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Landsberg

01.08.2020

In Landsberg trotzt die Kleinkunstszene der Corona-Krise

Die Naglmusi mit Karl Heinz Hummel und Evelyn Plank treten auch im Landsberger s'Maximilianeum auf.
Bild: Gisela Klöck

Die Landsberger Kleinkunstbühne s’Maximilianeum will wie gewohnt am 3. Oktober mit der Saison beginnen. Das Programm ist vielseitig und hochkarätig. Dennoch wird einiges anders sein als bisher.

„Natürlich könnten wir die Füße hochlegen und warten, bis alles vorbei ist.“ So ist es nachzulesen auf der letzten Seite des Programmhefts für die Saison 2020/2021, das die Macher der Landsberger Kleinkunstbühne s’Maximilianeum traditionell herausgeben und das in Kürze ausliegt. Nach langen Beratungen und vielen Diskussionen und trotz eines zu erwartenden hohen finanziellen Risikos hat sich der Vereinsvorstand dazu entschlossen, wie gewohnt am 3. Oktober in die Saison zu starten. Zehn weitere Veranstaltungen werden bis Juni 2021 folgen – stets unter dem Vorbehalt, dass es keinen neuen Lockdown gibt.

„Wir wollen einerseits den von der Krise stark betroffenen Künstlern Auftritte ermöglichen“, erklärt Vereinsvorsitzender Rolf-Jürgen Lang. Andererseits solle auch zukünftig Kulturvergnügen geboten werden – aber unter anderen Voraussetzungen. Fest geplant werde derzeit für 2020. So werden, wie Lang ausführt, alle Veranstaltungen bis zum 31. Dezember dieses Jahres im Saal des Landsberger Stadttheaters stattfinden. „Wir übernehmen das Konzept des Stadttheaters inklusive – falls notwendig – aktuelle Änderungen.“ Der Vorverkauf fällt aus, Karten können ab vier Wochen vorher über das Theaterbüro und den Vivell Ticketservice erworben werden. Außerdem wichtig zu wissen: Die Veranstaltungen sind nicht generell sonntags um 19.30 Uhr, deshalb wird allen Interessierten empfohlen, die Ankündigungen stets genau zu lesen.

Die Verträge wurden nachverhandelt

Das Saisonprogramm ist erneut ein hochklassiges. Wie Rolf Lang betont, sei die Besetzung mit Spitzenkünstlern nur möglich, weil sich die Vertragsnachverhandlungen überaus unkompliziert gestaltet hätten. „Hätten sie auf ihren vor der Krise ausgehandelten Garantiegagen bestanden“, sagte Lang, „wäre eine Spielzeit nicht möglich gewesen.“ Vorstandsmitglied Frank Volk lobt in dem Zusammenhang die Bereitschaft der Künstler, auch vor weniger Zuschauern zu spielen.

In Landsberg trotzt die Kleinkunstszene der Corona-Krise

Erstmals habe der Verein bei der Stadt Landsberg einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt. Und bewilligt bekommen: 2500 Euro wurden beantragt, laut Lang wird aber abgerechnet. „Noch nie“, betont der Vorsitzende, „haben wir bisher aus öffentlichen Töpfen Zuschüsse verlangt.“ Das sei jetzt aus dem Bestreben geschehen, den Künstlern möglichst viel Gage zukommen zu lassen und dem Verein möglichst wenig Minus zu bescheren. Die in der abgelaufenen Saison wegen Corona ausgefallenen Auftritte sollen in jedem Fall den Künstlern erneut angeboten werden. Dafür werde eine Erweiterung des Programms zum 30. Jubiläum in der kommenden Saison in Betracht gezogen. Für den Verein unabdinglich: „Wir müssen dringend heuer noch einen neuen Vorstand wählen.“ Auch diese satzungsmäßige Versammlung war der Pandemie zum Opfer gefallen.

Der Startschuss fällt am 3. Oktober

Das Programm der Landsberger Kleinkunstbühne s’Maximilianeum in der Saison 2020/2021 beginnt wie gewohnt am 3. Oktober mit Politkabarett. Zu Gast sein wird Werner Koczwara mit seinem im Jahr 2000 uraufgeführten Klassiker „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt“. Mit über 1000 Aufführungen ist es das meistgespielte Programm im deutschsprachigen Raum.

Am Freitag, 30. Oktober, ist Helmut Schleich mit „Kauf, du Sau“ in Landsberg. Schleich ist immer wieder in der Lechstadt, das Stadttheater hat es ihm bekanntermaßen angetan. Erwin Rehling und Peter Holzapfel präsentieren am Sonntag, 15. November, Musikkabarett. „Neues von früher – Dorfgeschichten und widerspenstige Musik“ ist ein Programm zwischen Nostalgie und heutiger Gesellschaft, untermalt von einem experimentellen Klanggeflecht, gespielt auf ungewöhnlichen Instrumenten. Beim Weihnachtsbrettl am Sonntag, 20. Dezember, treten Monica Calla und Matthias Bartels mit dem Duo Klangzeit auf.

Sagen von Feen, Nixen und Berggeistern

Die Pläne im Jahr 2021 – unter der Voraussetzung, dass die Lockerungen zunehmen und es keine erneuten Einschränkungen gibt – sehen wie folgt aus: Am Samstag, 30. Januar, geht es weiter mit „Embryo“ und dem sinnigen Titel „Die Reise geht weiter“. Das Konzert findet in Kooperation mit dem Snowdance Filmfestival im unbestuhlten Foyer statt, wenn es die Hygienevorschriften zulassen. Embryo ist Kult, seit die Band 1969 gegründet wurde.

Am Sonntag, 28. Februar, gastiert Roger Stein mit „...alles vor dem Aber...“ in Landsberg. Der Liedermacher thematisiert Ereignisse aller Art humorvoll, ironisch, krätzig.

Martin Frank macht den Abschluss des Programms. .
Bild: Diana Zapf-Deniz

Karl Heinz Hummel und Evelyn Plank erzählen am Mittwoch, 10. März, unter dem Titel „Bergsagennacht“ von Feen und Nixen, Berggeistern und Kasermandl. Musikalisch umrahmt werden die Sagen von der Naglmusi. Am Sonntag 21. März, wird Uli Masuth über „Mein Leben als ICH“ referieren. Der Tanz ums goldene Ego steht im Mittelpunkt des Programms. Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie – „Gleich knallt’s“: Vorsicht! Der erste Satzteil ist der Name des Duos Wiebke Eymess und Friedolin Müller, der zweite Teil ist das Programm, mit dem das Duo am Sonntag, 18. April, in Landsberg auftritt. Singen, tanzen, musizieren, Sprachakrobatik – junges Kabarett eben.

Am Sonntag, 9. Mai, erklingt „Baltasound“. Martin Kälberer und Fany Kammerlander präsentieren eine Mischung aus akustischen und elektronischen Elementen.

Für den Abschluss der Saison 2020/2021 gewannen die Organisatoren Martin Frank. Der Newcomer und Shootingstar der Szene bringt sein Programm „Einer für alle – Alle für keinen“ mit. Dabei lästert er gewohnt frech, spitz und böse über das Leben im Allgemeinen und das in der heutigen Zeit im Besonderen. Die Veranstaltungen beginnen, wenn nicht anders angekündigt, um 19.30 Uhr.

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