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Landsberg

08.11.2018

Junger Mann flüchtet mit Kokain-Box vor der Polizei

Mit mehr als 30 Gramm Kokain wurde ein junger Mann aus dem Landkreis Landsberg von der Polizei erwischt. Jetzt musste er sich vor Gericht verantworten.
Bild: Christian Charisius/dpa (Symbolbild)

Schon als Jugendlicher kam ein heute 20-Jähriger mit Drogen in Kontakt. Bei einer Razzia eskaliert die Situation. Eine Haftstrafe bleibt ihm gerade noch so erspart.

Mit 13 begann er, Alkohol zu trinken. Ein Jahr später nahm er zum ersten Mal Drogen. Vor dem Jugendschöffengericht musste sich am Mittwoch ein 20-Jähriger aus dem Landkreis Landsberg verantworten. Zum einen hatte er eine größere Menge Kokain bei sich, zum anderen hatte er bei einer Razzia zwei Polizisten angegriffen. Vor Gericht kam er nun gerade noch so mit einer Bewährungsstrafe davon.

Mittlerweile scheint der 20-Jährige die Kurve bekommen zu haben. Seit Februar befindet er sich in Therapie und hat seitdem – das belegen Drogenscreenings – auch nichts mehr konsumiert. Das war vor einem guten Jahr noch ganz anders. Damals konsumierte er pro Tag ein bis zwei Gramm Kokain, wie bei der Verhandlung im Landsberger Amtsgericht bekannt wurde.

Schon an der Eingangstür rochen die Polizisten Marihuana

Die Drogenrazzia der Polizei Anfang des Jahres im Haus seiner Mutter, habe ihn zur Einsicht gebracht, erklärte der junge Mann vor dem Jugendschöffengericht. Dabei waren die Beamten damals gar nicht wegen ihm angerückt, sondern wegen seinem Bruder. Bei der besagten Hausdurchsuchung schlug den Beamten Marihuana-Geruch entgegen. „Also muss auch ihre Mutter davon gewusst haben“, so Richter Alexander Kessler. Den Polizisten gegenüber räumte der Angeklagte ein, Marihuana geraucht zu haben.

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Damit aber nicht genug: Im Bund seiner Hose ertasteten die Beamten eine Plastikbox, in der sich – wie sich später herausstellte – fast 33 Gramm Kokain in „guter Qualität“ befanden. Bevor die Box sichergestellt werden konnte, versuchte der 20-Jährige zu fliehen und schlug wild um sich. Zwei Beamte traf er dabei mit dem Ellbogen am Oberkörper. Wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte mit vorsätzlicher Körperverletzung und unerlaubten Besitzes und Handels mit Betäubungsmitteln musste sich der junge Mann jetzt vor Gericht verantworten.

Das Strafmaß wird ausgehandelt

Gleich zu Beginn der Verhandlung bat sein Anwalt, Marc Wederhake, um ein „zielführendes Rechtsgespräch“, also um die Aushandlung eines Deals. „Ein Deal ist ein Geben und Nehmen“, so Richter Alexander Kessler. Das Geben sei das Geständnis des Angeklagten und das Einverständnis mit sämtlichen Auflagen, das Nehmen sei der Strafrahmen. Den handelten Staatsanwältin Melanie Ostermeier, Richter Kessler und der Anwalt zwischen mindestens einem Jahr und sechs Monaten und höchstens zwei Jahren – jeweils auf Bewährung – aus.

Kessler verhängte schlussendlich eine Jugendhaftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zwei Jahre lang wird dem Angeklagten ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Regelmäßige Drogenuntersuchungen sind ebenso Pflicht wie der erfolgreiche Abschluss seiner derzeit stationären Therapie.

Der junge Mann entschuldigte sich für sein Verhalten nicht nur bei den Polizeibeamten, die er angegriffen hatte, sondern auch beim Richter. Der wiederum ermahnte ihn, sich auf der Anklagebank nicht noch einmal sehen zu lassen – „sonst wird es für Sie ziemlich ungemütlich“. Damit spielte Kessler auch auf die beiden Einträge im Bundeszentralregister an. Einmal wegen unerlaubten Anbaus von Betäubungsmitteln und einmal wegen eines anderen Vergehens nach dem Betäubungsmittelgesetz.

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