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Landsberg

22.02.2021

Nach Corona-Pause: Zwei Landsberger Gasthäuser öffnen wieder

Dieter Bönsch (links) und Salvatore Mennonna machten ihre Restaurants wegen positiver Corona-Fälle im Januar komplett dicht.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Im Januar machten zwei Landsberger Restaurants nach Corona-Fällen komplett dicht. Jetzt soll der Neustart gelingen. Die FDP will, dass Wirte ihre Außenbereiche öffnen dürfen.

Ob Landsberger Innenstadt oder Riederauer Strandbad: Am Samstag und Sonntag war im Landkreis einiges los – trotz Pandemie. Bei angenehmen Temperaturen zog es viele Menschen mit einem Eis oder Getränk in die Sonne. Nicht alle beachteten dabei die geltenden Corona-Regeln (LT berichtete). Der einzige FDP-Stadtrat in Landsberg, Tom Bohn, regt dennoch eine zeitnahe Öffnung der Gastronomie an. Seiner Meinung nach ließen sich dadurch Situationen wie am Wochenende verhindern. Ansonsten tut sich in der Landsberger Gastro-Szene einiges: Zwei Restaurants nehmen nach Corona-Pause den Betrieb wieder auf.

„Wir werden uns daran gewöhnen müssen, mit dem Virus zu leben“, sagt Tom Bohn auf LT-Nachfrage. Inzwischen gebe es genügend Erkenntnisse, wie sich die Gesellschaft schützen kann. Der Lockdown sei die schlechteste aller Möglichkeiten, weil durch ihn die Kollateralschäden ins Unermessliche stiegen. „Es gilt, einen Mittelweg zu finden, der die Risikogruppen schützt, dadurch eine Überbelegung der Intensivstationen verhindert, und trotzdem ermöglicht, dass Einzelhandel und Gastronomie weiter bestehen bleiben“, so Tom Bohn.

Tom Bohn hält Öffnung der Außengastronomie für "unbedenklich"

Eine Öffnung der Außengastronomie unter Berücksichtigung von Hygieneauflagen hält er im Zuge dessen für „absolut unbedenklich“. „Die Landsberger Gastronomen und Einzelhändler haben in der Vergangenheit sehr viel Verantwortung und Engagement beim Schutz ihrer Kunden an den Tag gelegt“, stellt Bohn fest. Es sei nicht nachvollziehbar, dass jene Auflagen, die in den geöffneten Supermärkten gelten, beim Einzelhandel nicht genau so effektiv wirken sollen. Wie der FDP-Kommunalpolitiker weiter erklärt, könnte durch eine Öffnung der Außengastronomie die Einhaltung der Corona-Regeln besser überwacht werden. „Auf dem Gelände der Gastro und des Einzelhandels werden die Hygieneregeln von Wirten und Servicepersonal überwacht.“ Im Stadtgebiet habe er am Wochenende hingegen nur wenige Polizisten gesehen: „Wenn der Staat meint, Regeln aufstellen zu müssen, dann ist es auch seine Aufgabe, auf öffentlichen Plätzen auf deren Einhaltung zu achten.“

Am Lumpigen Donnerstag achteten Polizeibeamte am Hellmairplatz genau darauf, dass die geltenden Abstands- und Hygieneregeln umgesetzt werden. Zu genau, wenn es nach Billie Salzeder, Geschäftsführerin der Landsberger Bar „Stufe 15“ geht. Wie berichtet, machten sie und weitere Landsberger Gastronomen auf ihre prekäre Lage aufmerksam. Als sich das Treffen wieder auflöste, kam eine Streife vorbei und nahm die Personalien von mehreren Teilnehmern auf, darunter auch die von Salzeder. „Wir sind sehr traurig und geschockt über den Ausgang der Hilfsaktion“, sagt sie gegenüber dem LT. „Wenn ich mich beim Bäcker anstelle und drei weitere Kunden sind vor mir, ist das ungefährlich und erlaubt, aber im Familienverbund – und so sehe ich mich und meine Kollegen – ist das verboten und kann mit einem deftigen Bußgeld bestraft werden?“ Laut Billie Salzeder wäre ein höfliches Gespräch seitens der Polizei zielführender gewesen.

Das Café Likka in Landsberg bietet seit Kurzem Snacks und Bowls zum Mitnehmen an.
Bild: Thorsten Jordan

Zwei Restaurants öffnen nach Corona-Pause

Direkt von Corona betroffen waren die Betreiber des „Vogelhäusls“ und der „Trattoria Italiana“. Wie berichtet, machten beide Landsberger Gaststätten, die sich ein Gebäude an der Münchener Straße teilen, Ende Januar wegen positiver Fälle unter den Mitarbeitern komplett dicht. Mittlerweile sind sie wieder geöffnet. „Bei uns geht es allen wieder gut“, sagt „Voglhäusl“-Betreiber Dieter Bönsch. Auch ihm habe das tolle Wetter am Wochenende in die Karten gespielt. „Die Leute zieht es einfach wieder raus.“ Vor allem am Bayertor sei einiges los gewesen – so mancher habe vor dem Nachhauseweg noch im „Voglhäusl“ Essen bestellt. „Ich habe aber keine Ansammlungen oder Gruppen gesehen“, so Bönsch.

Salvatore Mennonna wagte mit seiner „Trattoria“ den Neustart nach der Corona-Pause am Valentinstag. Auch in seiner Gaststätte seien alle wieder wohlauf. Natürlich hoffe er, bald auch wieder Gäste empfangen zu dürfen – jedoch gar nicht so sehr wegen des Umsatzes. „Ich glaube, es wäre für die Psyche aller gut, wenn wieder mehr Normalität einkehrt“, sagt Mennonna. Das vorsichtige Handeln der Politiker könne er aber nachvollziehen. „Es bringt nichts, wenn die Lockerungen wieder in einen Lockdown führen.“ Ein solcher Rückschlag würde auch für die Gastronomen nur zu weiteren Problemen führen.

Michael Dillinger hat im Lockdown neue Ideen entwickelt

Auch das Café Likka in der Hubert-von-Herkomer-Straße hat sich entschieden, Getränke, Snacks und Bowls ab sofort zum Mitnehmen anzubieten. „Es ist ein Experiment“, sagt Geschäftsführer Thomas Mavrapostolos. „Unsere Mitarbeiter sind langsam unruhig geworden.“ Auch das Ende des Winters habe bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. „In der Stadt sollte jetzt wieder mehr los sein. Bei uns gibt es alles auf die Hand“, sagt er.

Im Meisterwerk am Landsberger Hauptplatz ist besonders Eis bei den Kunden gefragt.
Bild: Thorsten Jordan

In Michael Dillingers Schokoladenmanufaktur am Hauptplatz gibt es seit Kurzem wieder Eis zu kaufen. Der Andrang sei in den ersten Tagen groß, sagt der Inhaber: „Es ist wichtig, dass wir durch unser Angebot ein Stück Normalität darstellen können.“ Den Lockdown habe der Konditormeister vor allem dafür genutzt, neue Ideen umzusetzen und das Sortiment anzupassen. Ein Ziel sei etwa gewesen, das beste Schokoladeneis in Landsberg anzufertigen – ohne Laktose. Von der Corona-Krise sei er nicht ganz so massiv betroffen wie viele andere Kollegen in der Gastronomie. „Bei den Hilfen habe ich aber leider den Eindruck, dass es lieber kompliziert als schnell gehen soll.“

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22.02.2021

Gastwirte als "Hüter" der Coronaregeln? Da macht man doch den Bock zum Gärtner.
Letztes Wochenende in der Altstadt mit Riesenandrang und fleißig wurde von den Wirten "ausgeschenkt".
Solches Treiben gefährdet das bisherig Erreichte. Und ohne Tests (die ja einigen Abgeordneten schon wieder zu teuer sind) und Impfungen (noch in weiter Ferne) kann man das Öffnen der Gaststätten nur als verantwortungslos bezeichnen.

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