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Konzert

19.10.2017

Jung, hochkarätig und dynamisch

Im Rathausfestsaal: Esther Feustel (Violine), Hannah Müller (Violine), Öykü Canpolat (Viola), Werner Stephan (Violoncello), Katri-Maria Leponiemi (Kontrabass), Lukas Nickel (Horn), Peter Amann (Fagott) und David Schöndorfer (Klarinette).
Bild: Thorsten Jordan

Eine weitere Klangerfrischung mit David Schöndorfer in Landsberg soll Geld für Rathausflügel bringen

Klassische Musik, gespielt von jungen, aufstrebenden Künstlern: Das ist „Klangerfrischung“, wie sie sich David Schöndorfer vorstellt. Dafür bringt der Klarinettist regelmäßig seit fünf Jahren junge hochkarätige, meist über ganz Deutschland verstreute Musiker zusammen und bietet Konzerte in seiner Heimatstadt Königsbrunn, die großen Anklang finden. Mit der 10. Klangerfrischung, einem Konzert mit acht Musikern und anspruchsvollen Werken vornehmlich aus der Romantik, gastierte das dieses Mal achtköpfige Ensemble auch in Landsberg.

Der Rathaussaal bot den perfekten Rahmen, wobei Größe und leichte Basslastigkeit der Gruppe fast das akustisch Machbare sprengten. Das Konzert war zugunsten des Fördervereins Rathauskonzerte Landsberg und speziell für die Anschaffung eines neuen Flügels. Mittlerweile seien bereits 55000 Euro vorhanden, berichtete Fördervereins-Vorsitzender Axel Flörke zu Beginn. Bis zu den nötigen 100000 Euro fehlt folglich noch etliches, weshalb die für 2018 angepeilte Anschaffung sich laut Flörke vermutlich noch ein weiteres Jahr hinziehen wird.

Es wird also sicher noch ein paar Benefizkonzerte geben – die dann hoffentlich besser besucht sein werden als das jüngste. Viele Stühle im Rathaussaal waren leer geblieben, was wirklich schade war, denn das Konzert war ein ausgesprochen feines. Die Musiker, alle zum Teil weit unter 30 Jahre alt, können jeder für sich bereits auf viele Erfolge, Auszeichnungen und Anstellungen verweisen. Esther Feustel, Hanna Müller (beide Violine) Üykü Canpolat (Bratsche), Katri-Maria Leponiemi (Kontrabass) haben bei der Deutschen Oper Berlin ihre musikalische Heimat, David Schöndorfer (Klarinette) steht derzeit bei den Münchner Symphonikern unter Vertrag, Peter Amann (Fagott) ist Solist bei den Niederrheinischen Sinfonikern. Werner Stephan (Violoncello) und Lukas Nickel (Horn) studieren noch.

Einige Tage intensives Proben fast rund um die Uhr lagen hinter dem Oktett, als das Programm für die Konzerte – das erste hatte am Tag zuvor in Königsbrunn stattgefunden – nicht nur feststand, sondern auch von allen verinnerlicht war. Der erste Teil des Abends war Franz Schubert gewidmet. Der Komponist hat zwei Oktette verfasst, eines davon genau für diese Besetzung.

Das Stück ist, weil ziemlich abwechslungsreich, sehr unterhaltsam. Während der erste Satz eher eine Tutti-Angelegenheit ist, wird es im zweiten Satz zunehmend solistisch.

Im weiteren Verlauf spielte Schubert mit einzelnen, besonders harmonischen Motiven, komponierte ein leicht-luftiges Menuett und ließ das Oktett ausklingen mit dramatischer Gewitterstimmung der Instrumente für die tiefen Lagen. Die Musiker überzeugten mit sehr gutem Zusammenspiel und zeigten bei solistischen Stellen, wie hervorragend sie ihr Instrument beherrschen. Beeindruckend, wie lang der Hornist die wunderbar schlanken, glatten Töne halten konnte, wie flott der Fagottist schnelle Läufe zauberte, wie die Streicher stimmlich harmonierten, wie abgeklärt der Klarinettist musizierte.

Der zweite Teil des Abends gehörte für Oktett arrangierten Ausschnitten aus Schlagern der Romantik, von Glinkas „Ruslan und Ludmilla“ über Rossinis „Barbier von Sevilla“ bis zu Bizets „Carmen Suite“. Für die Groteske „Till Eulenspiegel – Einmal anders“ hatte Franz Hasenoehrl Motive und Phrasen aus der Richard-Strauss-Komposition zerlegt, neu zusammengebaut, in andere Motive eingebaut und so aus der ursprünglichen Komposition eine richtige Eulenspiegel-Geschichte für fünf Musiker gemacht.

Hier brach sich die Freude am Musizieren, die generell zu beobachten war, noch einmal besondere Bahn. Großes Lob an die Stadtwerke Landsberg und die Sparkasse Landsberg-Dießen, die das Konzert als Sponsoren überhaupt erst ermöglicht haben.

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