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Vortrag

26.02.2013

Kokosfasern und Co. statt Torf

Gartenbauverein Kinsau lud ein

Kinsau „Gärtnern ohne Torf, Möglichkeiten für den Privatgarten“ war das Thema eines Vortrags, zu dem der Gartenbauverein Kinsau geladen hatte.

Referent Hans Streicher vom Kreisverband Landsberg schilderte, welche Folgen der Torfabbau und die damit verbundene Entwässerung für die Natur und das Klima habe. Die Moore seien Zeugen einer Vegetationsgeschichte, die vor 12000 Jahren mit dem Ende der Eiszeit begann. Sie wüchsen sehr langsam, nur einen Millimeter pro Jahr. Ungleich schneller gehe die Zersetzung voran, wenn durch den Wasserentzug das konservierte pflanzliche Material unter Sauerstoffeinfluss oxidiert, nämlich zwei Zentimeter pro Jahr. Dadurch entweiche klimawirksames Kohlendioxid in die Atmosphäre, das im intakten Moor dauerhaft gebunden bliebe. Zusätzlich werde das weitaus klimaschädlichere Lachgas freigesetzt.

„Ursprünglich war drei Prozent der Landesfläche Bayerns von Mooren bedeckt. Gerade einmal fünf Prozent dieser Moore können heute noch als intakt angesehen werden“, so Streicher weiter. Daraus entstehe die Notwendigkeit, diese Moore, und nicht nur die in Bayern, zu schützen und dem Torfabbau für Gartenzwecke entgegenzuwirken. Die Landesanstalt in Weihenstephan arbeite seit Jahren an Lösungen, die zumindest für den privaten Gartenbau auch bereits zur Verfügung stünden. So seien im Handel torffreie Produkte verfügbar. Man müsse nur nachfragen. Wer die Möglichkeit habe, solle selbst kompostieren.

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„Einjähriger Kompost ohne Holzasche ist für den Gemüsegarten geeignet. Holzasche gehört übrigens nicht in den Kompost, Holz enthält sehr viel Kalk, der auch in der Asche enthalten ist“, so der Referent. „Kalk verfestigt den Boden. Für Blumenerde ist Kompost daher weniger geeignet, dafür kann man Rindenhumus oder Produkte aus Kokosfasern verwenden, oder mindestens drei Jahre lang gelagerten Kompost, weil dann der Kalk bereits ausgeschwemmt ist.“

Kompost könne auch direkt von den Kompostieranlagen erworben werden. Er sei garantiert unkrautfrei, weil durch die Rotte in großen Mengen eine Temperatur von mindestens 70˚C entsteht, welche die Samen absterben lässt.

Rhododendren brauchen kalkfreie Erde

Auch Rhododendren und Azaleen bräuchten keinen Torf. Sie wüchsen auch nicht im Moor. Sie benötigten allerdings kalkfreie Erde. Streicher: „Eichen- und Walnusslaub, auch Fichten- und Kiefernnadeln ergeben einen sauren Kompost, der für alle sogenannten Moorbeetpflanzen bestens geeignet ist.“

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