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Uli Hoeneß

14.03.2014

Kein „Sky“ im Landsberger Gefängnis

Die Iglinger Löwen, ein Fanklub des TSV 1860 München, haben es beim Landsberger und Iglinger Gaudiwurm auf ihrem Faschingswagen bereits geahnt und vorweggenommen: Uli Hoeneß wird wohl ins Gefängnis müssen.
Bild: Thomas Wunder

Uli Hoeneß geht nicht in Revision. Damit kommt zurückgetretene Bayern-Präsident ins Landsberger Gefängnis.

Am Dienstag bejubelte Uli Hoeneß noch in der Allianz-Arena das 1:1 der Bayern gegen den FC Arsenal. Damit steht Bayern im Champions-League-Viertelfinale. Ob „seine Münchner“ den Titel verteidigen können, das dürfte Hoeneß noch live verfolgen können – doch in der nächsten Saison könnte das anders aussehen: In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Landsberg gibt es nämlich kein „Sky“.

Zu dreieinhalb Jahren Haft war Hoeneß gestern verurteilt worden. Am Freitag gab er nun bekannt, nicht er nicht in Revision gehen wolle. Somit bekommt die JVA Landsberg einen weiteren Prominenten Insassen.

Der „Vollstreckungsplan für den Freistaat Bayern“ regelt nämlich die Verteilung der Häftlinge auf die einzelnen Anstalten. Entscheidend sind die Zugehörigkeit zum Amtsgerichtsbezirk und die Höhe der Strafe.

Hoeneß, der in Bad Wiessee wohnt, gehört dem Amtsgerichtsbezirk Miesbach an. Damit kommen bei einem Erstvollzug (der Täter hat zuvor noch keine Strafe mit mehr als drei Monaten abgesessen) die Gefängnisse in Bernau (Chiemsee) und Landsberg in Betracht. Und da die Haft über drei Jahre beträgt, muss Hoeneß wohl nach Landsberg.

Dort wäre er nicht der erste prominente Insasse: Vor einigen Jahren hatte noch Karl-Heinz Wildmoser jr. seine Strafe in Landsberg abgesessen, auch Oetker-Erpresser Dieter Zlof verbüßte in Landsberg seine Strafe ebenso wie Journalist Michael Graeter. Dass Adolf Hitler in der JVA Landsberg sein Buch „Mein Kampf“ verfasste, ist praktisch in allen Geschichtsbüchern Thema.

Andere Regeln gelten aber für „prominente“ Straftäter nicht, wie Regierungsdirektor Dr. Harald Eichinger von der JVA Landsberg betont. „Es gelten die Vorgaben des bayerischen Vollstreckungsplans“, und damit würden alle Insassen gleich behandelt.

Kein Receiver und kein Handy

Das bedeutet unter anderem, dass den Häftlingen kein Fernseher gestellt wird. „Sie müssen sich selber einen Fernseher kaufen und können damit dann die üblichen Kabel-Programme empfangen“, sagt Eichinger. Auch die Kabel-Gebühren müssen von den Häftlingen getragen werden. Da für den Bezahlsender Sky aber ein Receiver benötigt werde, könne dieser nicht empfangen werden. Auch was Telefone betreffe, seien die Regeln eindeutig. Handys beispielsweise sind nicht erlaubt, da die Häftlinge damit unkontrollierbar mit der Außenwelt in Kontakt treten könnten. „Der Kontakt kann durch Briefe und Besuche aufrechterhalten werden“, sagt Harald Eichinger.

Außerdem gebe es einen Telefonraum, in dem die Häftlinge unter Aufsicht telefonieren könnten. In der Justizvollzugsanstalt ist Uli Hoeneß natürlich auch ein Thema – zuletzt hatten sich die Nachfragen der Medien gehäuft, sagt Eichinger. Doch für alle gelte das Gleiche: Nur grundsätzliche Regeln werden bekannt gegeben, aus Datenschutzgründen gibt es keine weiteren Angaben.

Ob also Bayern-Präsident Uli Hoeneß – sollte er tatsächlich seine Haftstrafe antreten müssen – die ehemalige Zelle des „Löwen“ Karl-Heinz Wildmoser jr. beziehen muss, wird man vermutlich nie erfahren.

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