1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Kratzerkeller: Der Investor will seine Pläne ändern

Landsberg

20.02.2019

Kratzerkeller: Der Investor will seine Pläne ändern

Das ehemalige Gäststättengebäude soll abgerissen werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Der Kratzerkeller in Landsberg soll einem Neubau weichen. Die aktualisierten Pläne stoßen im Stadtrat auf wenig Gegenliebe - der Investor will reagieren.

Mammutsitzung im Landsberger Stadtrat. Zankapfel: die Pläne für den Kratzerkeller. Diese wurden in aktualisierter Form vorgelegt. Außerdem soll das Verfahren in einem sogenannten Vorhabenbezogenen Bebauungsplan laufen.

Was einige Stadtratsmitglieder massiv störte, war eine „zu massive Bebauung“. Von dieser sprachen unter anderem die UBV-Mitglieder Christoph Jell und Dr. Reinhard Steuer. Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) monierte, dass sein Fragenkatalog, den er bereits im Herbst 2018 eingereicht habe, bislang nicht beantwortet worden sei. Felix Bredschneijder (SPD) zeigte sich alles andere als ein Freund des geplanten Boarding House.

Kratzerkeller soll abgerissen und neu gebaut werden

Wie mehrfach berichtet, soll das bestehende Gebäude, das jahrzehntelang eine Gaststätte beherbergte, abgerissen und neu gebaut werden. Erhalten werden soll der alte Bierkeller. Neu: Das Gebäude mit zwei Obergeschossen soll nun auch um gut zwei Meter erhöht und ein betreutes Wohnen im Dachgeschoss erhalten. Darüber hinaus soll in dem Gebäude ein sogenanntes Boarding House mit 23 Zimmern entstehen. Im Erdgeschoss sehen die Planungen nach wie vor einen Gastronomiebetrieb vor. Außerdem sind ein neues Gartenhaus mit Wohnnutzung im Westen geplant und ein Biergarten. Die Stellplätze sollen vorrangig in einer Tiefgarage mit mehr als 100 Plätzen untergebracht werden.

Kratzerkeller: Der Investor will seine Pläne ändern

Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) räumte nach gut einer Stunde dem Investor Rederecht ein. Und dessen Auskunft verblüffte: Denn er hänge in keinster Weise an den Plänen, eine Gastronomie zu realisieren. Ihm sei ein zurückversetzter Bau - so wie es einige Stadträte in der Vergangenheit mehrfach gefordert hatten - mit reiner Wohnraumnutzung am liebsten. Zudem halte er das alte Gewölbe nicht für schützenswert. „In eineinhalb Jahren sind wir leider keinen Schritt weitergekommen“, erklärte Jürgen Kriegel. Er sehe in dem Projekt keine Gewinnmaximierung, wie es ihm zuvor einige Stadträte unterstellt hatten. Er würde lieber so planen, wie es sich die breite Masse des Stadtrats wünschen würde.

Diese Aussage brachte Christoph Jell (UBV) in Rage. Er äußerte massive Kritik an der Verwaltung Stadtbaumeisterin Birgit Weber. „Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit von der Verwaltung. Es hat immer geheißen, der Investor will das so.“ Mathias Neuner konterte: „Da brauchen Sie nicht beleidigend zu werden.“

Letzten Endes folgte der Stadtrat einem Antrag von Berthold Lesch (CSU). Er beantragte eine Vertagung des Themas. Jetzt soll es einen Ortstermin mit dem Investor geben.

Lesen Sie auch den Kommentar: Ist der Kratzerkeller für die Katz’?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren