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22.09.2015

Immer mehr fahren Oben Ohne

Cabriolets erfreuen sich im Landkreis zunehmender Beliebtheit. Auch SUV im Kommen

Wenn die letzte Spätsommersonne scheint, freut sich der Mensch – besonders der mit Cabriolet. Die sind inzwischen eine stetig wachsende Minderheit. Im Kreis Landsberg gab es Anfang 2015 laut Kraftfahrt-Bundesamt 4063 Menschen, die ein Cabrio ihr Eigen nennen. Das sind 56 Cabrios pro 1000 Pkw, sprich ein klares Nischenprodukt. Das zweite Nischenprodukt hat ebenfalls vier Räder, aber alle mit Antrieb: Als der Audi Quattro diesen Trend als Sportfahrzeug begründete, gab’s die Autos noch nicht, die ihm inzwischen zum Durchbruch verholfen haben: SUV. Die meisten der 7174 Allradler fallen in die Gruppe „Kleiner Straßenpanzer“. Im Jahresvergleich 2015 zu 2014 ist die Zahl der Allradler und damit der SUV im Kreis Landsberg schneller als die der Cabrios gewachsen. Bei den Allradlern kommen rund 98 auf 1000 hier zugelassene Pkw. Die beiden Werte reichen im bundesweiten Vergleich zu Platz 77 in der Cabrio-Bundesliga und zur Platz 70 in der Allradler-Liga innerhalb von 401 Städten und Kreisen. Vorne liegt zweimal Bayern: Im Nachbarlandkreis Starnberg gibt es mit 87 pro 1000 Pkw die meisten Cabrios, im Kreis Miesbach mit 216 pro 1000 die meisten Allradler.

Cabrios gibt es, seit das Auto erfunden wurde, Daimlers Motorkutsche und das Velociped von Benz kamen ohne Dach daher. Das „Sports Utility Vehicle“ (SUV), sprich sportliches Mehrzweckfahrzeug, ist dagegen eine Erfindung der 90er, brummt aber inzwischen bei der Generation Gleitsichtbrille und hat eine wachsende Frauenquote: Frauen, Familien, Rentner – bei allen fällt die Wahl aufs SUV wegen der erhöhten Sitzposition, des Platzangebotes und des Sicherheitsgefühls. Ein SUV vermittelt schlicht das Gefühl, für alle Lebenslagen gerüstet zu sein. Und Sicherheit geht halt nun mal vor Sparsamkeit. Und zwar „selbst bei Frauen, denen sonst gerne das größere ökologische Bewusstsein zugeschrieben wird’’, fasst Klaus Heschke, Pressesprecher des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, den Stand der Wissenschaft inklusive Herstelleruntersuchungen zusammen.

Ohne diesen Rückhalt in den beiden starken Bevölkerungsgruppen „ältere Herren“ und „flotte Frauen“ wären die Steigerungszahlen auch nicht drin: Bundesweit sind die SUV von 2014 auf 2015 um 21,5 Prozent gewachsen. Die Aussage hat allerdings eine Tücke: Der Audi Q3 (+44 Prozent) zum Beispiel ist bei dieser Betrachtung kein SUV, sondern ein Geländewagen, der BMW X1 ist ein SUV, der X3 aber wieder ein Geländewagen. Die Aufteilung macht die Gesamtzahlen unübersichtlich. Zumal es auf der lokalen Ebene dann wieder alle Allradler sind. Zusammengerechnet ist die Zahl der SUV und Geländewagen bundesweit um 15,3 Prozent gewachsen, die Allradler, in denen sie enthalten sind, um 9,6 Prozent. Da haben wir dann einen Vergleichswert: Im Kreis Landsberg stieg die Zahl allradgetriebener Autos vom Jahr 2014 auf 2015 um 690 oder 10,64 Prozent auf 7174 Pkw.

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Während die Straßenpanzerle mächtig zulegen, gibt’s bei den Cabrios eine gegenläufige Entwicklung, was die Zahl der Neuzulassungen angeht. Zwischen 2008 und 2014 sanken die um mehr als 40 Prozent: Laut KBA waren es zuletzt noch 77000 neue Cabrios. Wenn der Bestand trotzdem um rund 44000 Cabrios zugenommen hat, sagt das vor allem eines: „Cabrios werden selten verschrottet, sondern gehegt und gepflegt’’, sagt Klaus Heschke.

Da ist „gut Wetter alle Wege“ willkommen: Den sonnigen Jahrhundertsommer genossen mindestens 4063 Menschen im Landkreis Landsberg, eben weil sie eines besitzen. Die Zahl der Oben-Ohne-Fahrer stieg damit vergangenes Jahr um 3,52 Prozent oder 138 Fahrzeuge. Und schließlich leben wir in einer Region mit den meisten Sonnenstunden im Jahr, wenngleich im Winter das Dach dann doch besser zu bleiben sollte.(teb)

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