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Landsberg

12.04.2018

Mehr Plätze für Kindergartenkinder

Das Kinderhaus an der Römerauterrasse im Westen der Stadt. Im Osten - am Reischer Talweg - soll eine weitere Kindertagesstätte nach genau diesen Plänen nachgebaut werden.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

In Sachen Kita- und Krippenplätzen ist Landsberg am Limit. In naher Zukunft sollen neue Tagesstätten gebaut werden. Ein bestehendes Gebäude wird geklont.

Bei dieser Nachricht werden viele Landsberger Eltern aufatmen. Die Stadt plant in den nächsten Jahren einige neue Kindertagesstätten. Das ist das Ergebnis der Sitzung des Bildungs- und Sozialausschusses vom Mittwochabend. Gleichzeitig gibt es aber auch einen Wermutstropfen: Die Gebühren der städtischen Einrichtungen sollen mit Beginn des neuen Kindergartenjahres steigen und werden damit den Durchschnittswerten der anderen Kitas im Stadtgebiet angepasst.

„In den letzten eineinhalb Wochen hatte ich mehrere weinende Mütter am Telefon, die nicht wissen, wie sie mit einem Kleinkind und einem Neugeborenen von Ost nach West kommen, weil sie kein Auto haben.“ Dieses Beispiel aus der Praxis lieferte Karin Schürmann in der Ausschusssitzung. Sie ist vom Fach- und Dienstaufsicht der städtischen Kindertageseinrichtungen und sprach damit Probleme vieler Eltern an, die keinen wohnortnahen Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs. Und ihr Kollege Gerhard Müller von der Verwaltung ergänzte: „Wir sind an den Grenzen angelangt – sowohl in den Kindergärten als auch in den Krippen. Wir sind vom Landratsamt aufgefordert worden, vorausschauend zu planen.“

Wie ist der aktuelle Stand an Kita- und Krippenplätzen?

Für das nächste Betreuungsjahr haben 766 Kinder Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Hinzu kommen kleine Landsberger, die später eingeschult werden (jährlich im Schnitt 40) und aktuell 58 Plätze für Inklusionskinder und 18 altersgeöffnete Plätze (für Kinder unter zwei Jahren). Macht unterm Strich 882 – bei 887 anerkannten Plätzen. Es ist also alles ziemlich auf Kante genäht.

Insgesamt haben 515 Kinder in Landsberg Anspruch auf einen Krippenplatz. Vorhanden sind aktuell 175 Plätze. Rechnet man die 58 Kinder in Tagespflege dazu erreicht die Stadt einen Deckungsgrad von 45 Prozent. Insgesamt gibt es in Landsberg 15 Kindertagesstätten.

Was plant die Stadt nun?

Im Ausschuss ging es jetzt vor allem darum, die nächsten Jahre weitere Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. Im Südwesten ist am Wiesenring eine Einrichtung mit zwei bis drei Kindergartengruppen (50 beziehungsweise 75 Plätze) und zwölf Krippenplätzen geplant. Laut Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) soll diese Kita von einem Träger und nicht von der Stadt betrieben werden. Für das Areal, das auf Erpftinger Flur liegt, besteht bereits Baurecht. Des Weiteren soll am Reischer Talweg – dort ist auch ein Neubaugebiet geplant (LT berichtete) – kurzfristig Baurecht für eine Kita geschaffen werden.

Besonderheit: Dort soll genau der gleiche Bau wie beim Kinderhaus an der Römerauterrasse (vier Gruppen) realisiert werden. Außerdem ist an der Schongauer Straße ein Kindergarten mit drei Gruppen geplant. Nimmt man die geplanten Erweiterungen von kirchlichen Tagesstätten und den im Umgriff des neuen Stadtviertels auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik geplanten Kindertagesstätten hinzu, sollen laut Oberbürgermeister bis zum Jahr 2030 insgesamt 22 neue Gruppen (davon sieben im Krippenbereich) entstehen.

Kosten ab dem nächsten Betreuungsjahr

Mit dem Start ins neue Kindergartenjahr im Herbst sollen die Gebühren in den städtischen Einrichtungen (AKE und Römerauterrasse) steigen. So hat es der Ausschuss für Bildung, Soziales und Kultur beschlossen.

Beispiel: Drei bis vier Stunden Betreuung pro Tag sollen in Zukunft pro Monat 95 (bisher 90 Euro) kosten, die maximal mögliche Zeit (zehn bis elf Stunden) statt 156 in zukunft 165 Euro. Für Krippenkinder sollen drei bis Stunden in Zukunft 230 statt 220 Euro kosten, zehn bis elf Stunden in Zukunft 391 (statt bisher 377 Euro). Das Spielgeld wird von vier auf fünf Euro angehoben. Die Monatssätze fürs Essen im AKE-Kindergarten werden ebenfalls teurer (drei Tage pro Woche auf monatlich 34 Euro, vier Tage auf 45 Euro und fünf Tage auf 55 Euro). Der Stadtrat wird final über diese neuen Gebühren abstimmen. Kindergartenreferentin und Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sprach im Ausschuss von zu hohen Krippengebühren und war auch gegen eine Erhöhung des Spielgeldes.

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