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22.05.2009

Idealismus gehört dazu

Landsberg Von Lagerfeuermusik über Flamenco bis hin zu leisen Jazz-Tönen - Johannes Egger weiß die Vielseitigkeit der Gitarre zu schätzen. Johannes Egger ist eines der drei mit dem Kulturförderpreis ausgezeichneten Nachwuchstalente. Von Nachwuchstalent kann man bei ihm allerdings kaum mehr sprechen: Er studiert an der Musikhochschule Stuttgart Gitarre, hat zwei Auslandssemester in Österreichs Kulturhauptstadt Wien hinter sich und insgesamt wirkt der 27-Jährige eher wie ein Profi-Gitarrist, für den die Musik und das Spielen an der Gitarre unverzichtbar sind.

Begonnen hat seine musikalische Laufbahn schon früh: Im Grundschulalter ermöglichten ihm die Eltern Gitarrenunterricht und förderten so seine musikalische Begabung. Seitdem ist die Gitarre sein ständiger Begleiter und Johannes Egger verbringt viel Zeit, "jede freie Minute", mit Üben und dem Ausbau seiner musikalischen Fähigkeiten. Nach seinem Abitur und anschließendem Zivildienst verschlug es Johannes Egger trotz bestandener Aufnahmeprüfungen an mehreren Musikhochschulen erst in eine andere Richtung: Er studierte Forstwirtschaft in Freising. Nach drei Semestern erkannte er, dass seine eigentliche Berufung in der Musik liegt und nach erneutem Bestehen der Aufnahmeprüfungen konnte er schließlich an seiner Wunschuni in Stuttgart das Studium im Fach Gitarre beginnen.

Ernsthaftes Spielen mit Zeit

Im Moment gibt er neben dem Studieren jungen Nachwuchsgitarristen Unterricht. Es mache ihm großen Spaß, jungen Menschen das Spielen beizubringen, aber mehr als zwei Tage Unterricht pro Woche wolle er nicht geben. Warum? "Sonst ist es Massenabfertigung", so Eggers Begründung und verdeutlicht, dass ihm ernsthaftes Spielen mit Zeit und entsprechender Vorbereitung sehr wichtig ist. Er sei ein Musiker, der keine halbe Sachen mache und immer sehr überlegt an das Spielen von Stücken herangehe. In seiner Art Musik zu machen, bezeichnet er sich als "sehr, sehr ehrgeizig und diszipliniert". Natürlich gehöre ein gewisser Idealismus dazu, das brauche man einfach als Musiker. Sein Stil beim Spielen? Eher ernsthaft. "Ich bin ein sehr verkopfter Typ", so Egger. Spontanität im Spiel sei nicht seine Stärke, da würde er sich manchmal gerne eine Scheibe südamerikanischer Musiker, die einfach "drauf losspielen", abschneiden, so Egger lachend.

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Schafkopf und Bergwandern

In seiner Freizeit geht er gerne weg, spielt Schafkopf und liebt die Berge. Basketball sei früher auch eine Leidenschaft gewesen, so Egger, aber er müsse zugeben, seit Jahren keinen Ball mehr in der Hand gehabt zu haben. Wichtig seien ihm Freunde und Familie, zu denen er trotz ständigem Pendeln zwischen Landsberg, München, Stuttgart und Wien in ständigem Kontakt steht. Neben dem Spielen von Musik hört er sie auch gerne. Von der klassischen Gitarre bis hin zum "Austro Pop" kann sich der Jungmusiker beim Hören mit beinahe allen Musikrichtungen anfreunden. Er selbst hat sich in seiner "Sturm-und-Drang "- Zeit, wie er sie nennt, auch beim Spielen in verschiedenen Musikrichtungen ausgetobt und war mehrere Jahre in der Metall-Band "Sarum" Gitarrist.

Das E-Gitarre-Spielen habe er sich damals selber beigebracht. Heute greift er aber doch lieber zur klassischen Gitarre. Lieblingsstücke? "Kommt ganz drauf an, wie ich drauf bin", so Egger. Bach auf der Gitarre sehe er zum Beispiel als Herausforderung. "Es ist schwer, ein Bach-Stück für Zuhörer richtig gut zu spielen", erklärt der Musiker. Das Besondere an der Gitarre sieht er neben ihrer Vielseitigkeit in ihrer leisen und sehr atmosphärischen Art.

Auch er wirkt eher ruhiger, er ist kein Typ großer Worte. Aber eigentlich braucht er das auch gar nicht zu sein. Er ist Musiker und intensive Gitarrenklänge sagen sicher mehr als tausend Worte.

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