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Landsberg

30.01.2021

Landsberg: Wie in Gut Mittelstetten ein neues Dorf entsteht

Der 1826 errichtete Herrenhof von Gut Mittelstetten wird derzeit saniert. Auf dem Gelände zwischen Erpfting und Ellighofen soll künftig ein Mix aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung Platz finden.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Das Gut Mittelstetten bei Landsberg soll wieder mit Leben erfüllt werden. Doch die Pläne für einen Reiterhof oder ein Hotel sind vom Tisch. Was Planer und Eigentümer jetzt vorhaben.

Was war nicht alles schon geplant, auf dem zwischen Erpfting und Ellighofen gelegenen Gut Mittelstetten: eine Orangerie für Veranstaltungen, eine Markthalle, die Haltung von Pferden, Rindern, Schafen und Geflügel, ein Bauernhof-Kindergarten und ein Hotel mit Sauna. Jetzt ist zwar immer noch eine Kombination aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung vorgesehen, doch in teils abgespeckter Form. Der Pandemieausschuss, der derzeit anstelle des Stadtrats tagt, stimmte den Planungen zwar zu, die Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen.

Maximilian Neubauer ist mit seiner Schwester seit 2015 Eigentümer des rund fünf Hektar großen Geländes bei Ellighofen, auf dem sich unter anderem ein denkmalgeschütztes Herrenhaus, ein Dreikanthof und mehrere landwirtschaftliche Gebäude befinden. Die Stadt hatte das 170 Hektar große Gut im Jahr 2007 erworben, damit die landwirtschaftlichen Flächen für Ersatzaufforstungen, als Tauschflächen und zum Ausgleich von Flächenverlusten des Spitalguts verwendet werden können. Die Hofstelle selbst wurde 2010 weiterverkauft.

Jetzt sollen in Mittelstetten bis zu 60 Wohnungen entstehen

Verantwortlich für die konzeptionelle Arbeit ist der Architekt Hannes Rössler aus München. Er stellte die aktuelle Planung in der Sitzung des Pandemieausschusses gemeinsam mit Mathias Rothdach, dem Leiter des Referats Stadtplanung und Umwelt, vor. Das 1826 erbaute Herrenhaus wird bereits saniert. Dort sollen Tagungs- und Büroräume sowie ein Veranstaltungssaal entstehen. Auf dem Gutsgelände sind darüber hinaus etwa 60 Wohnungen vorgesehen. In dem Dreiseithof, der nun doch erhalten bleiben soll, könnten Werkstätten, ein Wirtshaus mit Biergarten und ein Hofladen Platz finden. Zudem gibt es Pläne für eine Gärtnerei und eine Kindernaherholung, die in sanierte Bestandsgebäude einziehen sollen.

Diese Allee führt zum Gut Mittelstetten.
Foto: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Was ist noch geplant? Ferienhütten, ein Parkstadel und offene Stellplätze für insgesamt an die 150 Fahrzeuge, zudem Fahrradstellplätze und eine Pferdehaltung. Wie Hannes Rössler und Mathias Rothdach es den Stadträten vorstellten, soll das Areal von Grün durchsetzt und umgeben sein: mit Pferdeweiden, Wiesen und Streuobstwiesen, Gartenbau- und Waldflächen, Spielplätzen, einem Dorfanger mit Linde und weiteren Grünflächen.

Es fallen einige Stellplätze weg

„Seit mehr als drei Jahren sind wir auf der Suche nach dem richtigen Konzept“, sagte Mathias Rothdach. Der ursprünglich angedachte Reiterhof habe sich nicht sinnvoll wirtschaftlich entwickeln lassen. Im Vergleich zur vor gut vier Jahren vorgestellten Planung soll nun zwar die vielfältige Nutzung erhalten bleiben, der Umbau der Stadel- und Stallgebäude werde aber aus wirtschaftlichen und energetischen Gründen aufgegeben. Zudem würden etliche Stellplätze wegfallen und es werde weniger dicht gebaut.

Der Gestaltungsbeirat hatte die neuen Pläne bereits Mitte Juli vorliegen. In seiner Stellungnahme ist von einem gelungenen Ensemble in Zusammenhang mit den erhaltenswerten Einzelgebäuden des Bestandes zu lesen. Die im Stile einer „Gartenkolonie“ angeordneten Wohngebäude mit Privatgärten seien in „wohltuender Distanz“ um den erhaltenen Dreiseithof richtig platziert und mit den vorgeschlagenen Garten- und Freiraumbezügen gut denkbar. Die in der letzten Planung vom Beirat deutlich kritisierte Verkehrs- und Parksituation im Umfeld der Wohngebäude habe sich durch die Parkhalle entspannt.

Die alte Linde im Zentrum soll erhalten und Mittelpunkt des Dorfangers werden.
Foto: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Die vorgenommenen Änderungen kamen nicht bei allen Stadträten gut an. „Das erste Konzept hat mich mehr begeistert“, sagte Dritter Bürgermeister Felix Bredschneijder (SPD). Jetzt werde eine Art neuer, kleiner Stadtteil gebaut. „Wir entwickeln ein kleines Dorf“, meinte er. Christian Hettmer (CSU) sieht die Entwicklung in Mittelstetten mit Sorge. Das neue Konzept sehe nur noch eine Wohnsiedlung mit Gaststätte und Gärtnerei vor. Es seien wohl wirtschaftliche Zwänge, die den Eigentümer zu dieser Veränderung bewogen hätten.

Karl Egger (Grüne) forderte für das Gut eine bessere Anbindung für Fußgänger und Radfahrer. Denn bislang gebe es nur einen Radweg entlang der Kreisstraße zwischen Erpfting und Ellighofen. Wie Markus Salzinger (UBV) aus Erpfting sagte, sei ein Geh- und Radweg nach Ellighofen kein Problem und in Richtung Erpfting müsste noch ein Grundstück erworben werden. Das gestalte sich jedoch schwierig. Salzinger begrüßte die Planung, weil so im Landsberger Westen neuer Wohnraum entstehe, unter anderem auch für sozial schwache Familien.

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