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Landsberg

30.01.2020

Neue App in Landsberg: Schnelle Hilfe bei Notfällen

Über eine App auf ihrem Smartphone sollen die Mobilen Retter alarmiert und zu den Patienten navigiert werden.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Das Projekt Mobile Retter startet im Landkreis Landsberg. Wie die Helfer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand eingreifen sollen.

Im April ist das Projekt „Mobile Retter“ an den Start gegangen, Damit sollen die Notfallversorgung und somit die Überlebenschancen von Personen mit Herz-Kreislauf-Stillstand verbessert werden. Laut Dr. Tim Voegele, Chefarzt beim Roten Kreuz Landsberg, werden dann etwa 100 Personen mit entsprechender Qualifikation, also Ärzte, Rettungsdienst, Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Wasserwacht sowie Krankenpfleger als Mobile Retter registriert sein und die notwendigen Trainings absolviert haben.

Insgesamt wären für den Landkreis Landsberg 250 Mobile Retter ideal, sagte Voegele gegenüber dem LT bei einer Auftaktveranstaltung im Landratsamt, an der Dennis Brüntje vom Verein Mobile Retter sowie Timo Dreier von Medgineering, Technologiepartner der Mobilen Retter, die smartphone-basierte Ersthelferalarmierung vorstellten. Ziel des Projektes ist es, Ersthelfer, die sich in der Nähe einer Person mit Herz-Kreislauf-Stillstand befinden, zu alarmieren und zum Einsatzort zu navigieren, wo sie schneller als der Rettungsdienst, der etwa acht Minuten benötigt, eintreffen und mit der Wiederbelebung beginnen können. Gerade in einem „Flächenlandkreis“ wie Landsberg könnten manche Orte auch nicht in acht Minuten erreicht werden, so Voegele, der das Projekt bei einem Ärztetag kennengelernt und anschließend in Landsberg initiiert hat.

Eine Ergänzung zum Rettungsdienst

Die Zahlen bei Herz-Kreislauf-Stillstand sind hoch: etwa 75.000 Menschen sind in Deutschland – außerhalb eines Krankenhauses – davon jährlich betroffen. Wird ihnen sofort geholfen, sei das neurologische Outcome wesentlich besser, so Voegele, der einige Fälle aus dem Landkreis schilderte. Wie Dennis Brüntje sagte, handelt es sich bei „Mobile Retter“ um ein bundesweites Projekt, das, 2013 initiiert, bereits in 13 Regionen umgesetzt wurde. Der Verein versteht sich dabei als Unterstützer bei der Einführung, aber auch als Netzwerker, der den bundesweiten Austausch der Teilnehmer forciert. „Die Mobilen Retter sind eine Ergänzung zum bestehenden Rettungsdienst und verstärken somit die örtliche Rettungskette“, sagte Dennis Brüntje.

Neue App in Landsberg: Schnelle Hilfe bei Notfällen

Zum Patienten navigiert

So funktioniert der Ablauf bei einem Notfall: Wird ein zeitkritischer Notfall wie ein Herz-Kreislauf-Stillstand über die 112 gemeldet, werden von dort die Rettungsmittel disponiert. Gleichzeitig werden die Mobilen Retter alarmiert. Diese sind über eine App auf ihrem Smartphone registriert, momentan nur für die Region, in der sie leben. Ziel ist eine bundesweite Einsatzmöglichkeit. Geortet werden vom System die Helfer, die sich am nächsten zum Einsatzort befinden. Diese können den Einsatz ablehnen oder annehmen und werden dann zum Patienten navigiert und erhalten Informationen über dessen Zustand. Trifft der Rettungsdienst ein, entscheidet dieser über die weitere Einbindung der Ersthelfer. Diese verfassen nach dem Einsatz ein Protokoll, nach belastenden Hilfen ist auch eine Einsatznachsorge für die Helfer vorgesehen.

Wie BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner andeutete, wird das Rote Kreuz Landsberg das vorgeschriebene theoretische und praktische Training der Ersthelfer übernehmen. Noch sei jedoch nichts vertraglich vereinbart. Maria Matheis, Abteilungsleiterin für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, informierte über den Versicherungsschutz: Die Mobilen Retter gälten als Verwaltungshelfer und seien somit über die kommunale Haftpflichtversicherung des Landkreises versichert. (lt)

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