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Landsberg

13.12.2020

In Landsberg ist am Samstag vor dem Lockdown viel los

Viele Menschen zog es am Samstag zum Weihnachtsshoppen in die Innenstadt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus In der Landsberger Innenstadt und am Fachmarktzentrum ist am Samstag einiges los. Warum viele Menschen trotz der Pandemie vor Ort einkaufen möchten.

Keine zwei Wochen mehr, dann ist Heiligabend: Für viele Einzelhändler hat damit eigentlich die wichtigste Zeit des Jahres begonnen. Doch gerade jetzt verschlimmert sich die Corona-Lage nicht nur im Landkreis Landsberg dramatisch – ab Mittwoch tritt erneut ein bundesweiter harter Lockdown in Kraft. Das Landsberger Tagblatt war am Samstag, wenige Tage bevor viele Geschäfte wieder schließen müssen, in der Landsberger Innenstadt und am Fachmarktzentrum unterwegs. Wie die Menschen mit der Situation umgehen.

Es ist ein trübes drittes Adventswochenende. In der Altstadt sorgen lediglich die festlich dekorierten Schaufenster für Weihnachtsstimmung; keine Spur von Glühweinständen, an denen sich zu dieser Jahreszeit normalerweise die Leute versammeln. Dennoch streunen viele Menschen – alleine oder zu zweit, ihre Gesichter durch Masken vermummt – durch die Straßen. Kleinere Ansammlungen bilden sich nur vor einigen Geschäften.

Vor den Läden bilden sich Schlangen

Nicole Moser aus Landsberg wartet vor dem Dekoladen Kraus, bis wieder ein Einkaufskorb frei wird. Derzeit dürfen sich nur sechs Kunden gleichzeitig in dem Laden am Hellmairplatz aufhalten. Sie habe keine allzu große Angst, sich beim Einkaufen zu infizieren, sagt Nicole Moser. Von den Händlern werde schließlich vieles getan, um die Infektionsgefahr gering zu halten. Und auch die Kunden hätten sich inzwischen an die Abstandsregelungen gewöhnt. Derzeit sei eher ein kompletter Lockdown zu befürchten. Mit ihrer Vermutung sollte sie richtig liegen. Nicole Moser sei deswegen lieber gleich am Samstag losgezogen. „Normal kaufe ich viele Geschenke 'last minute'.“

Vor manchen Läden bildeten sich wegen der Kundenbegrenzung Warteschlangen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Am Vorderen Anger, vor der Eingangstür von Holzspielereien Hör, muss sich auch Jaclin Pollmann gedulden. Ist die Anzahl von acht Kunden erreicht, wird mit einer Kordel der Zugang zum Geschäft versperrt. Jaclin Pollmann wolle ein Geschenk abholen, das sie online bestellt hat. Auch sie fühlt sich in der Landsberger Innenstadt sicher. „Ich versuche, den Sicherheitsabstand so gut es geht einzuhalten.“ Auch dort, wo es enger zugeht, hätten sich die Verhaltensregeln bei den Menschen inzwischen eingespielt.

In manchen Geschäften ist während der Corona-Krise sogar mehr los

Ferdinand Hör betreibt den Spielwarenladen. Neben der Kordel setzt er auf Desinfektionsspender und eine „Einbahnstraßenregelung“. „Bei uns halten sich die Kunden gut an die Vorschriften“, sagt Ferdinand Hör. Momentan sei in seinem Geschäft trotz der Pandemie viel los. Angesichts des anstehenden kompletten Lockdowns so kurz vor Weihnachten mache sich bei einigen wohl etwas Panik breit: „Auch für uns ist die Situation natürlich nicht angenehm.“ Ferdinand Hör fühlt sich von offizieller Seite teilweise alleingelassen. „Es kommen zu selten klare Vorgaben. Wenn wir aber nicht alles ganz genau umsetzen, drohen harte Strafen.“

Vor dem „Tee-Kessel“ steht Katja Lutz im immer wieder einsetzenden Regen – genauso wie fünf weitere Kunden. Nur zwei dürfen dort gleichzeitig rein. Die Abstandsregeln seien in den Köpfen verankert, sagt sie und deutet auf die vor ihr anstehenden Personen. Die Lehrerin schränke ihre privaten Kontakte deutlich ein. Ihre Einkäufe tätige sie dennoch in der Stadt – denn es sei ihr wichtig, Einzelhandel und Gastronomie vor Ort zu helfen. „Größere Städte meide ich aber.“ Auch Gabriele Triebel, Marktgemeinderätin in Kaufering und Mitglied des Landtags, kommt am Teeladen vorbei. Einen harten Lockdown hält die Grünen-Politikerin für nötig. Bis dahin wolle auch sie den Einzelhandel vor Ort unterstützen. „Es ist wichtig, dass die Altstadt auch nach Corona funktioniert.“

Die Einkaufswägen vieler Kaufland-Kunden waren prall gefüllt.
Bild: Julian Leitenstorfer

In manchen Geschäften ist dieser Tage sogar mehr los als sonst. So auch im von Susanne Piendl betriebenen Maschenwerk am Hinteren Anger, wo es Häkel- und Strickzubehör gibt. „Viele Menschen entdecken die Handarbeit für sich“, sagt Verkäuferin Adelinde Zencominierski. „Irgendeine Beschäftigung muss man sich derzeit suchen.“

Viele Einkaufswägen sind prall gefüllt

Auf dem Parkplatz des Fachmarktzentrums am Penzinger Feld stehen am Mittag viele Autos. Der Bildschirm am Eingang des Media Markts leuchtet grün – noch knapp 100 Personen dürften in das Geschäft. Die Kunden werden elektronisch gezählt. Christian Kinzel hat mit Frau, Tochter und Sohn das Geschäft gerade verlassen. Zwölf Tage for Heiligabend ist die Familie auf Shoppingtour. „Wir sind die ganzen Geschäfte durchgegangen“, sagt Christian Kinzel. „Es ist nicht ganz so viel los wie erwartet.“ Er persönlich fühle sich beim Einkaufen sicher – aufgrund der steigenden Fallzahlen seien die Menschen vorsichtiger geworden.

Im Kaufland herrscht reges Kommen und Gehen. Die Einkaufswägen vieler Menschen sind randvoll mit Lebensmitteln. Peggy Klabunde aus Seefeld (Landkreis Starnberg) macht sich mit ihrem Freund auf den Weg zurück zum Auto. „Momentan versucht jeder, so schnell es geht aus dem Supermarkt wieder rauszukommen“, sagt sie. „Der Stressfaktor ist hoch. Aber mittlerweile ist man darauf vorbereitet.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Einkaufen vor dem Lockdown: Eine Hilfe in schweren Zeiten

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