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Bahnüberführung

27.10.2014

In Geltendorf wird eine neue Brücke eingeschoben

Die alte Bahnbrücke muss abgebrochen werden, bevor die neue eingeschoben werden kann.
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Die alte Bahnbrücke muss abgebrochen werden, bevor die neue eingeschoben werden kann.
Foto: Alwin Reiter

Am Donnerstag wird in Geltendorf neue Brücke eingeschoben. Am Wochenende wurden die Schienen durchtrennt und die alte Brücke abgerissen.

Schienen werden durchtrennt, Kabelstränge verlagert und Erdmassen von der Baustelle weg auf die Flächen im Süden bewegt: Die Großbaustelle an der Eisenbahnüberführung 350 Meter westlich des Geltendorfer Bahnhofs kommt in die entscheidende Phase: Am kommenden Donnerstag soll die neue, bereits vorgefertigte Brücke an ihren Platz geschoben werden. Ein Ereignis, welches auch die Neugier von Passanten erweckt, die ungeniert auf die Baustelle spazieren, die erst am Sonntag mit weißroten Bändern abgesperrt wird. Viele Familien kommen am Sonntagnachmittag und auf der Zufahrt zum südlichen Parkplatz kreuzen sich ihre Wegen mit denen des Schienenersatzverkehrs und der Lastwagen, die Aushub auf die südlichen Wiesen bringen.

Die 1906 gebaute Brücke wird im Rahmen der geplanten Elektrifizierung der Strecke München-Lindau erneuert, die Arbeiten haben im April begonnen. Die Bahn ertüchtigt die Strecke, auch an einer noch weiter westlich gelegene Überführung über einen Wirtschaftsweg, sowie an einer Brücke über eine neue Anbindung des Gewerbegebiets Frauenwald bei Igling, wird derzeit gebaut.

Kein Zug mehr von Geltendorf in Richtung Westen

Seit Samstag fährt, wie berichtet kein Zug mehr von Geltendorf in Richtung Westen. Südlich des Gleiskörpers ist schon zu erkennen, welche Dimension die neue Unterführung haben wird: Als großes, auf dem Kopf stehendes U steht dort schon die neue Brücke, die am südlichen Parkplatz gebaut wurde.

Die Lücke, in der sie platziert werden soll, muss aber erst geschaffen, der Gleisoberbau geöffnet werden: Am Samstag sind Arbeiter beschäftigt, um die Gleise mit mit der Flex zu durchtrennen und ein schwerer Spezialkran hebt sie ab. Über die Brücke führt sowohl die zweigleisige Strecke München- Buchloe als auch die eingleisige Regionalnetzstrecke Mering-Weilheim. Kleine Schienenbagger transportieren die Schwellen weg und über Nacht werden auch die Kabelstränge nach oben gehängt, denn die Signalübermittlung muss weiterlaufen.

Am Sonntag wird dann die alte Brücke weggemeißelt und es sind die Bagger unterwegs: Sechs auf einmal buddeln sie Erde weg, denn die Öffnung für das neue Brückenbauwerk muss größer werden: Auf eine Fahrbahnbreite von 6.50 Metern – hinzu kommen 3.50 Meter Gehweg, – ist das neue Bauwerk konstruiert. Bisher konnten Autos die Unterführung im Gegenverkehr nicht durchfahren, wer aus Norden kam, musste warten.

Das über 1500 Tonnen schwere Brückenbauwerk muss auf eigens konstruierten Gleitbahnen an seine endgültige Position gebracht werden. Doch noch fehlt die Gründung für dieses schwere Bauwerk: Rammpfähle und Spundwände werden noch in den Boden getrieben, wie ein Sprecher der Bahn erläutert. Die Anwohner müssen also mit Lärm rechnen.

Tag und Nacht wird gearbeitet

Die so genannte Sperrpause, in dem der Zugverkehr ausfüllt, sei „eng getaktet“, so dass Tag und Nacht gearbeitet werden müsse, so der Sprecher. Angemeldet hat die DB Netz AG diese Sperrzeit schon vor etwa eineinhalb Jahren. Fernverkehr und Bayerische Regiobahn, die hier die Ammerseebahn bedient, müssten rechtzeitig Bescheid wissen, berichtet der Pressesprecher über die lange Vorplanung. „Wir hatten Glück, es konnte aufgrund des milden Wetters im Herbst noch gut gearbeitet werden“, so der Sprecher. Dass drei Brücken gleichzeitig eingeschoben werden, sei etwas Besonderes. Es handle sich jedoch eigentlich um normale Instandhaltungsmaßnahmen, die jetzt im Zuge der anstehenden Elektrisierung angegangen worden seien.

Am kommenden Donnerstag werden die neuen Brücken an ihre vorgesehenen Standorte geschoben werden, dann muss das Gleis erneuert werden, bis ab 3. November wieder Züge fahren können. In Geltendorf haben Neugierige also noch einige Tage etwas zu sehen, sie sollten jedoch die nötige Distanz einhalten. Dass am Sonntagmittag ein ADAC-Hubschrauber den südlichen Parkplatz anflog, hatte aber nichts mit der Baustelle zu tun. Eine Frau war laut Polizei auf der Treppe gestürzt und der Notarzt war mittels Hubschrauber gebracht worden.

Bevor in Geltendorf wieder Autos unter der Bahn hindurch fahren können, wird es noch eine Weile dauern: Wie aus dem Landratsamt zu erfahren war, rechnet man dort bei günstigen Wetterverhältnissen damit, dass die Straße Anfang 2015 wieder geöffnet werden kann.

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