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Landkreis Landsberg

23.08.2020

Mit einem Prinzen für den guten Zweck wandern

Ludwig Prinz von Bayern lädt wieder zum Löwenmarsch ein. Gestartet wird in der Arena in Kaltenberg.
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Ludwig Prinz von Bayern lädt wieder zum Löwenmarsch ein. Gestartet wird in der Arena in Kaltenberg.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Auch in der Corona-Krise lädt Ludwig Prinz von Bayern zum 100-Kilometer-Spendenlauf von Kaltenberg nach Hohenschwangau. Im Interview spricht der Wittelsbacher über das Konzept und seine wohltätige Arbeit in Afrika.

Die erste Ausgabe des Löwenmarschs war ein Erfolg. Ludwig Prinz von Bayern, Nachfahre des letzten bayerischen Königs Ludwig III., und zahlreiche Teilnehmer legten im vergangenen August 100 Kilometer von Kaltenberg nach Hohenschwangau in 24 Stunden zu Fuß zurück. Ziel des Spendenlaufs: möglichst viel Geld für das IT-Projekt „Learning Lions“ in Kenia zu sammeln. Am 5. und 6. September soll die Wanderung unter dem Motto „Wander’ oder spende für Afrika!“ wiederholt werden. Im LT-Interview spricht Ludwig Prinz von Bayern vor der zweiten Ausgabe des Spendenlaufs über seine Erwartungen und seine wohltätige Arbeit in Afrika.

Wie ist die Idee zum Löwenmarsch entstanden?

Ludwig Prinz von Bayern: Einige Volontäre aus Deutschland, die für unser „Learning Lions“-Projekt nach Afrika gegangen sind, haben mir vorgeschlagen, an einem kommerziellen 100-Kilometer-Marsch teilzunehmen. Ich wollte das aber – wenn überhaupt – nur für einen guten Zweck machen. Also haben wir uns entschieden, selbst einen solchen Lauf zu organisieren.

Die Premiere im vergangenen August war gleich ein Erfolg.

Ludwig von Bayern: Das stimmt. Wir sind damals durchaus mit Sorgen an die Sache herangegangen, weil wir als Veranstalter nicht wussten, wo die Probleme liegen könnten. Im Endeffekt lief das Ganze aber ziemlich rund. Von jenen Teilnehmern, die 100 Kilometer wandern wollten, hat fast die Hälfte dieses Ziel erreicht. Insgesamt haben wir etwa 80000 Euro für unser Projekt „Learning Lions“ gesammelt. Auch die vielen kleinen Spenden haben mich sehr gefreut.

Ein neues Gebäude entsteht gerade

Durch „Learning Lions“ sollen Jugendliche und junge Erwachsene in Kenia kostenfrei eine Ausbildung im IT-Bereich bekommen. Wie geht es mit dem Projekt voran?

Ludwig von Bayern: Bisher hatten wir nur einen provisorischen Campus. Die Arbeiten an einem Neubau, der bis 2023 Platz für rund 500 und letztendlich für etwa 1000 junge Kenianerinnen und Kenianer bieten soll, befinden sich auf der Zielgeraden. Ich war erst vor Kurzem wieder für ein halbes Jahr dort. Wir verfolgen die Philosophie, dass den Menschen vor Ort eine moderne Karriere in der globalisierten, digitalen Welt ermöglicht wird. Für sie soll es andere Wege geben, als in die nächste große Stadt zu ziehen und die Kultur ihrer Heimat hinter sich zu lassen. In Bayern sagen wir dazu „Laptop und Lederhose“.

Sie setzen sich schon lange für wohltätige Zwecke ein. Warum hat es Ihnen dabei insbesondere Kenia angetan?

Ludwig von Bayern: Mir geht es schlichtweg um die Arbeit in den ärmsten Regionen Afrikas, wo es einen großen Hilfsbedarf gibt, aber auch unheimlich viel Potenzial. Ich bin nicht der Einzige, der dort hängen geblieben ist und in gewisser Weise kann man nun auch gar nicht mehr aufhören. Unser Campus befindet sich in der Halbwüste Turkana ganz im Norden Kenias, wo der Südsudan und Äthiopien angrenzen. Die meisten Menschen haben dort keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Elektrizität. Die Mehrheit wohnt in einfach gebauten Strohhäusern.

Wie laufen die Vorbereitungen auf die zweite Ausgabe des Löwenmarschs?

Ludwig von Bayern: Wir haben ihn wegen der Corona-Krise dieses Jahr recht wenig beworben und erst spät angekündigt. Letztlich haben wir die Genehmigung aber bekommen, und es sind schon viele Anmeldungen eingegangen. Bei 500 Teilnehmern müssten wir allerdings eine Grenze setzen. Wegen der Pandemie gibt es auch sonst einiges zu beachten. Es sollten beispielsweise nur Personen, die zusammen zum Löwenmarsch gekommen sind, nebeneinander laufen.

Im vergangenen Jahr waren viele Teilnehmer mit großem Spaß beim Löwenmarsch dabei.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Kann wirklich jeder mitmachen?

Ludwig von Bayern: Ja, der Lauf ist darauf ausgelegt. Wir werden in diesem Jahr auch wieder ein paar über 70-Jährige dabei haben. Die Teilnehmer müssen nicht unbedingt die volle Distanz wandern und können beispielsweise erst bei der Wieskirche einsteigen. Wenn sich jemand tatsächlich für die 100 Kilometer entscheidet, sollte er natürlich eine gewisse Fitness mitbringen.

Im vergangenen Jahr sind die beiden ehemaligen Skistars Rosi Mittermaier und Christian Neureuther mitgelaufen. Sind dieses Mal auch wieder Prominente am Start?

Ludwig von Bayern: (lacht) Die Promis sagen immer erst in letzter Sekunde zu. Uns hat aber sehr gefreut, dass sich der ehemalige Eiskunstläufer Norbert Schramm bereits angemeldet hat. Vielleicht wird auch der in Deutschland tätige afrikanische Architekturprofessor Francis Kéré dabei sein. Er hat den neuen Campus der „Learning Lions“ konzipiert.

Einige Sehenswürdigkeiten liegen auf der Strecke

Nach welchen Kriterien wurde die Route ausgewählt?

Ludwig von Bayern: Die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau gehören zu den tollsten Wanderzielen in ganz Deutschland. Außerdem waren wir uns relativ schnell darüber einig, dass wir in Kaltenberg loslaufen wollen. Es ist ein schöner Zufall, dass zwischen diesen Schlössern rund 100 Kilometer liegen. Und diese sollten natürlich auch mit einigen landschaftlichen Highlights und Sehenswürdigkeiten gespickt sein.

Sie wollen erneut die volle Distanz wandern. Fühlen Sie sich gewappnet?

Ludwig von Bayern: Ich gehöre wahrscheinlich zu den weniger vorbereiteten Teilnehmern. In den kommenden Tagen steht für mich noch der eine oder andere Probemarsch an – sonst riskiere ich, dass ich selbst auf der Strecke bleibe. Ich hoffe aber, dass es mir mit ein bisschen Glück erneut gelingt durchzukommen.

Lesen Sie dazu auch: Mit dem Löwenmarsch wird das richtige Zeichen gesetzt

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