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Jubiläum: Hospizarbeiter wollen begleiten

Jubiläum

Hospizarbeiter wollen begleiten

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    Auch (von links) Gabriele Triebel, Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Landrat Thomas Eichinger schrieben etwas auf die Stellwand. Im Hintergrund ist der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativvereins, Erich Püttner, zu sehen.
    Auch (von links) Gabriele Triebel, Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl und Landrat Thomas Eichinger schrieben etwas auf die Stellwand. Im Hintergrund ist der Vorsitzende des Hospiz- und Palliativvereins, Erich Püttner, zu sehen. Foto: Leitenstorfer

    „Before I die I want to...“: Aufreizend groß prangen diese Lettern auf Stellwänden auf dem Landsberger Hellmairplatz. Davor ein Behälter mit Kreiden, deren Zweck schnell ersichtlich ist. „Schreib hin, was du vor deinem Tod noch machen willst“, fordern sie Passanten auf. Das kommt an, schnell sind die vorhandenen Zeilen gefüllt – in Deutsch, Englisch, Französisch werden Wünsche und Träume an die Tafeln geschrieben.

    Mit dieser Aktion macht der Hospiz- und Palliativverein Landsberg auf die Veranstaltungswoche zu seinem 30-jährigen Bestehen aufmerksam. Bis Sonntag, 27. Juni, können nicht nur täglich die Stellwände am Hellmairplatz mit Gedanken gefüllt werden. Gleichzeitig ist im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee eine Ausstellung mit dem Titel „Ich begleite dich“ zu sehen. Diese Schau will auf die Hospizarbeit aufmerksam machen und zeigen, worauf es bei der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen ankommt: Mit Bildern und einfühlsamen Texten werden alle Sinne angesprochen.

    Beim Festakt zum Start der Jubiläumswoche blickte Vereinsvorsitzender Erich Püttner kurz zurück auf die Anfänge. Ein Grüppchen engagierter Frauen habe vor 30 Jahren den von England herübergeschwappten Hospizgedanken aufgenommen und auf ehrenamtlicher Basis mit der Begleitung Sterbender begonnen. Helga Skudlik hob Püttner dabei besonders hervor. Sie sei die „Frau der ersten Stunde“. Viele Jahre habe sie Hospizbegleiter ausgebildet und deren Arbeit wesentlich geprägt. Der Verein wuchs, wurde professionell. Ein Förderverein wurde gegründet und vor fünf Jahren mit der Hospizgruppe zusammengeführt. „Seit zwei Jahren haben wir auch ein SAPV-Team in Landsberg“, so Püttner. Derzeit seien rund 100 Ehrenamtliche in vielfältigen Angeboten des Vereins tätig; „aus dem zarten Pflänzchen wurde ein dicker Baum“.

    Landrat Thomas Eichinger (CSU) kritisierte in seinem Grußwort die zunehmende Anonymisierung auf den Friedhöfen, „als wäre der Tod eine Beleidigung unserer Existenz“. Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne), die, wie sie erzählte, die Dienste der Hospizbegleiter beim Tod ihrer Mutter in Anspruch genommen hatte, hob die Arbeit von Erich Püttner hervor. Er sei in all den Jahren der „Treiber“ des Hospizgedankens gewesen. (löbh)

    zum 30-jährigen Bestehen des Hospiz- und Palliativvereins Landsberg am Lech bis 27. Juni: Ausstellung „Ich begleite dich“ im Altstadtsaal der VR-Bank in der Ludwigstraße; Aktion „Before I die“ auf dem Hellmairplatz; Lesung und Vortrag am 23. Juni und Lesung mit Musik am 25. Juni, jeweils um 18.30 Uhr im Altstadtsaal. Es liegt eine Festschrift zu „30 Jahre Hospizarbeit in Landsberg“ aus.

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