Kreis Landsberg

03.06.2016

Keime in der Quelle

Nach den heftigen Niederschlägen am Wochenende in Rott (das Bild zeigt das Hochwasser im Engelsrieder See) wurden im Rotter Trinkwasser Keime entdeckt. 

In Rott muss das Trinkwasser gechlort und abgekocht werden. Nach dem Unwetter vom Wochenende wurden Bakterien gefunden.

Nach den Gewittern und dem Hagelschauer vom Wochenende sind im Rotter Trinkwasser Keime festgestellt worden. Bereits am Dienstag wurden die Bürger aufgefordert, Wasser zum Trinken und zum Zubereiten von Speisen nur in abgekochtem Zustand zu verwenden, seit Donnerstag wird das Trinkwasser gechlort. Wie lange diese Maßnahmen noch erforderlich sind, ist offen. Weitere Beprobungen werden in den nächsten Tagen stattfinden.

Eine sogenannte Netzprobe soll am Montag gezogen werden, informierte Wassermeister Hermann Schwab auf LT-Nachfrage gestern, um festzustellen, ob in den Leitungen noch Bakterien vorhanden sind. Wenn dies nicht der Fall ist, kann das Gesundheitsamt die Abkochanordnung aufheben. Mit Chlor werde das Wasser aber weiter behandelt, dies kann erst dann beendet werden, wenn auch in der Quelle am Wippberg das Wasser nach dem Ergebnis mehrerer Probenahmen wieder sauber ist. Auch darüber entscheide das Gesundheitsamt.

Die starken Niederschläge, die am Wochenende in einer Schneise zwischen Engelsrieder See und dem Wippberg unter anderem auch eine bis zu 20 Zentimeter dicke Schicht Hagelkörner hinterlassen hatten, dürften die Verkeimung des Quellwassers verursacht haben, meint der Wassermeister. Ein weiterer Einflussfaktor könnte auch der Sturm Niklas im vergangenen Jahr gewesen sein, der im Bereich der Quelle Bäume entwurzelte, was dazu führte, dass in den Waldboden Öffnungen gerissen wurden.

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Durch den starken Wasseranfall am Wochenende habe sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers erhöht, sodass die 50-Tage-Linie nicht mehr eingehalten worden sei – das Wasser erreichte so schnell die Quelle, dass es im Boden nicht genügend gefiltert werden konnte. Quellfassungen wie in Rott können bisweilen empfindlicher auf starke Niederschläge reagieren als Brunnen, in denen das Wasser aus tiefen Schichten gefördert wird. So wurden im August 2000 nach starken Regenfällen im Trinkwasser Keime festgestellt. Die Quellfassung wurde daraufhin im folgenden Jahr saniert. Allerdings drangen auch 2002 nach hohen Niederschlägen wiederum Keime ins Quellwasser ein, das seinerzeit bis in den Herbst hinein gechlort werden musste. Um erneuten Verkeimungen vorzubeugen sollten daraufhin ein Dachsbau und eine Forststraße so weit abgedichtet werden, damit kein fäkalienbelastetes Oberflächenwasser mehr in den Trinkwasserbereich gelangen würde. Auch eine Futterstelle für Wildtiere sollte versetzt werden.

In den folgenden Jahren gab es dann keine gravierenderen Probleme mehr. Lediglich 2008, erinnert sich Wassermeister Hermann Schwab, habe das Trinkwasser einmal für zwei Tage gechlort werden müssen. Zuletzt betonte Bürgermeister Quirin Krötz auch auf der Bürgerversammlung, dass das Trinkwasser „immer im zentralen Blickpunkt der Gemeindeführung samt ihrem Wassermeister“ sei. Das Wasser werde viermal im Jahr auf mikrobakterielle Verunreinigungen überprüft und zusätzlich nach Starkregenereignissen beprobt. An der Wippbergquelle werden derzeit jährlich knapp 100000 Kubikmeter Wasser gefördert, dessen Qualität „sehr gut“ sei.

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