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Gesundheit

20.02.2021

Kommunen bleiben auf FFP2-Masken sitzen

Die Landkreisgemeinden verteilen kostenlos Masken. Doch die Nachfrage ist gering

Die Bilder aus dem Dezember sind vielen wahrscheinlich noch in Erinnerung: Vor den Apotheken bildeten sich vielerorts in Deutschland Schlangen, weil FFP2-Schutzmasken kostenlos für Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranke inmitten der Corona-Pandemie verteilt wurden. Wohl auch aufgrund dieser Erfahrungen rechneten die Gemeinden im Landkreis Landsberg mit ähnlich großen Interesse an einer Aktion des Gesundheitsministeriums und bereiteten sich vor. Doch es kam anders.

Der Freistaat stellte rund eine Million FFP2-Masken für pflegende Angehörige zur Verfügung. Davon gingen 9000 ans Landratsamt Landsberg, das die Masken wiederum an die Kommunen weiterleitete, die diese ausgeben. Ernüchterung herrscht bei der Stadt Landsberg, wie Simone Sedlmair, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, sagt. „Der personelle Aufwand war sehr hoch, die Resonanz leider gering. Die Stadt Landsberg hat 2239 Masken erhalten und davon 105 ausgegeben.“ In der Kreisstadt lief die Verteilung eine Woche an zwei Standorten, die „gut zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar waren“, sagt Sedlmair. Der erste befand sich am Hauptplatz, Höhe Salzgasse, und der zweite auf dem Parkplatz vor der Eissporthalle. An beiden Orten seien für die Ausgabe extra hölzerne Marktstände aufgestellt und städtisches Personal abgestellt worden.

Zur Ausgabe der Masken wurde das Schreiben der Pflegekasse mit der Feststellung des Pflegegrades der Pflegebedürftigen als Nachweis benötigt. Als Reaktion auf die geringe Nachfrage hat die Stadtverwaltung das System nun umgestellt, berichtet Sedlmair: „Mittlerweile läuft die Verteilung so, dass wir die Anfragen sammeln und auf den nächsten Ausgabetermin an den beiden Standorten Hauptplatz und Sportzentrum am Montag, 22. Februar, verweisen. Dann wird die Abholung von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr möglich sein. Sehr überschaubar war die Nutzung des kostenlosen Angebots auch in den beiden Marktgemeinden, wie eine LT-Nachfrage ergab. In Kaufering wurden von den 783 Masken nur 75 abgeholt. Noch weniger waren es laut Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer in Dießen. Von den rund 900 Masken wurden 33 ausgegeben. „Dabei haben wir im Landsberger Tagblatt sogar noch ein weiteres Mal auf das Angebot hingewiesen und auch auf unserer Internetseite darauf aufmerksam gemacht, als wir gemerkt haben, dass es fast keine Resonanz gibt.“

Auch im Penzinger Bürgerbüro ist von „mäßigem Interesse“ an der Aktion die Rede. In Gemeinden mit ehrenamtlichen Bürgermeistern stellt sich die Situation ähnlich dar. In Thaining beispielsweise wurden sechs der 82 Masken abgeholt. Bürgermeister Leonhard Stork sagt, er habe „keine Erklärung, warum es so wenig in Anspruch genommen wird“. Abgeholt werden könnten die Masken zu den Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung im Rathaus.

Einen möglichen Grund, warum die Ausgabe schleppend läuft, nennt Schwiftings Bürgermeisterin Heike Schappele: „Aus Gründen des Datenschutzes weiß ich gar nicht, wer alles Anspruch hat. Sonst könnte die Gemeinde hier aktiv unterstützen.“ Wer pflegebedürftig ist, das wissen nur die Pflegekassen. Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamts, glaubt, dass die Nachfrage wegen „Aktionen der Bundesregierung und der Krankenkassen nicht mehr so groß“ sei. Auch das Landratsamt hatte kürzlich noch einmal eine Pressemitteilung verschickt, in der darauf hingewiesen wurde, dass die FFP2-Schutzmasken in den Rathäusern der Kommunen abgeholt werden können. „Wir lassen jetzt noch eine gewisse Zeit verstreichen und danach können die Kommunen entscheiden, wem sie die übrigen Masken geben wollen.“ Vor Ort gibt es dazu bereits konkrete Ideen. Dießens Geschäftsstellenleiter denkt dabei an den Kindergarten und Schwiftings Bürgermeisterin an die Feuerwehr oder die Tagespflegeeinrichtung im Ort. (chmü)

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