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Landsberg: Landsberg: Grüne machen Druck bei der Fuchstalbahn

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Landsberg: Grüne machen Druck bei der Fuchstalbahn

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    Grüne, Verkehrsunternehmer und Mitglieder der Umweltinitiative Pfaffenwinkel sprechen sich dafür aus, dass zwischen Landsberg und Schongau wieder Personenzüge fahren. Die Sonderfahrt startete und endete in Kaufering.
    Grüne, Verkehrsunternehmer und Mitglieder der Umweltinitiative Pfaffenwinkel sprechen sich dafür aus, dass zwischen Landsberg und Schongau wieder Personenzüge fahren. Die Sonderfahrt startete und endete in Kaufering. Foto: Julian Leitenstorfer

    Mehr als zwei Jahrzehnten dauern die Bemühungen schon, dass zwischen Landsberg und Schongau wieder Personenzüge verkehren. Um das Thema ging es während einer Sonderfahrt auf der Trasse der Fuchstalbahn, bei der sich Befürworter der Wiederinbetriebnahme am Samstag austauschten. Unter anderem nahmen Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman und Landsbergs Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann teil und äußerten sich auf Nachfrage des LT zu den Hoffungen und Herausforderungen bei dem Projekt. Am Montag findet ein wichtiges Treffen zu dem Thema statt.

    Dann kommen die Bürgermeister der Gemeinden entlang der Strecke zu einem runden Tisch in Schongau zusammen (LT berichtete). Der Verkehrsingenieur Andreas Holzhey stellt dort ein Eckpunktepapier vor, in dem es um nötige bauliche Maßnahmen, Fördermittel und eine grobe Kostenschätzung geht.

    Kommunen sollen die Kosten tragen

    Der Schongauer Bürgermeister Sluyterman verweist darauf, dass die letztlich bei den Kommunen verbleibenden Kosten von großer Bedeutung sein werden, wenn es um die Frage geht, welche Gemeinde- beziehungsweise Stadträte der Übernahme der Kosten zustimmen werden. Dass diese Last bei den Kommunen abgeladen wird, ärgert die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne). Deren Fraktion hat die Sonderfahrt organisiert. „Bei einer Kreisstraße oder Bundesstraße müssen die Kommunen ja auch nicht zahlen, warum also bei der Schiene?“ Sie sieht den Freistaat und den Bund in der Pflicht.

    Wichtig für Schongau, Peiting und Altenstadt

    Bürgermeister Sluyterman hält die Fuchstalbahn für einen wichtigen Baustein, um seine Stadt, aber auch Peiting und Altenstadt, besser an den Fernverkehr anzubinden. Er verweist zudem auf die zahlreichen Pendler, die aus der Region in Richtung München und Augsburg unterwegs sind. Die Bahn sei auch für die Anbindung des Schongauer Krankenhauses, ein in dem Bereich geplantes Baugebiet sowie für die dortige Berufsschule interessant.

    Positiv äußert sich Landsbergs Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann: „Wir haben im Flächennutzungsplan extra Flächen freigehalten für mögliche Haltestellen, beispielsweise am Wiesengrund und am Englischen Garten. Eine Herausforderung ist der Bahnübergang in der Katharinenstraße, aber das lässt sich garantiert technisch lösen.“

    Interessant könnte das Angebot auch für die Mitarbeiter von Hirschvogel sein, sagt er. In Denklingen verläuft die Bahnstrecke nah neben der Ortschaft. Mit Blick darauf sei es „besonders bitter“, sagt Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, dass es in Denklingen „so viel Widerstand“ gebe. Die Gemeinde hatte sich Ende vergangenen Jahres ablehnend zu dem Vorhaben geäußert, aber auch angekündigt, den runden Tisch noch abwarten zu wollen.

    In Denklingen führt die Trasse der Fuchstalbahn nah am Ort vorbei.
    In Denklingen führt die Trasse der Fuchstalbahn nah am Ort vorbei. Foto: Thorsten Jordan

    Auch aus Hohenfurch kamen in der Vergangenheit eher skeptische Wortmeldungen. Der Schongauer Bürgermeister setzt darauf, dass es zum einen durch die Kommunalwahl im März 2020 neue Entscheidungsträger gibt und zum anderen die Ausführungen des Verkehrsingenieurs Andreas Holzhey überzeugen werden. An dem Treffen nehmen auch Landtagsabgeordnete der CSU und die Landräte aus Landsberg und Weilheim-Schongau teil. Und wenn der Vortrag nicht in allen Gemeinden überzeugt? Dann gebe es noch die jüngste Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder, die Hoffnung mache, dass sich nun etwas bewege. „Er hat als einen Baustein für die Zukunft die Wiederinbetriebnahme von Bahnstrecken genannt“, verweist Sluyterman.

    Mit Söders Aussagen verbindet auch Irmgard Schreiber-Buhl vom Arbeitskreis Fuchstalbahn in der Umweltinitiative Pfaffenwinkel Hoffnungen. „Ich hoffe, dass sie das 1000er-Kriterium kassieren, das die Wiederinbetriebnahme von Strecken erschwert.“ Im Fall der 29 Kilometer langen Strecke der Fuchstalbahn müssen Fahrgäste zusammen 29.000 Kilometer pro Tag fahren. Das wird erreicht, wenn 1000 Personen die ganze Strecke fahren. Sind Reisende nur auf einem Teil der Strecke unterwegs, muss die Fahrgastzahl entsprechend höher sein, damit am Ende der vorgegebene Wert erreicht wird.

    Grüne wollen Stundentakt für Orte ab 200 Einwohner

    Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Markus Büchler, hatte bei der Anreise unerwartete Probleme. Er konnte in Kaufering nicht aussteigen, weil der Zugführer der Deutschen Bahn vergessen hatte, dort anzuhalten. Er schaffte es aber dennoch pünktlich zum Termin. Aus seiner Sicht verfügt die Fuchstalbahn über „eine vergleichsweise gut erhaltene Infrastruktur“. Ziel müsse es sein, dass hier im Stundentakt Züge verkehrten. Geht es nach den Grünen, soll jeder Ort in Bayern mit 200 oder mehr Einwohnern im Stundentakt vom öffentlichen Nahverkehr bedient werden, so Ludwig Hartmann.

    Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft gibt Tipps

    Der Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft, Ingo Wortmann, informierte während der Fahrt am Beispiel der Bahnstrecke von Senden nach Weißenhorn, wie eine Reaktivierung gelingen kann, die er als Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm mit umsetzte. „Der Landrat hat bei den Busunternehmern erreicht, dass kein Parallelverkehr stattfindet. Die Busse fahren nun im Stundentakt in kleineren Gemeinden, wo früher dreimal am Tag ein Bus kam. Das hatte die Zustimmung vieler Gemeinden zu dem Projekt zur Folge, die nicht direkt an der Trasse liegen. Man darf den Busverkehr nicht wegsparen“, mahnte Wortmann.

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