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Corona

21.07.2020

Nach jedem Kunden wird desinfiziert

Neue Aufgabe im Landsberger Jobcenter: Franziska Menter, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, desinfiziert den Sitzplatz nach jedem Kunden.
Bild: Thorsten Jordan

Auch im Landsberger Jobcenter wird derzeit viel Wert auf Hygiene gelegt. Franziska Menter erzählt, was das für die Mitarbeiter und die Kunden bedeutet

Franziska Menter hat die Papiertücher und das Desinfektionsspray sofort parat. Die Beraterin im Jobcenter Landsberg hat in Corona-Zeiten nämlich eine Zusatzaufgabe: Nach jedem Kundengespräch muss das Zimmer desinfiziert werden. Trotz der zusätzlichen Arbeit ist sie froh, wieder ein persönliches Gespräch mit ihren Kunden führen zu können. Auch wenn es noch nicht so einfach ist wie in den Zeiten vor Corona.

Ohne Termin geht gar nichts im Jobcenter. Um sich auf die neue Situation einstellen zu können, wurden im Gebäude in der Landsberger Kohlstattstraße erst mal bauliche Veränderungen vorgenommen. So hat der Beratungsraum jetzt einen eigenen Eingang, und der Weg von der Tür zum Zimmer wurde mit einer Trockenbauwand vom übrigen Komplex abgetrennt. Auch das Zimmer selbst ist „coronatauglich“ eingerichtet mit Plexiglasscheiben und weit auseinanderstehenden Schreibtischen. „Das war am Anfang schon ein bisschen komisch“, sagt Franziska Menter.

Seit Februar 2017 arbeitet sie im Jobcenter als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Dadurch hat sie viel mit alleinerziehenden Müttern zu tun und Frauen, die den Wiedereinstieg in den Job suchen. „Das sind bei uns oft auch sehr persönliche Gespräche“, erzählt sie und diese ließen sich am Telefon nur schwer führen. Aber es gibt auch ganz pragmatische Gründe für die persönlichen Gespräche: Verständigungsprobleme. „Am Telefon kann ich nur schwer beurteilen, ob meine Aussagen wirklich angekommen sind“, sagt Menter. Und so, wenn man sich gegenübersitzt, dann „hilft manchmal auch einfach eine Zeichnung“.

Nach jedem Kunden wird desinfiziert

Als man sich im Jobcenter entschlossen hat, wieder Beratungsgespräche vor Ort durchzuführen, wurde zunächst überlegt, ob man einen Kriterienkatalog verfassen soll, welche Kunden man zu einem persönlichen Gespräch einladen soll. „Dann wurde es aber in die Eigenverantwortung der Kollegen gelegt, wann und wen sie einladen wollen“, sagt Franziska Menter. Jeder Mitarbeiter könne selbst entscheiden, bei welchem Kunden ein Treffen wichtig sei. Sie hatte inzwischen drei, vier Gespräche und ist froh, dass man wieder ein Stück näher an der Normalität ist.

Denn auch für die Mitarbeiter des Jobcenters brachte die Corona-Krise große Umstellungen mit sich. „Nach dem Lockdown wurde unser Geschäftsbereich praktisch auf Null runtergefahren“, sagt die Beraterin. Stattdessen sprangen alle ihre Kollegen in der Leistungsabteilung mit ein. Dort drehte sich alles um die Folgen der Arbeitslosigkeit, des Kurzarbeitergelds oder auch der Kinderbetreuung. „Da musste ich mich auch erst mal reinfuxen“, sagt Franziska Menter mit einem Lächeln.

Inzwischen ist sie wieder in ihrem „alten“ Job zurück und froh, nun auch wieder diesen speziellen Corona-Raum nutzen zu können. „Das ist jedem Kollegen freigestellt, wie er es handhaben will“, sagt sie. Überhaupt sei die Geschäftsführung „sehr sensibel“ mit dem Thema Schutz am Arbeitsplatz umgegangen. Auch jetzt noch seien einige Mitarbeiter im Homeoffice. Für sie selbst wäre das auf Dauer nichts: „Da würde mir dann doch der kollegiale Umgang fehlen.“

Doch die neue Situation hat auch bei ihr Folgen hinterlassen. „Ich habe festgestellt, dass ich auch zu Hause jetzt öfter als früher die Türklinken desinfiziere“, sagt Franziska Menter mit einem Schmunzeln. Und auch nach dem Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt steht noch die Zusatzarbeit an, ehe es zurück in ihr Büro geht.

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