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Fuchstal/Landkreis

20.09.2019

Mit dem Fuchstaler Kartoffeldämpfer auf die Wiesn

Probefahrt mit dem Kartoffeldämpfer auf der Hauptstraße in Leeder: Am Kutschbock stehen Simon Hefele (links) und Marius Kneißl, auf dem Anhänger sitzt Hermann Nieberle. Am Sonntag ist dieses Gespann beim Wiesn-Einzug dabei.
Bild: Andreas Hoehne

Am Samstag startet das Münchner Oktoberfest. Der Chef des Reit- und Fahrvereins Fuchstal nimmt mit einem historischen Gerät am Festzug teil. Weitere Gruppen aus dem Landkreis sind dabei.

An die 9000 Teilnehmer zählt der Trachten- und Schützenumzug zum Oktoberfest in München. Mit dabei sein werden am Sonntag auch einige Gruppen aus dem Landkreis – zum Beispiel aus dem Fuchstal. Das Pferdegespann des örtlichen Reit- und Fahrvereins zieht einen Kartoffeldämpferwagen aus den 1930er-Jahren, der aus Denklingen stammt und über Leeder nach Burggen gelangte. Dort war das mächtige Gefährt 2017 aufwendig restauriert und beim Roßtag nicht nur präsentiert, sondern auch zur Bereitung der Mahlzeiten für die Besucher verwendet worden.

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Der Kartoffeldämpfer war bis 1981 im Einsatz

Mit dabei sein werden in München Simon Hefele, der Vorsitzende des Fuchstaler Reit- und Fahrvereins sowie Heinz Kneißl mit seinen Söhnen Marius, Sebastian und Alexander. Sie stellen auch die vier süddeutschen Halbblutpferde für das Gespann. Mit Alexander Kneißl hatte Stefan Erhard vom Burggener Rosstagsverein, einer Abteilung des dortigen Reit- und Fahrvereins, Kontakt aufgenommen, ob man denn den Kartoffeldämpfer nicht in München im Rahmen der Zugnummer „Pferdeland Bayern“ präsentieren möchte, da er schließlich aus Leeder stamme.

Als ein wichtiger Mann wird am Sonntag auch Hermann Nieberle präsent sein, der einen ganz besonderen Bezug zum Kartoffeldämpfer hat und der Einzige sei, wie er selbst sagt, der sich damit auch richtig auskenne. Sein Vater „Distlbauer“ Martin Nieberle hatte das Gerät als Maschinist für die Raiffeisengenossenschaft in Denklingen bedient. Man sei damit von Hof zu Hof gefahren und habe die Kartoffeln als Wintervorrat hauptsächlich für die Schweine als Silage zubereitet. Im Jahr 1951 war sein Vater auf den Hof des Onkels nach Leeder gekommen und war dann nur noch aushilfsweise als Maschinist tätig. 1970 konnte er das in Denklingen ausrangierte Gefährt für 100 Mark kaufen und weiter auf dem eigenen Hof verwenden. Zuletzt war es 1981 in Welden noch im Einsatz, erinnert sich Hermann Nieberle an seine Kindheit. Dann stand es bis zum Erwerb durch die Burggener in einer Scheune.

Mit dem Fuchstaler Kartoffeldämpfer auf die Wiesn

Die Pferde mussten trainieren

Bereits um 5 Uhr in der Früh werde man wohl mit den vier Pferden und dem Kartoffeldämpfer auf einem Anhänger am Sonntag in Richtung München zum Sammelplatz am Schlachthof starten, kündigt Simon Hefele an. Getragen wird beim Umzug, der um 10 Uhr beginnt und etwa zwei Stunden dauert, keine Tracht, sondern eine zum Gefährt passende Arbeitskleidung. Da am Kutschbock nur einer Platz hat, werde man sich wohl abwechseln, während die anderen auf dem Wagen stehen oder die Pferde führen und beruhigen.

Mit dem Vierspänner trainiert hatte man schon vergangenes Wochenende auf dem Weg zum Umzug in Reichling, nun müssen sich die Pferde noch an den rauchenden und dampfenden Anhänger gewöhnen. Das übte man zuletzt auf der Hauptstraße in Leeder, wo man viele verwunderte Blicke der Anwohner erntete, die dann auch fleißig ihr Handy für einen Schnappschuss zückten.

Für die Landsberger Trachtler ist es die fünfte Teilnahme am Schützenzug

Zum Beginn der Münchner Wiesn steht auch in diesem Jahr der traditionelle Trachten- und Schützenzug auf dem Programm. Insgesamt marschieren über 9000 Mitwirkende am Sonntag, 22. September, ab 9 Uhr durch die Münchner Innenstadt. Mit dabei sind mit der Musikkapelle Pflugdorf und dem Trachtenverein Edelweiß aus Landsberg auch zwei Gruppen aus dem Landkreis.

Für Letztere ist es bereits die sechste Teilnahme am traditionellen Umzug, sagt der Vorsitzende des Vereins, Josef Fiederer. „Die Trachten kommen bei den Zuschauern immer gut an“, erzählt Fiederer von den bisherigen Erfahrungen. Die Vorbereitung im Vorfeld hätte einige Tage gedauert: „Pro Verein müssen mindestens 30 Leute mitlaufen. Da gilt es, diese auch richtig einzukleiden.“ Die Trachten, die der Verein am Sonntag zeigt, sind laut Fiederer teilweise bereits über 120 Jahre alt.

Musikgruppen spielen auf der Oidn Wiesn

Auch auf der Oidn Wiesn sind Gruppen aus dem Landkreis vertreten: Die Heimat- und Trachtenvereinigung Huosigau ist am Montag, 23. September, im Festzelt Tradition zu Gast. Am Dienstag, 1. Oktober, sind die Goaßlschnalzern vom Trachtenverein Hofstetten auf der Oidn Wiesn. Im Museumszelt stehen am Samstag, 5. Oktober, die Landsberger Tanzlmusikanten und die Musikfreunde Geretshausen auf der Bühne.

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