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Landsberg/Kaufering

19.05.2020

Kaufering: Autofahrer streiten wegen Überholmanöver

Ein Überholmanöver in einer Tempo-30-Zone in Kaufering war der Anlass für eine Gerichtsverhandlung in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan (Symbolbild)

Plus In einer Tempo-30-Zone in Kaufering geraten zwei Männer aneinander und landen vor Gericht. Einer von den beiden ist Polizist.

Wegen eines Überholmanövers in einer Tempo-30-Zone in Kaufering sind im November zwei Autofahrer derart heftig aneinander geraten, dass die Polizei eingreifen musste. Die beiden Kontrahenten trafen sich jetzt vor Gericht wieder. Am Ende fiel vor dem Amtsgericht in Landsberg ein eindeutiges Urteil.

Angeklagt war ein 41-jähriger verheirateter Familienvater aus dem Landkreis. Zu Schaden war ein 51-jähriger Polizist aus München gekommen. Er hatte nach dem Vorfall Anzeige erstattet. Was war passiert? In der Tempo-30-Zone, in der auch Rechts-vor-Links gilt, sei der 51-Jährige von dem anderen Autofahrer überholt worden. Der sei zu schnell gefahren. Deswegen habe er seine Lichthupe betätigt: Als Signal, dass er mit dem Mann sprechen wolle. Der machte seine Warnblink-Anlage an. Und fuhr einfach weiter.

Der Überholte ist Polizist

Vor dem Zuhause des Angeklagten trafen die beiden Autofahrer aufeinander. Nach einem ersten Wortgeplänkel sollen sie laut und heftig gestritten haben. Weniger über den Überholvorgang. Nein: Der Dienstausweis des Beamten war der Grund. Denn der 51-Jährige weigerte sich, dem Angeklagten das Dokument zu zeigen. Er habe sich vorgestellt, und gesagt, was er beruflich mache. Er war nicht im Dienst, sondern privat unterwegs. Unter seiner schwarzen Jacke habe er die Polizeiuniform getragen, die der Angeklagte hätte sehen müssen. Der 41-Jährige soll dem Polizisten bei der verbalen Auseinandersetzung immer näher gekommen sein. Und ihn schließlich am Hals gepackt, aber nicht gewürgt haben, wie es in der Anklage zunächst hieß. Zudem setzte der Angeklagte einen Notruf ab, in dem er sich über „Polizeigewalt“ beschwerte. Danach griffen Polizeibeamte vor Ort ein.

Verteidiger Peter Amend aus Landsberg sprach von einem „Minimal-Verkehrsverstoß“ seines Mandanten. Er forderte für ihn einen Freispruch und kritisierte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, die für diese „Bagatelle“ sechs Monate Haft ohne Bewährung beantragte.

Der Angeklagte hat einige Vorstrafen

Fünf Straftaten, darunter mehrere Körperverletzungen, hat der Angeklagte bereits auf dem Kerbholz. Die letzte Bewährungsstrafe läuft am 6. Juni aus. Weitere sechs Monate kommen nach der Verhandlung am Amtsgericht dazu. Die hat Richter Michael Eberle wegen Widerstand gegen einen Vollstreckungsbeamten und Körperverletzung verhängt. Der Vorsitzende war überzeugt, dass der Angeklagte den Polizisten zweifelsfrei als solchen erkannt hat. Der Verurteilte darf nun vier Jahre nichts anstellen. Solange dauert die Bewährungszeit. Zudem wird eine Geldauflage in Höhe von 2500 Euro an den Bayerischen Landesverband der Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe fällig. (eh)

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