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Landsberg

16.01.2020

Im Landsberger Frauenwald geht es um Krieg und Frieden

In der "Alten Wache" im Landsberger Frauenwald wird es zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ein Kunstprojekt geben, das sich mit Krieg und Frieden auseinandersetzt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die „Alte Wache“ war die Eingangspforte zur Nitrocellulose-Fabrik im Frauenwald. Jetzt soll dort ein Kunstprojekt an das Ende des Krieges vor 75 Jahren erinnern.

75 Jahre Frieden im Land: Das soll in Landsberg in den Tagen rund um den 8. Mai mit dem Projekt „Kunst hält Wache“ gefeiert werden. Die Initiatoren seien Franz und Moritz Hartmann, erklärte Oberbürgermeister Mathias Neuner bei einer ersten Vorstellung.

„Gemeinsam haben wir nach Orten und Räumen gesucht, wo die Aktion stattfinden könnte“, sagte er. Die Überlegung, dafür die Hallen der ehemaligen Nitrocellulose-Fabrik im Frauenwald zu öffnen, sei schnell verworfen worden. Die Gefahr, dass etwas passiert, sei viel zu groß. „Die stattdessen ausgewählte Alte Wache ist der ideale Ort.“ Die Alte Wache war in der Zeit des Nationalsozialismus als Eingangspforte zum Fabrikgelände gebaut worden. Sie befindet sich in der Celsiusstraße gegenüber der Firma Iwis Motorsysteme.

Die Besucher können und sollen sich einbringen

Die Idee hinter „Kunst hält Wache“ ist laut Franz Hartmann, die gesellschaftspolitisch wichtigen Themen Krieg und Frieden künstlerisch zu bearbeiten und damit ein breit gefächertes Publikum anzusprechen. Geplant sei nicht nur visuell erlebbare Kunst zum Thema. Besucher können und sollen sich auch aktiv einbringen, sei es im Vorfeld oder an den Projekttagen. „Wir wollen alle Räume der Alten Wache bespielen.“ Dafür seien 25 Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen angefragt worden. Nicht nur bildende Künstler, sondern auch Kulturschaffende aus den Bereichen Schrift, Fotografie, Film, Musik, Schauspiel seien darunter. Die Gemeinsamkeit: Die meisten von ihnen haben sich in früheren Werken mit den Themen Krieg und Frieden auseinandergesetzt.

Im Landsberger Frauenwald geht es um Krieg und Frieden

Auch eine Enkelin von Otto Dix wird dabei sein

Laut Pressereferentin Maren Martell haben 21 Künstler bereits zugesagt, darunter beispielsweise Bernd Zimmer („Pollinger Totentanz“) oder Nana Dix, Enkelin von Otto Dix. „Mit dabei werden aber auch weniger bekannte Künstler sein, die sich jedoch auf dem Gebiet Krieg oder Frieden bereits einen Namen gemacht haben.“ Im Vorfeld wird ein Jugendprojekt für Teilnehmer bis 27 Jahre gestartet. So soll, wie Moritz Hartmann, erläutert, ein Wettbewerb für Gruppen ausgeschrieben werden. „Jugendliche und junge Erwachsene können in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema einen Raum gestalten, mal nach ihren Vorstellungen Farbe verteilen.“ Dafür werde ein Teil der Ausstellungsfläche in der Alten Wache bereitgestellt. Möglich sei für die jungen Künstler auch die Mitarbeit an der über die ganze Stadt verteilten Installation „Friedensfahnen“. Die Vorbereitungen werde derzeit zumeist ehrenamtlich erledigt, so Moritz Hartmann. Finanzielle Unterstützung leisteten die Stadt und die Sparkasse. „In den nächsten Wochen werden wir auf die Suche nach weiteren Sponsoren gehen.“

Der Verein "Kunst und Gesellschaft" organisiert das Kunstprojekt "Kunst hält Wache". Das Foto zeigt (von links) Moritz Hartmann, Janos Fischer, Claudia Flörke (Leiterin Kulturbüro), Axel Wagner, Harry Sternberg, Franz Hartmann, Johann Rother, Oberbürgermeister Mathias  Neuner und Maren Martell.
Bild: Thorsten Jordan

Das Projekt „Kunst hält Wache“ wird vom Verein „Kunst und Gesellschaft“ mit dem Kulturbüro der Stadt geplant und umgesetzt. Der Verein ist frisch gegründet und wird derzeit auf seine Gemeinnützigkeit überprüft. Künstlerischer Leiter ist der in Issing lebende Künstler Franz Hartmann. Das Projekt ist auf zehn Tage – vom 30. April bis 10. Mai jeweils Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr – angelegt.

Welche Überlegungen der Landsberger Stadtrat vor fast fünf Jahren zur "Alten Wache" angestellt hatte, lesen Sie hier: Alte Wache mit neuer Chance

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