef Hiebler.

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