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Landsberg

19.01.2020

Landsberg feiert seinen Schutzpatron Sebastian

Die Landsberger Katholiken haben am Sonntag das Sebastiansfest mit einer großen Prozession durch die Innenstadt gefeiert.
Foto: Thorsten Jordan

Der Heilige Sebastian ist einer der populärsten Heiligen. Für die Stadt Landsberg hat er eine ganz besondere Bedeutung. Und das schon seit über 600 Jahren.

Glockengeläut, Musik, Gesänge und Gebete haben am Sonntagvormittag die Landsberger Innenstadt erfüllt: Mit einer großen Prozession haben die Stadtpfarreien den Tag des Heiligen Sebastian, des Schutzpatrons der Stadt, begangen. Zwischen 300 und 400 Gläubige nahmen am Festgottesdienst und der anschließenden Prozession teil.

Wie fast jedes Jahr zeigte sich die Jahreszeit zum Sebastiansfest von ihrer (bislang) winterlichsten Seite. Über Nacht hatte es sogar ein wenig geschneit und auch während der Prozession fielen bei feucht-frostigem Wetter einige Flocken vom Himmel. Kirchen-, Bruderschafts- und Vereinsfahnen, Zunftstangen, die Stadtkapelle Landsberg, Weihrauch und Bildnisse des Heiligen Sebastian sorgten für eine festliche Atmosphäre an diesem ansonsten eher ungemütlichen Wintertag, als die Prozession von der Stadtpfarrkirche über Vorder- und Hinteranger und den Hauptplatz zog. Angeführt wurde die Prozession von zahlreichen Familien, im weiteren Verlauf folgten die Landsberger Geistlichkeit und nach einer blumengeschmückten Sebastiansskulptur Oberbürgermeister Mathias Neuner mit Frau und einer achtköpfigen Gruppe von Stadtratsmitgliedern.

Foto: Thorsten Jordan

Fast in jeder Kirche gibt es ein Bild von Sebastian

Der Heilige Sebastian gilt nicht nur in Landsberg als einer der beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. In kaum einer Kirche fehlt das Bildnis des Märtyrers aus dem späten 3. Jahrhundert und vielen Dörfern gibt es Kapellen, die dem Heiligen Sebastian geweiht sind. Er wird fast immer als von Pfeilen durchbohrt dargestellt. Der römische Soldat überlebte die Erschießung jedoch und wurde, nachdem er sich weiterhin zum Christentum bekannte, mit Keulen erschlagen. Im Schiff der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zeigt ein Deckenfresko den Heiligen, wie er mit einem Schild die Bürger der Stadt vor Blitzen des göttlichen Zorns schützt. Neben dem Heiligen trägt ein Engel das Wappen der Stadt Landsberg.

Der Heilige Sebastian wird nicht nur angerufen, um zum Schutz vor Pest und Seuchen Fürbitte zu leisten, sondern ist auch Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, der Polizisten in Deutschland und Italien, Soldaten und Schützenbruderschaften, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Jäger, Leichenträger und Waldarbeiter. Ebenso wird er gegen die Feinde der Kirche angerufen, wie es auch in den Gebeten während der Prozession hieß.

Das Fest ist in Landsberg seit 1402 belegt

Besonders populär wurde Sebastian im 14. Jahrhundert, als Europa von mehreren Pestwellen erschüttert wurde, die einem Drittel der Bevölkerung das Leben kosteten. Fast so weit zurück liegt auch der älteste Beleg für das Sebastiansfest in Landsberg aus dem Jahr 1402.

Foto: Thorsten Jordan

Begonnen hatte der Festtag mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die Festpredigt hielt der Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Renovabis, Dr. Christian Hartl. Nach der Prozession und einer Andacht konnten sich alle Teilnehmer bei einem Suppenessen im Pfarrsaal aufwärmen.

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