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Landsberg

18.04.2019

In der Landsberger Altstadt wird an allen Ecken gebaut

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Im Vorderen Anger gibt es gleich drei Baustellen.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Nicht nur im Hinter- und Vorderanger gibt es viele Baustellen. Warum die Landsberger vor dem Ruethenfest ihre Häuser auf Vordermann bringen. Wer was gekauft hat.

Die Sperrungen in der Altstadt sind zur Zeit nicht zu übersehen, aber auch ein weiteres Thema steht im Mittelpunkt. Es wird gebaut in der Altstadt. Das LT besuchte einiger dieser Baustellen – auch im Vorder- und Hinteranger. Und auch wenn die Bauarbeiten den ein oder anderen derzeit stören, die Sanierung und Erhaltung dieser zum Teil denkmalgeschützten Häuser ist wichtig für den Erhalt und die Lebensqualität in der Stadt. Drei Baustellen im Vorderanger, zwei im Hinteranger, eine auf dem Hellmairplatz und noch vieles mehr ist im Wandel. Alle neuen oder alten Hauseigentümern, die wir befragten wollten direkt hier in der Stadt bauen, auch wenn es manchmal nicht ganz einfach ist.

Der Kommentar zum Thema: Viele Sanierungen: Es wird schön in der Altstadt

Viele Auflagen, aber auch viel Freude

„Nach den ganzen Auflagen weiß ich nicht, ob ich das noch mal machen würde“, sagte Gertrud Neumair aus Landsberg. Doch sie ist froh, wie sich ihr Haus im Vorderanger entwickelt. Dort wo früher der Juwelier Miller war, wird saniert. Das Haus steht unter Denkmalschutz (Einzeldenkmal). „Das ist sicher auch zum Nutzen der Stadt, wenn es Hausbesitzer gibt, die dies machen. So tragen wir zum äußeren Erscheinungsbild der Stadt Landsberg bei.“ Deshalb lohne sich die ganze Mühe. Sie sei auch für einen verkehrsberuhigten Bereich im Vorderanger. „Das erhöht die Aufenthaltsqualität in jedem Fall. Wir haben tolle Tiefgaragen, die sehr komfortabel sind.

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Die Häuser sind erhaltenswert

Neumair: „Ich kenne viele Münchner und Fürstenfeldbrucker, die hier gerne einkaufen. Die Geschäfte und Häuser sind erhaltenswert und man muss dafür was machen. In das Gebäude kommt wieder ein Geschäft und Wohnungen. Das Bauen in der Innenstadt sei natürlich schwierig. „Vor allem, wenn die Handwerker etwas anliefern müssen. Brandschutz und Denkmalschutz sind wichtig, keine Frage“, so Neumair. „Aber es dauert halt auch lang.“ Besonders schwierig sei es, wenn man wie jetzt vor dem Ruethenfest alle Gerüste wieder abbauen muss, aber noch auf Genehmigungen warten muss. „Das kann dann teuer werden. Aber, wir wollen alle, dass die Stadt und ihre Häuser erhalten bleiben oder noch schöner werden.“

Das blaue Haus bekommt ein neues Dach

Im Hinteranger wird am „blauen Haus“ von Peter Braun weitergebaut. Das Dach ist jetzt dran und wird erneuert und isoliert, damit man dann den Dachstuhl und Speicher ausbauen kann. Ein riesiger Kran steht vor dem Haus – etwa acht Wochen. „Dann ist wieder Pause“, so Braun. Das „blaue Haus“ 345a bildete bis ins Jahr 1820 mit den angrenzenden Häusern 345b und c den Brauereigasthof „Zum Jesenwanger“. In der Folge wurden aus dem Gasthof drei eigenständige Häuser.Bevor das „blaue Haus“ in den Besitz der Familie von Peter Braun überging, gab es die unterschiedlichsten Eigentümer. „Unter anderem gehörte das Haus laut Notariatsurkunde vom 20. Mai 1955 der Stadtpfarrkirchen-Stiftung Mariä Himmelfahrt“, sagt der Eigentümer. Blickt man zurück, erfährt man, dass beim Bierbrauer Jesenwanger bereits im Jahr 1751 der Lehrer Simnacher mit den Landsberger Schulkindern, dem Priester Erhardt und dem Lebzelter Ignaz Münch eingekehrt war. „Das ist“, wie Braun sagt, „der Nachweis für den Brauch des Rutenholens im Jahr 1751 in Landsberg.“ Doch trotz aller Verbundenheit: Bis zum Ruethenfest muss auch der Kran wieder weg. Das denkmalgeschützte Haus lässt Braun nach und nach grundlegend renovieren und sanieren. Bislang sind ein Ladengeschäft im Untergeschoss und zwei Wohnungen entstanden.

Lesen Sie zum Thema Verkehr: Landsberger Altstadt: Weniger Verkehr, aber mehr Lebensqualität?

Die neuen Besitzer wollen auch in Landsberg wohnen

Doris Maria Borger hat bereits im April letzten Jahres ihr Haus im Vorderanger gekauft. Früher war dort das Modegeschäft „Suzans“ das jetzt nach schräg gegenüber zog. „Das Haus hat mir mit seinem Innenhof und den Zimmern gleich gut gefallen.“ Vorher gab es lange Verhandlungen mit der Eigentümerin in Sachen Preis. Im Moment wird gerade alles ausgeräumt. Zwei große Container stehen davor. Auch hier entstehen wieder ein Ladengeschäft und Wohnungen. „Vielleicht ziehe ich auch selber ein, ich finde Landsberg sehr schön“, sagt die Gilchingerin.

Haus ohne Dachstuhl

Gebaut wird zeitgleich auch am Hellmair-Platz, hier entsteht das neue Café Hellmair (LT berichtete) und noch mal im Hinteranger. Dort stehen ebenfalls zwei Container auf den Parkplätzen. Am Vorderanger direkt neben dem Schuhhaus Pflanz hat Martin Arlt schon Erfahrungen mit dem Bauamt gesammelt. Er hat den Dachstuhl ohne vorherige Abrissgenehmigung abgerissen und musste Strafe zahlen. „Ich hatte eine Baugenehmigung, aber keine Abrissgenehmigung und der Dachstuhl war nicht mehr sanierbar, sondern verfault, wir haben die Balken raus und ich dachte wir machen ihn neu.“ Allerdings wurde ihm deshalb auch der Bau einige Zeit eingestellt. Aber jetzt geht es weiter. Arnt will das Haus selbst bewohnen und energetisch sanieren.

Bei der Wandfarbe ist er jetzt vorsichtiger als beim Dachstuhl. „Ich habe der Baubehörde zehn verschiedene Grautöne vorgelegt und jetzt ist es entschieden.“ Ein Bauvorhaben in der Innenstadt sei schwierig, so Arnt. „Es ist eng und aufwendig für die Arbeiter, aber es rentiert sich dann auch, hier zu wohnen.“ Er sei selbst in der Zimmererbranche tätig, sein Bruder Zimmerer und er freue sich schon sehr auf den Einzug im Mai. „Man sieht es noch nicht, aber ab jetzt geht es schnell.“

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