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Adventskonzert

10.12.2018

Musik zwischen Hoffnung und Freude

Von Hoffnung und Freude war die Musikauswahl für das Adventskonzert der Landsberger Stadtkapelle in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt getragen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Landsberger Stadtkapelle begeistert in der Stadtpfarrkirche das Publikum mit einem fein abgestimmten Programm, das in dem Festmarsch „Tochter Zion“ gipfelt

Draußen fegten Sturmböen über den Christkindlmarkt, drinnen bot eine vorweihnachtlich geschmückte Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt eine wohlige Herberge für die Besucher des Adventskonzerts der Landsberger Stadtkapelle. Die Musiker boten vor fast gänzlich gefüllten Bankreihen einen besonderen Ohrenschmaus, wie sich gleich am Anfang mit der „Nordic Fanfare and Hymn“ von Jacob de Haan mit effektvollen Bläsereinsätzen zu wohltemperierten Paukenschlägen zeigte.

Die Stadtkapelle mit ihrer engagierten Dirigentin Daniela Wolf hatte wieder ein fein abgestimmtes Programm mit bedeutenden internationalen Kompositionen zusammengestellt. Durch dessen ersten Teil zog sich der Traum vom Frieden auf Erden wie ein roter Faden. Klarinettistin Verena Buchner erläuterte, wie bereits im Vorjahr, die anspruchsvollen, teils weniger bekannten Werke mit kleinen, informativen Geschichten. Sie beschrieb das Friedensmotiv im „Adventum“, dem festlichen, kraftvollen Arrangement von Jared Barnes, das Jesus in der Krippe mit zartem Flötenspiel und imposanten Einsätzen der großen Blasinstrumente erwartungsvoll begrüßte.

Im spannenden „Terra Pacem“, das aus der Feder des 1977 in der Schweiz geborenen Mario Bürki stammt und sich mit der Botschaft für Frieden unter allen Völkern auseinandersetzt, wurden neben verbindenden Passagen auch kontrastreiche klangliche Symbole für Wut und Aggressionen mit einem voluminösen Schlussakkord meisterhaft umgesetzt.

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Das Posaunenensemble, das normalerweise aus sieben Mitgliedern besteht, verzauberte krankheitsbedingt auch als Quartett mit Alfred Ganzenmüller, Rainer Hach, Andreas Hotz-Streicher und Claudia Rheinwald mit „Nun komm, der Heiden Heiland“ und „Macht hoch die Tür“, zwei traditionellen Weihnachtsliedern, arrangiert von Friedel W. Böhler, mit großartigem Zusammenspiel, für das sich die Besucher mit reichlich Beifall bedankten. Mit dem „Requiem to a Land Forgotten“ von Robert Sheldon gelang es dem Orchester, die Herbergssuche, heute so aktuell wie vor mehr als 2000 Jahren, in all ihrer Verzweiflung einfühlsam musikalisch auszudrücken und Verlassenheit, Flucht, Vertreibung, freudige Erwartung auf Frieden und Rückkehr expressiv spürbar zu machen.

Anschließend war für viel Winter- und Festesfreude gesorgt. Bei „Sleigh Ride“, einer lustigen Schlittenfahrt von Leroy Anderson, stand reine Freude im Mittelpunkt, wobei Holz- und Blechbläser im Zusammenspiel mit den Schlagwerkern gekonnt ausgelassene Akzente setzten. Rasant wurde immer weider der fahrbare Untersatz gewechselt, vom Schlitten umgestiegen in die berühmte Schweizer Gebirgsbahn „Glacier Express“, eine gleichnamige Komposition von Larry Neeck, die in einem spannungsvollen Allegro Fahrt durch Schnee und Eis aufnahm und im langsam getragenen Mittelteil die Schönheit der Bergwelt musikalisch stimmig wiedergab.

Szenen aus dem „Nussknacker“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky mit dem gefühlvollen Blumenwalzer, einem feurigen Kosakentanz und dem fulminanten Schluss zeigten die enorme Vielseitigkeit des Orchesters. Nach dem immer wieder gern gehörten berühmten Ohrwurm „White Christmas“ von Irving Berlin verabschiedeten sich die Stadtkapelle mit dem stimmungsvollen Festmarsch „Tochter Zion freue dich“, als Zugabe, bei der drei Bläser auf der Kanzel standen, und danach die Besucher mit lang anhaltendem Applaus in ihren Bänken.

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