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Landsberg

18.05.2020

Landsberg: Gastro-Start mit Meterstab und Schutzmaske

Nachmessen im Wirtshaus am Spitalplatz: (von links) Petra Kohler-Ettner mit Ernst Müller und Alexander Schöllhorn von der Stadtverwaltung.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Seit Montag dürfen Gaststätten im Außenbereich wieder bewirten. Für Wirte und Gäste gibt es klare Regeln. Das LT war in der Landsberger Altstadt unterwegs und hat den Neustart begleitet.

Wohl selten hatten die Gastwirte im Landkreis Landsberg den Meterstab häufiger in der Hand als in den vergangenen Tagen. Und auch gestern Vormittag war er oft im Einsatz. In der Landsberger Innenstadt waren Abteilungsleiter Ernst Müller und seine Kollegen vom Ordnungsamt unterwegs und nahmen Maß. Kann der Mindestabstand von 1,5 Metern von Gast zu Gast eingehalten werden? Eine von vielen Fragen beim Start der Gastronomie nach der coronabedingten Schließung. Seit Montag darf wieder bewirtet werden, allerdings nur im Außenbereich. Und das ist mit Auflagen verbunden.

Für Valentina Hamberger, die Wirtin der „Villa Rosa“ im Landsberger Vorderanger, begann der erste Tag nach der Corona-Zwangspause mit einer Überraschung. Dort, wo sie Tische und Stühle für ihre Gäste aufstellen wollte, stand der mit Kies beladene Anhänger einer Baufirma. Die Nachfrage beim Ordnungsamt ergab, dass die Firma dort bis 25. Mai stehen darf. Hamberger hatte aber die mündliche Zusage, dort bewirten zu dürfen. Einige Stunden später wurde beim Rundgang von Ernst Müller und seinen Kollegen eine Lösung gefunden, die beide Seite zufriedenstellt.

Bild: Julian Leitenstorfer

Valentina Hamberger und ihr Lebensgefährte Thorsten Erdt können im Außenbereich ihres kleinen Lokals 24 Personen bewirten. Neben den bisherigen Plätzen kamen acht dazu, unter anderem auf der Straße. „Wir wollten den Wirten entgegenkommen, wo es machbar ist“, sagt Ernst Müller, der Leiter des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Das sieht man unter anderem auch auf dem Hauptplatz und auf dem Hellmairplatz. Die Flächen, auf denen die Gastronomen ihre Tische und Stühle aufstellen dürfen, haben sich deutlich vergrößert.

Landsberg: Gastro-Start mit Meterstab und Schutzmaske
Bild: Julian Leitenstorfer

Bei einem Runden Tisch im Festsaal des Historischen Rathauses haben Müller und seine Kollegen das mit den Wirten im Vorfeld besprochen. Dabei seien auch alle anderen Fragen beantwortet worden, die sich beim Neustart stellen. Beispiel Toiletten. Dort sollen sich möglichst keine Gäste begegnen. Schwer machbar, in den teils engen Gasthäusern in der Altstadt. Ernst Müller erzählt, dass viele Wirte eine einfache Lösung gefunden haben. Demnach müssen die Gäste den Schlüssel abholen. So könne nur eine Person die Toilette nutzen, der Schlüssel werde danach gleich desinfiziert. Ja, die Hygiene: Speisekarte, Servietten und Tabletts sollen so wenig wie möglich berührt und am besten nach jeder Benutzung gereinigt oder ausgewechselt werden. „Der Aufwand ist hoch“, sagt Petra Kohler-Ettner vom Wirtshaus am Spitalplatz. Dennoch ist sie froh, dass wieder Gäste kommen dürfen.

Auch in der Alten Villa in Utting überwiegt bei Pächter Bernd Pickl die Freude über den Neustart. Für einen Montag waren schon viele Gäste in seinem Biergarten, sagt er. Richtig voll werden dürfte es am Vatertag. Damit wie in normalen Zeiten an die 1000 Personen Platz haben, habe die Brauerei 70 Bierzelt-Garnituren zur Verfügung gestellt. „Wir haben ja genügend Platz“, sagt Bernd Pickl.

Viele Regeln sind noch nicht bekannt

Und wie verhalten sich die Gäste? Raimund Lankl ist Stammgast im Wirtshaus am Spitalplatz. Der 61-Jährige freut sich, endlich wieder bei Wirt Walter Harb einkehren zu dürfen. Da nehme er auch die Beschränkungen in Kauf und füllt den Zettel aus, auf dem er seine Kontaktdaten angibt. Das von ihren Gästen zu erfragen, dazu sind die Wirte verpflichtet. Bernd Pickl von der Alten Villa in Utting muss seinen Besuchern viel erklären, weil die Regeln kaum bekannt seien. Unter anderem, dass sie eine Schutzmaske tragen müssen, wenn sie sich am Ausschank ein Bier holen.

Ernst Müller ist nach seinem Rundgang durch die Stadt zufrieden. „Die Wirte geben ihr Bestes, um die Auflagen umzusetzen. Und wir sind dabei behilflich“, sagt er. Denn zur Kontrolle waren er und seine Kollegen nicht unterwegs. Ob die Regeln eingehalten werden, überprüft das Landratsamt. Doch auch dort werde man nur Hinweisen auf Verstöße nachgehen, sagt Pressesprecher Wolfgang Müller. Gleiches gilt für die örtliche Polizei. Aktive Kontrollen wird es vorerst nicht geben, sagt Michael Strohmeier, der stellvertretende Leiter der Landsberger Inspektion. Das könne sich aber am Donnerstag ändern. Denn an Christi Himmelfahrt feiern viele Männer Vatertag.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Gastro-Start: Jetzt die Spielregeln einhalten

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