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Asyl

16.02.2015

Kosovaren kommen nach Bischofsried

Im ehemaligen Drogentherapiezentrum in Bischofsried bei Dießen sollen 50 Personen aus dem Kosovo untergebracht werden. Die ersten kamen gestern an.
Bild: Gerald Modlinger

Der Zustrom aus dem Balkanstaat hält an. Landratsamt wurde heute informiert

Seit Anfang Februar flüchten immer mehr Menschen aus dem Kosovo. Die Regierung von Oberbayern bezeichnet den Anstieg der Asylsuchenden aus dem Balkanstaat als „dramatisch“. Die Einrichtungen für die Erstaufnahme seien voll. Und so hat die Regierung den Winternotfallplan teilweise in Kraft gesetzt. Sporthallen werden mit Flüchtlingen belegt. Auch im Landkreis Landsberg werden Kosovaren untergebracht. Die ersten von 50 Asylsuchenden kamen heute in Bischofsried bei Dießen an.

Dass am Rosenmontag Flüchtlinge im ehemaligen Drogentherapiezentrum in Bischofsried einziehen würden, hatte Landrat Thomas Eichinger bereits vor einer Woche bei einer Infoveranstaltung in Dießen mitgeteilt. Dass nun 50 Personen aus dem Kosovo in der zweitgrößten Asylunterkunft im Landkreis untergebracht werden sollen, erfuhren die Verantwortlichen im Landratsamt erst heute, wie Pressesprecher Wolfgang Müller auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts mitteilt.

Für die Asylsuchenden war in der im Jahr 2013 geschlossenen Therapieeinrichtung des Roten Kreuzes in den Wochen zuvor noch Hand angelegt worden. So baute das Rote Kreuz unter anderem in den vier Häusern drei zusätzliche Küchen ein und nahm kleinere Renovierungsarbeiten vor. Gestern zogen die ersten neuen Bewohner ein, wie Wolfgang Müller sagt.

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„Der Winternotfallplan greift bei uns nicht“, sagte Landrat Thomas Eichinger ( CSU) auf Nachfrage. Der Landkreis habe sein Kontingent vorerst erfüllt. Neben Bischofsried waren der Regierung von Oberbayern auch Standorte in St. Ottilien und Hurlach benannt worden, wie Wolfgang Müller mitteilt. Vergangene Woche waren die oberbayerischen Landratsämter und kreisfreien Städte aufgefordert worden, aktuelle Kapazitäten zu nennen. Einrichtungen in Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck) und im Olympiastadion in München sind nach Angaben der Regierung von Oberbayern bereits in Betrieb. Weitere Gesprächen würden mit den Landratsämtern von Rosenheim, München und Dachau geführt. Dort werden Sporthallen bereitgehalten.

Indes wird Kritik an Freistaat und Bund laut. „Die bayerischen Landkreise tun alles, um ihre Aufgaben in Sachen Winternotfallplan zu erfüllen“, sagt Christian Bernreiter, der Präsident des Bayerischen Landkreistages. Angesichts der Dimension des Flüchtlingsansturms reiche es aber nicht aus, nur weitere Unterkünfte bereitzustellen. Bernreiter fordert vielmehr, dass der Zustrom von Asylbewerbern aus dem Westbalkan von Freistaat und Bund schnell geregelt werden muss. Dazu gehöre, den Kosovo zu einem sicheren Herkunftsstaat zu erklären und damit die Grundlage eines Asylverfahrens zu entziehen.

Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin (CSU) hat die Flüchtlinge aus dem Kosovo als „Winterurlauber“ bezeichnet. Sie gehörten nicht zu jenen Asylsuchenden, die eine Chance auf Anerkennung hätten und würden in ihrem Heimatland nicht existenziell bedroht. Vielmehr würden sie Schleuserbanden auf den Leim gehen. Nach Angaben der Regierung von Oberbayern stammen drei Viertel der neu angekommenen Flüchtlinge aus dem Kosovo.

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