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Utting

07.04.2019

Kein Halligalli im Uttinger Summerpark

In Utting hat es zwischen dem Gemeinderat und einer Projektgruppe offenbar Missverständnisse darüber gegeben, wie weit der Summerpark für einen Mehrgenerationenplatz verändert werden soll.
Bild: Thorsten Jordan/Archiv

Eine Projektgruppe hat viele Ideen für die Grünfläche am Ammerseeufer entwickelt. Viele Gemeinderäte kritisieren jedoch, dass da über das Ziel hinausgeschossen wurde.

Der Summerpark in Utting soll in seinem Charakter als Landschaftspark erhalten bleiben. Das ist der Wunsch des Gemeinderats und ist so bereits im Flächennutzungsplan festgehalten. Der geplante Mehrgenerationenplatz zum Spielen und für Aufenthalte im Freien soll deshalb auf ein 1300 Quadratmeter großes Areal, das sogenannte Dreieck, beschränkt werden, beschloss das Gremium einstimmig in seiner jüngsten Sitzung.

Die Projektgruppe machte Vorschläge für den gesamten Park

Gedanken über die gesamte Parkfläche hat sich hingegen eine Projektgruppe unter der Leitung des Spielraumplaners Peter Hohenauer gemacht. Sie setzt sich aus Vertretern verschiedener Schulen, Kindertagesstätten, des Vereins Füreinander sowie „einigen jungen Leuten, einigen Opas und Müttern“ zusammen, wie Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) sagte. Die in den Projektgruppen entwickelten Ideen wurden am 26. März öffentlich vorgestellt. Demnach sollen Sitzgelegenheiten, Spiel- und Turngeräte sowie ein Wasserspielplatz über den gesamten Summerpark verteilt angeordnet und das Gelände teilweise modelliert werden.

Das ist freilich mehr als die Beschlusslage im Gemeinderat ist: So sind im Haushalt für 2020 für den Summerpark 110.000 Euro vorgesehen. „Mit dem Budget können nur drei Themen umgesetzt werden, da jeder Bereich 20.000 bis 30.000 Euro kosten soll“, gab Andreas Streicher (CSU) zu bedenken. Bürgermeister Lutzenberger ergänzte, in der Projektgruppe sei der Eindruck entstanden, der Gemeinderat habe sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt. Unverändert sei das Gremium jedoch der Meinung, dass die Spielgeräte konzentriert im „Dreieck“ angeordnet werden sollen. Das Areal biete auch den Vorteil eines Wasseranschlusses für den Wasserspielbereich, ohne weiträumig aufgraben zu müssen. „Der Charakter des Summerparks mit seinen großzügigen Freiflächen soll erhalten bleiben“, wünsche sich der Gemeinderat.

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Kommt noch ein Riesenrad?

Peter Noll (GAL), der bei der Präsentation dabei war, sagte: „Wir wollen keinen Gesamtumbau des ganzen Parks.“ Claudia Sauter (CSU) äußerte ihr Mitgefühl für die Kinder und Einrichtungen, die gehofft hatten, dass ihre Ideen umgesetzt werden. Hohenauer habe seine Kompetenz weit überschritten, sagte Ralf Stief (CSU), indem er den Leuten diese Hoffnungen gemacht habe. „Das nächste Mal will man noch ein Riesenrad reinstellen“, unkte er. Nach Meinung von Matthias Hornsteiner (Ländliche Wählergemeinschaft) bieten die 1300 Quadratmeter jede Menge Platz für ein schönes Spielareal. „Wir wollen nicht den ganzen Landkreis heranziehen, sondern einen Spielplatz für die Uttinger gestalten“, sagte er.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Probleme im Summerpark gegeben. Kein Alkohol mehr im Summerpark Auch diesen Sommer gibt es einen Sicherheitsdienst im Summerpark

Dass der Charakter des Summerparks erhalten werden soll, findet auch Peter Hohenauer. Bei der Präsentation sei aber wohl ein anderer Eindruck entstanden, sagte er gegenüber dem LT. Da habe er eine negative Gegenstimmung gespürt. Der Gemeinderat sehe eine große Welle an Erwartungen auf sich zukommen, die nicht erfüllt werden können. Laut Hohenauer sollen die Überlegungen für den Summerpark unter dem Leitgedanken stehen, was dem Park langfristig gut tut. Jetzt könne ein Anfang auf einer bestimmten Fläche gemacht, weitere Ideen später umgesetzt werden.

Der Planer nennt die „Verträglichkeit“ als Leitmotiv

Beispielsweise könne man am Seeufer mit wenig Aufwand eine Möglichkeit zum Kneippen realisieren, eine Fläche für Gymnastik mit Ablagemöglichkeiten für Jacken und Taschen oder einen Wasserhahn in Ufernähe, an dem man die Hände oder das mitgebrachte Obst waschen kann, um es auf dem Steg zu verzehren. „Es soll nicht zu viel gemacht werden, kein Halligalli“, sagt Hohenauer. Die Verträglichkeit – der Altersgruppen untereinander und des Konzepts mit dem Charakter des Summerparks – stehe im Mittelpunkt. Für das nun auszuarbeitende Konzept gelte es auszuloten, ob es die Grundideen der Arbeitsgruppen enthalte. Diesen sei auch klar geworden, dass es sich nicht um einen Wettbewerb mit dem Ziel der Umsetzung eines Modells handle. „Es ist alles gut gelaufen“, so der Planer, „jetzt müssen wir einfach den nächsten Schritt machen.“

Kam die strenge Vorgabe erst, als die Modelle schon gebaut wurden?

Hohenauer war bereits 2014 mit der Planung eines – nicht verwirklichten – Spielraums im Tal des Lebens beauftragt worden. Laut Geschäftsstellenleiter Florian Zarbo hat die Gemeinde noch nie ein Gemeinschaftsprojekt wie für den Summerpark durchgeführt. Hohenauer habe man aufgrund seiner „tollen Ideen“ als erfahrenen Spezialisten hinzugezogen. „Dem Gemeinderat ist aufgestoßen, dass seine Präferenz nicht an alle Beteiligten weitergegeben wurde“, sagte Zarbo dem LT. Hohenauer hingegen sagte: „Die Dreiecksfläche kam als strenge Vorgabe mitten in der Bauphase der Modelle.“ Für die beteiligten Schulen – 220 Kinder aus drei Schulen, die 80 Modelle bauten – sei das Projekt auch als Teil der politischen Bildung sowie des Soziales Lernens zu verstehen. Die aus Natur- und Altmaterialien entstandenen Modelle gäben dem Gemeinderat eine Idee über die Anliegen der Beteiligten an die Gestaltung, in der sich diese später wiederfinden sollen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Gerald Modlinger. Summerpark in Utting: Weniger ist mehr

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