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Landsberg

23.11.2017

Keine Betonpoller zum Christkindlmarkt

Bald startet der Landsberger Christkindlmarkt wieder.
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Bald startet der Landsberger Christkindlmarkt wieder.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Warum die Stadt Landsberg von Sicherheitsbarrieren rund um den Hauptplatz absieht. Wir haben beim Ordnungsamt nachgefragt.

In acht Tagen startet der Landsberger Christkindlmarkt. Während andere Städte wie München oder Friedberg derzeit umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen treffen und zum Beispiel Betonpoller zum Schutz vor möglichen Anschlägen errichten, ist in Landsberg nichts Derartigen geplant. Das hat eine Nachfrage beim Städtischen Ordnungsamt ergeben.

Bieten provisorische Poller Sicherheit?

Die Bilder sind noch präsent: 19. Dezember 2016. Ein islamistischer Attentäter steuert in Berlin mit einem gestohlenen Sattelzug durch einen Weihnachtsmarkt. Elf Besucher sterben, 55 werden verletzt. Auch ein mögliches Szenario im beschaulichen Landsberg? Ein Sattelzug könnte von der Neuen Bergstraße ungehindert auf den Hauptplatz fahren, wo die ersten Buden nur wenige Meter hinter der Fahrbahn stehen. „Wir haben uns im Vorfeld des Marktes mit der Polizei abgesprochen. Wir werden weder bauliche noch sonst welche Hindernisse aufstellen“, sagt Ernst Müller vom Ordnungsamt. Provisorische Betonpoller, wie sie in anderen Städten aufgestellt werden, würden keinen Schutz bieten.

Müller verweist auf eine TV-Reportage, in der getestet worden sei, was passiert, wenn ein Sattelzug gegen rund zweieinhalb Tonnen schwere Betonpoller fährt. Die Schutzwirkung sei verpufft. Im Gegenteil: Die Betonbauteile seien wie Geschosse zur Seite geschleudert worden und der Lkw habe sich seinen Weg gebahnt.

Die Stadt will ein Verkehrschaos verhindern

Deshalb ziehe man eine vorübergehende Pollerlösung nicht in Erwägung. Zu Großveranstaltungen mit gleichzeitig mehr als 1000 Besuchern auf dem Hauptplatz wie am Lumpigen Donnerstag oder beim Stadtfest wurden Lastwagen des Bauhofs als Sicherheitsbarrieren an den Zufahrten zum Hauptplatz aufgestellt. Diese Lösung scheide beim mehr als drei Wochen gehenden Christkindlmarkt jedoch aus. „Der Markt beginnt unter der Woche um 16 Uhr und an den Wochenenden noch früher. Das würde bedeuten, dass der Hauptplatz komplett gesperrt ist. Und das würde in der Vorweihnachtszeit absolutes Chaos auslösen“, sagt Müller.

Der Leiter des Ordnungsamtes spricht aber auch andere Bedrohungslagen an. So könnten Attentäter beispielsweise eine Explosion auslösen. Und um die Besucher des Marktes zu kontrollieren, müsste man Bauzäune rund um das Gelände aufstellen und Personenkontrollen durchführen. „Und dann ist die Frage, ob die Feste noch ihren Charakter haben“, so Müller weiter, „100-prozentige Sicherheit kann man nicht garantieren.“ Eine Scheinsicherheit bringe nichts. Nichtsdestotrotz habe die Polizei verstärkte Präsenz auf dem Christkindlmarkt angekündigt.

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