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Scheuring

08.08.2020

Kontrolle: Badespaß endet in Scheuring abrupt

Der Grill- und Badeplatz bei der Lechstaustufe 20 bei Scheuring zieht bei heißen Temperaturen viele Erholungssuchende an. Ein fehlerhaftes Informationsblatt sorgte bei den Badegästen allerdings für Unmut. 
Bild: Christian Rudnik

Plus Mitarbeiter des Landratsamts holen in Scheuring Erholungssuchende aus dem Lech. Auch die Polizei ist vor Ort. Naturschutz contra Freizeitspaß.

Eine gemeinsame Aktion der Unteren Naturschutzbehörde und der Polizei sorgte im Juli in Scheuring bei Badegästen am Lech für Erstaunen und Unmut und beschäftigte jetzt auch den Gemeinderat. Bei der Aktion wurden Gäste nämlich aufgefordert, das Wasser zu verlassen, und ein verteiltes Informationsblatt sorgte für reichlich Unmut.

Darauf ist zu lesen, dass in dem Bereich der Lechstaustufe 20, wo sich der Badeplatz befindet, das Baden zeitweise nicht erlaubt sei. Grundlage ist die Verordnung Lechtal Nord, in der geregelt ist, was zwischen dem 1. März und 31. Juli an den Staustufen 18 bis 20 erlaubt ist und was nicht. Diese liegen im Landschaftsschutzgebiet. An den Staustufen in Prittriching und Unterbergen gelten die strengen Regeln laut Flyer das ganze Jahr. Scheurings Bürgermeister Konrad Maisterl hakte diesbezüglich bei der Unteren Naturschutzbehörde nach: „Hier ist ein Fehler passiert, wie ich im Gespräch mit einem Mitarbeiter erfahren habe. Das Baden ist – anders als auf dem Flyer angegeben – erlaubt, nicht aber das Befahren des Lechs mit Kanus, Booten, durch Stand-up-Paddler und mit Schwimmkörpern aller Art.“

An zwei Wochenenden wird an Lech und Ammersee kontrolliert

Laut Anna Diem, Pressesprecherin des Landratsamts, sollen mit der Verordnung unter anderem blühende Pflanzen und brütende Tiere geschützt werden.“ Bei der gemeinsamen Aktion von Polizei und Landratsamt sei es vor allem darum gegangen, die Nutzer vor Ort aufzuklären und zu sensibilisieren, ergänzt Diem. „Wir haben gemerkt, dass mehr Menschen in die Natur drängen seit der Lockerung der Corona-Beschränkungen. Auf die Folgen haben wir an zwei Wochenenden am Lech und am Ammersee gemeinsam mit der Polizei hingewiesen.“ Aufgeschrieben wurden in dem Zuge auch diverse Autofahrer, die ihren Pkw nicht auf den dafür vorgesehenen Flächen abgestellt hatten.

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Laut Michael Strohmeier, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, wurde allerdings keines der Fahrzeuge abgeschleppt. Es gab aber mehrere Anzeigen. Ob die Betroffenen nun ein Verwarn- oder ein Bußgeldverfahren erwarte, das entscheide das Landratsamt, das die Schwere der Verstöße gewichte, so Strohmeier. Bei einem Bußgeldbescheid sind die Kosten höher, weil der Verursacher zusätzlich noch die Bearbeitungsgebühr bezahlen muss.

Einigen Gästen des Badeplatzes in Scheuring droht ein Bußgeld

Die Auswertungen liefen noch, weswegen derzeit noch nicht gesagt werden könne, wie viele Verfahren eingeleitet werden“, informierte Pressesprecherin Anna Diem auf Nachfrage des LT. Grundsätzlich stehe für die Behörde die Sensibilisierung für den Naturschutz im Vordergrund, nicht die Bestrafung. Die meisten angesprochenen Bürger hätten sich auch einsichtig gezeigt.

Dass kontrolliert wird, befürwortet auch Scheurings Bürgermeister. Dass es inzwischen in Scheuring am Badeplatz immer voller werde, mit allen damit verbundenen Problemen, wie fehlendem Parkraum und wenig Platz für die vielen Menschen, führt er vor allem aufs Internet zurück. „Dort wird unsere Badestelle empfohlen und es parken viele Autos mit Augsburger, Münchner und Starnberger Kennzeichen bei uns. In Gesprächen höre ich, dass die Scheuringer über den extremen Zulauf nicht begeistert sind. Auch das wilde Campen hat zugenommen.“ Damit klarer wird, was in welchem Bereich erlaubt beziehungsweise verboten ist, wünscht sich Konrad Maisterl zudem ausführlichere Hinweisschilder. Ein Schild, das nur darauf hinweise, das sich dort ein Landschaftsschutzgebiet befindet, reiche nicht.

Das Landratsamt bewertet die Aktion an Lech und Ammersee als „erfolgreich“ und wichtige Unterstützung für die ehrenamtlich im Landkreis tätigen Naturwächter, die laut Pressesprecherin wegen der derzeit sehr intensiven Nutzung der Natur „ziemlichen Druck ausgesetzt“ seien, wenn sie Mitbürger zur Einhaltung der Regeln aufforderten.

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