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Ausstellung II

14.05.2019

Künstler bekennen Farbe

Eine Art digitale Collage zeigte Helmut Vizedum in Utting. Sein am Computer geschaffenes Graffiti projizierte er auf das ehemalige Lagerhaus am Bahnhof, in dem die Ausstellung stattfand.
Bild: Romi Löbhard

Im ehemaligen Lagerhaus am Uttinger Bahnhof steht das Thema „Mut“ im Mittelpunkt. Die Umsetzung ist vielfältig

„Mehr Mut in Utting!“ Ein neues Graffiti in der Ammerseegemeinde? Wer danach sucht, tut dies vergebens. Die Außenwand des ehemaligen Lagerhauses am Bahnhofplatz sieht aus wie eh und je. Was da im Hausinnern als scheinbar reales Foto ausgestellt ist, ist nichts anderes als eine Art digitaler Collage, eine Überlagerung der Wand mit von Helmut Vizedum am Computer geschaffenem Graffiti.

Die „Fotografie“ mit dem Titel „Mehr Mut“ ist Teil der Ausstellung „Farbe bekennen, rückwärts fallen lassen“ im Rahmen der Kreiskulturtage „Mut“. 13 Uttinger Künstler haben sich Gedanken zum Thema gemacht und zeigen die dabei entstandenen Werke im Lagerhaus. Schon die Wahl des Ausstellungsortes – bröselnde Wände, verbrauchter Boden, klamme Kälte – zeugt von Mut. Selbst das undichte Dach war kein Grund, das Haus zu meiden. „Wir haben uns mit einer dem ,Armen Poeten’ nachempfundenen Installation angepasst“, meinte Christiane Noll bei der Vernissage und zeigte auf einen bunten Regenschirm in einer der Nischen.

Bürgermeister Josef Lutzenberger sagte, Mut sei, „dass du eine Handlung vornimmst, die dir einen Nachteil bringen kann – und du tust es trotzdem.“ Mit Bezug auf zwei Fotografien von Harry Sternberg, sie zeigen den jüdischen Friedhof am Ort und den Abriss der Dyckerhoffanlagen, sagte er: „Wenn wir die Zeit damals mit der heutigen vergleichen, leben wir in einer mutlosen Zeit“. „Wir müssen nicht mehr mutig sein, aber wir dürfen kreativ sein.“ Der Mut, sich rückwärts von der Erde fallen zu lassen, wie ihn Christiane Noll sichtbar gemacht hat, zeige noch eine andere wichtige, menschliche Eigenschaft, so Lutzenberger. „Ich bin fähig, Vertrauen zu haben.“

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Die Uttinger Künstler haben sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise genähert, haben mit verschiedenen Materialien ihre ganz persönlichen Gedanken verfolgt und umgesetzt. Es sind der Sprung ins Wasser (Angelika Böhm-Silberhorn) oder der Surfer im scharfen Wind (Mica Knorr-Borocco). Es ist die ängstliche Zuversicht des Geflüchteten (Kathleen Canady) und die Fähigkeit, sich in Beziehungen, „Verstrickungen“ (Meike von Arndt) einzulassen. Mut zu Neuem und grenzenloser Vielfalt, Vertrauen in eigene Fähigkeiten ist die Aussage der Siebdrucke von Barbara Burger Tanck. „Mein Schulweg“ über eine tiefe Schlucht (Svea Graf-Seidel) forderte Mut von der Schülerin. Keine Furcht vor Farbe scheint die Aussage in den Bildern von Stamatina Medrisch zu sein. In einer Video-Klang-Collage, die während der Schau in Endlosschleife läuft, hat Peter Dietz die Gedanken zum Thema Mut aller teilnehmenden Künstler eingefangen.

„Farbe bekennen, rückwärts fallen lassen“ im ehemaligen Lagerhaus am Bahnhof Utting, Öffnungszeiten bis einschließlich Sonntag, 26. Mai, Montag bis Freitag und Sonntag jeweils von 16 bis 19 Uhr.

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