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Landsberg

24.07.2020

In Landsberg wird wieder Wurst hergestellt

Die ehemalige Niederlassung von Lutz Fleischwaren in Landsberg hat neue Nutzer.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Plus Auf dem Gelände der ehemaligen Lutz Fleischwaren im Landsberger Gewerbegebiet tut sich was. Die Produktionsstätten sind verkauft und im Frische-Center werden weiterhin Wurstwaren angeboten.

Die kürzlich geschlossene Produktionsstätte der Landsberger Wurstspezialitäten GmbH (ehemals Lutz Fleischwaren) und das daran angegliederte Frische-Center im Gewerbegebiet haben neue Eigentümer. Die Josef Maier GmbH verlagert die Zerlegung und Verarbeitung von Wildfleisch von Bad Wörishofen nach Landsberg und der FMS-Fleischmarkt München Süd eröffnet eine Zweigstelle im früheren Frische-Center. Die neuen Nutzer haben am Standort in Landsberg viel vor.

Das Frische-Center der Lutz Fleischwaren in Landsberg ist Anlaufpunkt für Großeinkäufer und private Endverbraucher der Region. Jetzt übernimmt die FMS-Fleischmarkt München Süd aus München den Standort und wird mit dem Fleischmarkt Landsberg ihre erste Zweigstelle eröffnen. FMS-Geschäftsführer Christian Otto steht eigenen Angaben zufolge für Regionalität und Qualität. „Fleisch ist ein wertvolles Lebensmittel, welches gerade in der langen Tradition der bayerischen Küche seinen festen Platz hat. Der heutige Verbraucher möchte wissen, wo es herkommt und wie die Tiere aufgewachsen sind. Wir kennen unsere Bauern persönlich und überzeugen uns regelmäßig vor Ort“, sagt er.

Das ehemalige Frische-Center von Lutz Fleischwaren im Landsberger Gewerbegebiet. Dort kauften viele Landsberger gerne ein. Am 1. August eröffnet der FMS-Fleischmarkt München Süd in den Räumen eine Zweigstelle.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Vor wenigen Wochen seien die Verträge zur Übernahme der Lutz-Fleischwaren-Filiale in der Justus-von-Liebig-Straße in Landsberg unterzeichnet worden. Die Mitarbeiter werden alle ausnahmslos übernommen, teilt FMS-Fleischmarkt mit. Befristete Arbeitsverträge oder ähnliche branchenübliche Bedingungen gebe es nicht. Das Sortiment des Unternehmens umfasst laut Pressemeldung neben internationalen Spezialitäten und einigen Feinkostprodukten auch Wild, Geflügel und vor allem Fleischwaren aus Bayern, wie aus dem eigens betriebenen Färsenprogramm mit „Geprüfter Qualität (GQ) Bayern“ Zertifikat, und die ebenso zertifizierten Strohschwein-Schmankerl.

Am Freitag schließe das Frische-Center, danach, vom 27. bis 31. Juli, werde die Filiale für fünf Tage für die notwendigen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen geschlossen. Direkt im Anschluss, am Samstag, 1. August, ist von 8 bis 12 Uhr die „Wiedereröffnung“. Für alle Besucher gibt es an diesem Tag frische Weißwürste und Wiener - natürlich regional, so Christian Otto.

Die optimale Lösung gefunden

Die Josef Maier GmbH hat die Produktionsstätten erworben und verlagert nach Umbau der Infrastruktur die Zerlegung und Verarbeitung von Wildfleisch von Bad Wörishofen nach Landsberg. Der Sitz des Unternehmens, sowie Verwaltung, Tiefkühllager und Logistik bleiben am jetzigen Standort des Unternehmens in Bad Wörishofen, teilt das Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Die Anforderungen unserer Kunden und die steigenden gesetzlichen Auflagen machen eine Erweiterung unserer Produktion notwendig. Da dies in Bad Wörishofen leider nicht möglich war, haben wir mit den Fleischwerken in Landsberg die optimale Lösung für unser Unternehmen gefunden“, sagt Thomas Maier, geschäftsführender Gesellschafter der Josef Maier GmbH.

Gegründet im Jahr 1973, zählt das Familienunternehmen Josef Maier laut Pressemeldung am Standort Bad Wörishofen über 100 Mitarbeiter. In der Schusszeit würden im hochmodernen Betrieb insgesamt 6000 Tonnen Wild verarbeitet. Die Josef Maier GmbH erziele einen Jahresumsatz von etwa 55 Millionen Euro und zähle Gastronomiegroßhändler, Cash&Carry, Weiterverarbeiter, Lebensmitteleinzelhändler und Discounter zu seinen Kunden.

Insolvenz der Lutz-Gruppe

Mitte Februar hatte unsere Zeitung berichtet, dass der Betrieb der Landsberger Wurstspezialitäten GmbH eingestellt wird. Das hatte die Geschäftsführung dem Branchenportal fleischwirtschaft.de mitgeteilt. Das Werk in Landsberg war 2017 von der Insolvenz der Lutz-Gruppe betroffen. Mit der regionalen Marke „Landsberger Wurstspezialitäten“ sollte die Trendwende geschafft werden, eine alte Wurstmarke namens „Lechtaler“ wurde wieder produziert. Doch auch die vorübergehende Rettung durch die Zur-Mühlen-Gruppe scheiterte. Die Betreiber sahen in Landsberg also keine Perspektive mehr. Betroffen von der Schließung waren knapp 80 Mitarbeiter. In dem Betrieb im Landsberger Gewerbegebiet wurden vorrangig Wurstwaren für den Selbstbedienungsbereich produziert, dem Betrieb angegliedert war das Frische-Center, das nun von FMS-Fleischmarkt übernommen wird.

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