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Landkreis Landsberg

07.07.2019

Landsberg: Die Baulandpreise sind weiter im Höhenflug

Rund um die Alte Bergstraße in Landsberg werden die höchsten Grundstückpreise bezahlt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Besonders stark ist der Anstieg der Bodenrichtwerte in den ländlichen Gemeinden im Landkreis Landsberg. In einer Gemeinde wurde die Marke von 1000 Euro für den Quadratmeter Bauland geknackt.

Der seit zehn Jahren anhaltende deutliche Anstieg der Grundstückspreise im Landkreis hat sich in den Jahren 2017/18 noch etwas beschleunigt. Das geht aus der vor Kurzem veröffentlichten Bodenrichtwertliste des Landratsamts hervor. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 wurde ein landkreisweiter Durchschnitt von 316 Euro pro Quadratmeter Wohnbauland ermittelt, das sind 26 Prozent mehr als die 250 Euro zwei Jahre zuvor. Dabei fällt vor allem auf, dass es kaum noch preisgünstige Regionen im Landkreis gibt. Denn in den ländlichen Gemeinden lag der Preisanstieg meist höher als in den hochpreisigen Gebieten in Landsberg, am Ammersee und in S-Bahn-Nähe.

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Überdurchschnittlicher Anstieg in Thaining

Hatte man bis 2016 im Südwesten und Nordwesten des Landkreises noch ganz gute Chancen gehabt, für weniger als 200 Euro pro Quadratmeter Bauland kaufen zu können, gibt es jetzt genau noch zwei Ortschaften mit einem Bodenrichtwert kleiner als 200: Das sind Dienhausen und Seestall mit jeweils 180 Euro pro Quadratmeter. Besonders augenfällig ist der überdurchschnittliche Anstieg in den ländlichen Ortschaften in Thaining erkennbar. Hier machte der Bodenrichtwert den größten Satz im Landkreis: Er stieg um 86 Prozent von 150 auf 280 Euro. Damit ist Thaining mit Issing nun unter den südlichen Landkreisgemeinden nach Leeder (300 Euro) der teuerste Ort. Besonders stark stiegen Richtwerte auch in den Fuchstalgemeinden und Rott an (in Rott um 80 Prozent von 150 auf 270 Euro). Je näher man vom Süden her nach Landsberg kommt, umso teurer wird es: Hofstetten und Pürgen liegen bei 340 und 370 Euro, Schwifting bei 430 Euro.

Penzing legt um 43 Prozent zu

In Landsberg selbst gehen die Bodenrichtwerte weit auseinander. Das teuerste Pflaster ist die Altstadt, dort wiederum werden auf dem Berg und rund um die Alte Bergstraße mit bis zu 4700 Euro pro Quadratmeter die höchsten Preise bezahlt. Im übrigen Gebiet der Kernstadt sind es 800 (2016: 600) Euro, in den Stadtteilen reicht die Spanne von 280 (Ellighofen) bis 450 Euro (Reisch). Geht man von Landsberg nach Norden, wird es wieder etwas billiger. Penzing legte in zwei Jahren um 43 Prozent von 280 auf 400 Euro zu, Egling im selben Maß von 230 auf 330 Euro und Schwabhausen um 40 Prozent von 250 auf 350 Euro. Die Bodenrichtwerte für Kaufering betragen 580 (Westen) und 400 Euro (Osten). Am nordwestlichen Rand des Landkreises wird Bauland mit 300 oder weniger Euro pro Quadratmeter bewertet, Scheuring liegt bei 260 Euro.

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So ist die Lage auf dem Immobilienmarkt: So dramatisch ist die Lage auf dem Landsberger Immobilienmarkt

Höchstpreise für Bauland mussten auch in den vergangenen beiden Jahren in den Ammersee-Gemeinden bezahlt werden, allerdings blieb der prozentuale Anstieg eher etwas unter dem Landkreisdurchschnitt. Traditionell ist es in Schondorf östlich der Bahnlinie am teuersten. Erstmals wurde hier zuletzt die 1000-Euro-Marke genommen. 1050 Euro sind dort der aktuelle Richtwert. 2016 waren hier erst 800 Euro erreicht worden. Auf Platz zwei und drei folgen am Ammersee Oberschondorf und Utting mit jeweils 900 Euro, 2016 waren hier schon 720 bis 900 Euro angeschrieben. Etwas günstiger ist Bauland in Dießen (820 Euro), Rieden/Riederau (750 Euro) und Eching (650 bis 800 Euro). Eher moderat gestiegen sind die Bodenrichtwerte in den Autobahngemeinden. In Windach etwa legte der Wert lediglich um 16 Prozent von 450 auf 520 Euro zu. Zum Teil noch teurer sind die S-Bahn-Dörfer Geltendorf und Eresing mit Richtwerten von 640 und 520 Euro.

Seit 1986 den Wert fast verzehnfacht

Sind schon innerhalb von zwei Jahren deutliche Preissteigerungen erkennbar, fällt dies in einem längerfristigen Beobachtungszeitraum noch mehr auf. Seit 1986 hat sich der Wert von Bauland in der Stadt Landsberg fast verzehnfacht. Damit können sich Grundbesitzer noch einer etwas besseren Performance erfreuen als jemand, der 1986 in die 30 Aktien des Deutschen Aktienindex Dax investiert hatte. Grundbesitzer in den Landkreisgemeinden mussten sich im selben Zeitraum jedoch mit einem geringeren Wertzuwachs begnügen. Auf dem Land stiegen die Preise nur um das 4,76-fache.

Noch größere Preissteigerungen wie in den vergangenen Jahren gab es übrigens auch in den acht Jahren von 1986 bis 1994. Damals verdreifachten sich die Preise. Bis 2010 passierte dann nicht viel, in den Dörfern fielen die Bodenrichtwerte sogar um mehr als 20 Prozent, während seit 2010 wieder eine Verdreifachung (Stadt) beziehungsweise Verdopplung zu verzeichnen war.

Die Werte ermittelt ein Gutachterausschuss

Die Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre von einem 16-köpfigen Gutachterausschuss ermittelt. Diesem gehören drei Mitarbeiter des Landratsamts sowie Vertreter der Banken, der Immobilienwirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft an. Das Gremium wertet sämtliche Immobilien-Kaufverträge aus. Im vergangenen Jahr waren dies rund 1500 Geschäfte, sagt Herbert Mayr, der stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses. Die Richtwerte, betont Mayr, stellten jedoch keine Absolutwerte für jedes bebaubare Grundstück dar. Sie orientierten sich an einem Muster mit einer Größe von etwa 500 bis 700 Quadratmetern und einer Geschossflächenzahl von 0,5. Die Folge: Kleine, dichter bebaubare Parzellen können im Einzelfall teurer sein als große mit wenig Baurecht.

Die Richtwerte liegen in den nächsten vier Wochen im Landratsamt und in den Gemeindeverwaltungen zur Einsicht aus und sind gegen eine Gebühr auch gedruckt oder digital erhältlich.

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier: Baulandpreise: Das Ende der Fahnenstange?

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