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Landsberg

26.02.2020

Ist der Landsberger Schlüsselanger ein Parkplatz oder ein Sumpfgebiet?

Schlammig: Parkplatz auf der Bossewiese am Sportzentrum Landsberg.
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Schlammig: Parkplatz auf der Bossewiese am Sportzentrum Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer Photographie

Plus Die Besucher des Landsberger Sportzentrums haben im Moment Parkprobleme. Seit Jahren wird über die künftige Nutzung des sogenannten Schlüsselangers debattiert. Wann wohl was passiert?

Schreckt der Parkplatz am Schlüsselanger (Bosse-Wiese) von einem Besuch von Veranstaltungen im Landsberger Sportzentrum ab? Birgit Herbig aus Egling empfand es jedenfalls als „Zumutung“, was sie am Rande ihres Besuchs des Kabarettabends mit Gerhard Polt vor einer guten Woche erlebte. Die Stadt verweist darauf, dass es sich am Schlüsselanger nicht um einen öffentlichen Parkplatz, sondern um eine Grünfläche handle.

Ein miserabler Zustand

Wenn im Sportzentrum viel los ist, wird der Schlüsselanger aber als Parkplatz genutzt, so auch am Sonntag vor einer Woche. „Wir fanden den Parkplatz in einem absolut miserablen Zustand vor“, berichtet Herbig dem LT. Parallel zum Polt-Abend hatte der HC Landsberg ein Heimspiel: „Demzufolge war der Parkplatz sehr voll und die Autos standen kreuz und quer“, kritisiert die Veranstaltungsbesucherin. „Wir mussten durch unzählige Schlaglöcher fahren und sogar über einen hochstehenden Kanaldeckel, dem man nur sehr schwer ausweichen konnte.“ Auch die Begehbarkeit des Geländes bemängelt Herbig: „Dass man beim Besuch eines Kabaretts eigentlich nicht mit Trekkingschuhen kommt, muss ich nicht zusätzlich erwähnen. Es wäre aber notwendig gewesen.“

Auch ein Kanaldeckel bietet Gefahren

Am Schlüsselanger gibt es zum einen eine große Kiesfläche mit Schlaglöchern (und je nach Witterung Wasserlachen) und eine Wiesenfläche, die bei Bedarf ebenfalls zum Parken genutzt werden kann, aber bei stärkerer Beanspruchung morastig werden kann (zumindest da, wo gefahren wird). Dort befindet sich auch der herausstehende Kanaldeckel, der inzwischen mit Stäben und weiß-roten Absperrbändern markiert wurde.

Ist der Landsberger Schlüsselanger ein Parkplatz oder ein Sumpfgebiet?

Kein öffentlicher Parkplatz?

Beide Abschnitte, betont Stadt-Sprecher Andreas Létang auf Nachfrage, gelten nicht als öffentlicher Parkplatz, werden aber bei größeren Veranstaltungen als Parkfläche zur Verfügung gestellt. Weil es eben kein öffentlicher Parkplatz ist, seien auch keine weiteren Maßnahmen der Stadt geplant. Bis auf zwei vorhandene Leuchten sei keine weitere Beleuchtung vorgesehen, Markierungen könnten auf Kies und Gras nicht dauerhaft angebracht werden. Bislang sei es auch nicht erforderlich gewesen, dass Einweiser den Verkehr regeln mussten. „Die dort Parkenden waren in der Vergangenheit so rücksichtsvoll, dass die Zufahrten von den gekiesten zu den begrünten Flächen am Schlüsselanger nicht zugeparkt wurden. Die Falschparker waren am vorletzten Wochenende wohl auch der Grund, warum nicht mehr Fahrzeuge auf der Fläche untergekommen sind. Man wird Überlegungen anstellen, wie man dies bei den nächsten Großveranstaltungen regelt“, kündigt Létang an.

Der gekieste Bereich solle auch wieder mit frischem Kies aufgefüllt und etwas befestigt werden, so der Sprecher der Stadt weiter. Dies sei auch bereits beauftragt, die Arbeiten hätten aber aufgrund der Witterung bislang nicht ausgeführt werden können.

Schadenersatzforderungen?

Schadenersatzforderungen wegen Fahrzeugschäden seien an die Stadt in der Vergangenheit nicht herangetragen worden – auch nicht im Hinblick auf den hochstehenden Kanaldeckel an der Südwestecke der Grünfläche. Wer im Falle eines Unfalls für den Schaden aufkommen muss, ist laut Létang offen: „Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Haftung wird in jedem Einzelfall betrachtet und hängt von der jeweiligen Situation sowie dem Schadensbild ab.“

Es gibt noch keine Entscheidung

Nicht ganz so schlecht bewertet indes Joachim Simon, der Sprecher des HC Landsberg, die Parksituation am Sportzentrum. Die Stadt habe in der Vergangenheit auch schon nachgebessert und Kies aufgeschüttet, berichtet er. „Wir sind froh, dass wir den Platz haben, aber dass er nicht optimal ist, ist klar.“ Im Kiesbereich gebe es Schlaglöcher, die Grünfläche könne matschig werden. Simon glaubt aber auch, dass die Besucher des Sportzentrums je nach Anlass ihrer Anwesenheit unterschiedliche Ansprüche haben: „Eine Sportveranstaltung ist doch etwas anders, als wenn es eine kulturelle Veranstaltung ist, wo man schicker angezogen ist.“ Da trage man vielleicht auch andere Schuhe. Für dieses Klientel gebe es aber ja noch andere Parkmöglichkeiten, so der Hinweis Simons: Etwa am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium, am Parkplatz bei der Heilig-Engel-Kirche oder an der Max-Friesenegger-Straße, wobei dort die Kapazität nicht so groß sei. Er denke, so Simon weiter, für die Sportler gebe es zudem wichtigere Baustellen am Sportzentrum. Für die Footballer habe etwa der Kunstrasenplatz Priorität, nennt der HCL-Sprecher als Beispiel.

Dass die Stadt den Schlüsselanger nicht als Parkplatz ausbaut, liegt auch daran, dass man sich künftige alternative Nutzungen nicht verbauen will. Zur Zukunft des Geländes lässt Stadt-Sprecher Létang weiter verlauten: „Über die weitere Nutzung der gesamten Fläche gibt es einige Überlegungen, aber noch keine politische Entscheidung.“ Die Stadt warb lange dafür, auf dem rund 2,4 Hektar großen Gelände einen Erweiterungsbau für das Landratsamt zu errichten. Doch da zog der Kreistag nicht mit, der mehrheitlich das Penzinger Feld am östlichen Stadtrand bevorzugt. Eine Befestigung des Schlüsselangers war auch vor Jahren schon Thema, sie wurde aber nicht umgesetzt.

Der Kommentar zum Thema: Schlüsselanger: Wenn der Parkplatz zur Schlammwiese wird

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