Newsticker
Merkel kann mit Scholz im Kanzleramt "ruhig schlafen"
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Landkreis Landsberg: Wahl im Kreis Landsberg: Michael Kießling gewinnt - und verliert

Landkreis Landsberg
26.09.2021

Wahl im Kreis Landsberg: Michael Kießling gewinnt - und verliert

Im Starnberger Landratsamt gratulierte Martina Neubauer (Grüne) Michael Kießling (CSU) Abend zur Wiederwahl in den Bundestag.
Foto: Thorsten Jordan

Anders als bundesweit sind im Wahlkreis Starnberg-Landsberg die politischen Kräfteverhältnisse schnell klar. Der CSU-Kandidat ist weit vorne. Aber Grüne und SPD rücken auf, die FDP stagniert und AfD und Linke verlieren.

Michael Kießling (CSU) hat es wieder mit klarem Vorsprung geschafft: Er vertritt auch in den nächsten vier Jahren den Wahlkreis Starnberg-Landsberg im Bundestag – so der Stand um 22.30 Uhr, als nur noch drei Wahllokal-Ergebnisse aus Germering fehlten. Bei der Wahl erhielt er 38,1 Prozent der Erststimmen – gut vier Punkte weniger als vor vier Jahren. Und er konnte sich wie vor vier Jahren persönlich besser schlagen als seine Partei. Die CSU sackte bei den Zweitstimmen erneut ab – von 38,5 auf 32,1 Prozent. „Es sieht ganz gut aus“, bewertete er den Zwischenstand, als etwa die Hälfte der 366 Wahllokale im Wahlkreis ausgezählt waren. Setze sich der Trend fort, sei er „positiv überrascht“, wenngleich er sich für die Partei doch etwas mehr gewünscht habe.

Nach mehr hatte es vor einigen Wochen auch noch für die Grünen ausgesehen, aber im Wahlkreis landete die Partei mit 18,1 Prozent der Zweitstimmen zumindest klar auf Platz zwei. Die Grünen konnten die FDP überholen, die im Wahlkreis entgegen dem Bundestrend gegenüber 2017 sogar leicht zurückfiel und mit 13,3 Prozent auf Rang vier kam. Mit einem Zugewinn von drei Prozentpunkten konnte die SPD (15,8 Prozent) sich auf Platz drei verbessern. AfD und Linke verloren mehr als ein Drittel beziehungsweise die Hälfte ihrer Stimmen von vier Jahren.

Überschwänglich schien sich unter den zwei Dutzend Anwesenden bei der coronabedingt übersichtlichen Wahlparty im Starnberger Landratsamt niemand zu freuen, zumal im Laufe des Abends anhand der Bayern-Hochrechnung deutlich wurde, dass es für die SPD-Bewerberin Carmen Wegge und die FDP-Kandidatin Britta Hundesrügge schwer werden würde, über ihre Listenplätze 20 und 18 in den Bundestag zu kommen. Hundesrügge jedenfalls hakte einen Sitz in Berlin mit Blick auf bayernweit knapp elf Prozent ab. „Wir hätten 13,5 bis 14 Prozent gebraucht“, sagte sie. Auch 2017 hatte es nicht geklappt und die Wahl in den Landtag ein Jahr später verpasste sie ganz knapp.

Einige Kandidaten sind im Landratsamt Starnberg

Als um 18 Uhr über die Bildschirme im Landratsamt die ersten Prognosen gingen, war der Sitzungssaal im Landratsamt noch ziemlich leer. Neben dem „basis“-Kandidaten Manfred Heinlein aus Dießen waren lediglich der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling und die beiden Landräte Thomas Eichinger und Stefan Frey (beide CSU) pünktlich gekommen. Weil sich erst einmal außer dieser Prognose nicht viel tat, verschwand Eichinger auch bald wieder zum Abendessen im „Gallo Nero“, dem „Schwarzen Hahn“, in Starnberg. Die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse verbuchte Eichinger als „ernüchternde Erfahrung“. Aus dem Zuwachs der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz las er ein „Weiter so“ heraus.

Lesen Sie dazu auch

Kurz nach 18.30 Uhr liefen die ersten vier Ergebnisse aus Wahllokalen in Dießen, Finning, Penzing und Weil ein. Da lag Michael Kießling bei 42 Prozent der Erststimmen und entsprechend entspannten sich seine Gesichtszüge. Doch es waren nur Momentaufnahmen aus eher ländlich geprägten Teilen des Wahlkreises. Je länger der Abend wurde, umso deutlich verharrte Kießlings Stimmenanteil unter 40 Prozent und der der CSU näherte sich Richtung 30 Prozent. Richtige Begeisterung löste das nicht aus.

Michael Kießling ist erleichtert nach seiner Wiederwahl

In Kießlings Einschätzung mischte sich einerseits Erleichterung darüber, dass die CSU nicht so starke Einbußen erlitt, wie es nach Umfragen noch vor ein, zwei Wochen ausgesehen hatte. Andererseits, betonte Kießling, „ist der Anspruch der CSU anders. Wir sind eine Volkspartei und haben ein Ziel von 40 oder über 40 Prozent“. Eine Prognose zur Regierungsbildung in Berlin gab Kießling nicht ab. Dagegen machten Grünen-Kandidatin Martina Neubauer und Britta Hundesrügge von der FDP klar, um was es nun für ihre Parteien gehen werde – nämlich in die Regierungsverantwortung zu kommen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.