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Landsberg

13.11.2019

Nachruf: Rainer Walch prägte die Landsberger Kunstszene

Der Landsberger Künstler Rainer Walch ist im Alter von 77 Jahren gestorben.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Vor allem das Malen war seine große Leidenschaft: Der verstorbene Landsberger Künstler Rainer Walch hat in der Stadt viele Spuren hinterlassen. Was er mit dem Volksfest zu tun hatte.

Seine Ideen und Träume hätten vermutlich noch für ein ganzes weiteres Menschenleben gereicht. Sie umzusetzen – oder wenigstens einen Teil davon – blieb Rainer Walch versagt. Der über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Landsberger Künstler ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Rainer Walch ist in Frankfurt geboren, dort hat er zunächst auch Kunst studiert. Nach Betätigungen als Werbefachmann in Agenturen und Industriebetrieben hängte er ein BWL-Studium an, war unter anderem Marketingdirektor bei verschiedenen namhaften Unternehmen. Die Malerei war ihm allerdings immer wichtig. Und wurde wichtiger: Nach Ausstieg aus bindenden Arbeitsverhältnissen und etlichen freiberuflichen Projekten wurde die Kunst endgültig zum Mittelpunkt.

Die Kunstnacht geht auf sein Engagement zurück

1994 siedelte er sich mit seiner zweiten Frau Almut im Landkreis Landsberg an und eröffnete vier Jahre später ein Atelier in der ehemaligen Ritter-von-Leeb-Kaserne. Bereits ein Jahr später gründete Walch die Freie Kunstschule „ART Haus“ im Luidl-Haus in der Landsberger Kochgasse neben der Malteserstiege. „ART“, das betonte er mehrfach, steht nicht nur für Kunst, sondern auch und vor allem für „Almut-Rainer-Tatjana“, Letztere ist Tochter des Paars. Die ersten Ideen wurden verwirklicht. So initiierte er gemeinsam mit dem damaligen Stadtmarketingleiter Raimund Stolz die Landsberger Kunstnacht, die mit großem Erfolg von der Stadt bis heute weitergeführt wird.

Das Logo der Landsberger Wiesn stammt von ihm

Das Logo für die Landsberger Wiesn stammt ebenfalls von dem umtriebigen Künstler, dessen Malschule schnell so populär und gefragt war, dass der heimelige Rahmen des Luidlhauses nicht mehr ausreichte. Das ART Haus zog um an die Weilheimer Straße, in die großzügigen Räume einer ehemaligen Kelterei. Mittlerweile hatten sich etliche Schüler um ihn geschart, die gemeinsam mitzogen und sich dort seither und auch zukünftig – so ist der Plan – regelmäßig zum gemeinsamen Malen treffen. Fast zehn Jahre lang lud das ART Haus zum Landsberger Kunstsommer.

Rainer Walch stellte mit seinen Schülern, die an seiner Freien Kunstschule zu Künstlerkollegen wurden, in wechselnden Räumen im gesamten süddeutschen Raum und benachbarten Ländern aus. Werke befinden sich in öffentlichem und Privatbesitz. Den vor sieben Jahren aus dem ART Haus hervorgegangenen Kunstverein leitete Walch bis jetzt. „Rainer war durch und durch Künstler“, sagt Ehefrau Almut über den Verstorbenen. „Er hatte schier unendliches Kunstwissen und gab dieses gerne, kompetent und großzügig weiter.“

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