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Landsberg

20.04.2015

Mutter und Sohn sollen Tiere gequält haben

Mutter und Sohn zogen ihre Klage vor dem Verwaltungsgericht München zurück. Sie möchten nun doch keine Rinder mehr halten.
Bild: Oliver Berg/dpa (Symbolfoto)

Das Landratsamt warf ihnen Tierquälerei vor. Deswegen sollten eine Mutter und ihr Sohn keine Rinder mehr halten. Da es keinen Kompromiss gab, zogen sie ihre Klage zurück.

Wegen massiven Verstößen gegen das Tierschutzgesetz hat das Landratsamt Landsberg einer 94-Jährigen und ihrem 54 Jahre alten Sohn im Juni vergangenen Jahres untersagt, in einem Großviehstall im südlichen Landkreis Rinder zu halten. Mutter und Sohn waren mit dieser „Zwangsmaßnahme“ nicht einverstanden und klagten jetzt vor der 18. Kammer des Verwaltungsgerichtes München unter Vorsitz von Richter Uwe Schöffel dagegen. Überraschendes Ergebnis: Die beiden Kläger nahmen im Laufe der Sitzung die Klage zurück.

Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung kündigten Mutter und Sohn an, dass sie künftig keine Rinder mehr halten wollen. Ihr Rechtsanwalt Wolfgang Schubaur hatte Minuten zuvor bei der Gegenseite noch nachgefragt, ob in Sachen Wiederaufnahme der Rinderhaltung unter anderen Umständen Gesprächsbereitschaft bestehe. Für das Landratsamt war die Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung Maria Matheis, Mitarbeiter des Veterinäramtes und eine Vertreter der Verwaltung bei der Verhandlung zugegen. Amtstierarzt Andreas Unruh sagte, dass in den vergangenen Jahren vieles im Guten versucht worden, aber von Eigentümerin (Mutter) und Betriebsleiter (Sohn) nicht eingehalten worden se. Deshalb war er gegen einen Kompromiss.

Die Tiere der beiden sind sollen nun verkauft werden

Stattdessen entbrannte eine Diskussion, als der 54-Jährige wissen wollte, was mit dem in fremden Ställen untergestellten Vieh geschehen soll. Der Bestand von 86 Stück Vieh sollte eigentlich innerhalb von vier Wochen aufgelöst und abgegeben werden. Da dies nicht geschah, wurde der Stall im November 2014 geräumt und die Rinder in andere Ställe gebracht.

Jetzt sollen die Tiere verkauft werden. „Um die Unkosten von bisher 80.000 Euro abzudecken“, wie Maria Matheis sagte. Kosten seien für Unterbringung, Fütterung und Pflege entstanden. Den Verkauf der Rinder kritisierte der ehemalige Betriebsleiter: „Die Tiere sind nicht gesund, die können doch nicht verkauft werden.“ Der Einwand wurde von Matheis und den Veterinären zurückgewiesen. Schließlich gebe es eine Fleischbeschau, bei dem überprüft werde, ob das Fleisch für den menschlichen Verzehr geeignet ist oder nicht.

Mutter und Sohn waren wegen Tierquälerei vom Landgericht verurteilt worden

Nicht bekannt wurde bei der Sitzung, was mit dem leer stehenden Stall und dem dazugehörenden Gelände geschehen wird. Rechtlich sieht die Situation in Sachen Tier- beziehungsweise Rinderhaltung und -betreuung auf dem großen Bauernhof derzeit so aus: Zum einen gibt es das Urteil des Amtsgerichts Landsberg, das Eigentümerin und Betriebsleiter wegen Tierquälerei in den Jahren 2013 und 2014 zu einer Geldstrafe und einem zweijährigen Berufsverbot für die Haltung und Betreuung von Tieren belegt. Gegen das Urteil wurden Rechtsmittel eingelegt. Es hat noch keine Rechtskraft. Sollten Mutter und Sohn die Berufung nicht zurückziehen, müsste das Verfahren am Landgericht Augsburg neu aufgerollt werden. Mit einem offenen Ergebnis am Ende.

Und wie ist es mit der Rücknahme der Klage gegen die Untersagung der Rinderhaltung? Dazu Maria Matheis: „Unsere Bescheide gelten nicht für alle Ewigkeit, sondern bis auf Weiteres“. Das soll heißen: Wenn eines Tages ein neues Konzept vorgelegt würde, müsste die Sachlage überprüft und dann entschieden werden, ob grünes Licht gegeben werden kann oder nicht.

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