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Landkreis Landsberg

28.01.2021

Neue Fahrpläne nach Kaufering verärgern München-Pendler

Pendler in der Region müssen sich umstellen: Ausgerechnet zu den abendlichen Stoßzeiten gibt es momentan weniger Zugverbindungen nach Kaufering. Die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel hat sich deswegen mit einem Brief an die Bayerische Eisenbahngesellschaft gewandt.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Für die Zugstrecke nach Kaufering gibt es neue Fahrpläne. Zu den abendlichen Stoßzeiten entstehen Lücken. Bis wann haben Pendler die Chance, dass sich wieder etwas ändert?

Viele Pendler in der Region sind verärgert: Auf der Zugstrecke zwischen München und Kaufering gelten seit Kurzem neue Fahrpläne, die ausgerechnet in den abendlichen Stoßzeiten für längere Wartezeiten sorgen. Außerdem können viele Bahnfahrer wegen der Streichung von Haltestellen eine beliebte Ticketkombination nicht mehr nutzen. Die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel hat sich deswegen mit einem Brief an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und möchte die Behörde zum Umdenken bewegen. Wie die Chancen auf einen erneuten Fahrplanwechsel stehen.

Konkret bemängelt Gabriele Triebel, die auch Mitglied des Kauferinger Marktgemeinderats ist, gleich mehrere Änderungen im Fahrplan in ihrem Schreiben. Der vom Münchner Hauptbahnhof um 16.36 Uhr abfahrende Zug hält nur noch freitags in Kaufering. Der 16.51-Uhr-Zug fährt seit Mitte Dezember erst um 17.05 Uhr los, weshalb ab 16.20 Uhr eine Lücke entstehe. Außerdem hält Letzterer weder in München-Pasing noch in Geltendorf. Pendler nach Kaufering könnten dadurch zwischen 16.20 und 17.39 Uhr die beliebte Fahrkartenkombination aus DB-Jobticket und MVV-Isarcard-Abo nicht mehr nutzen, so Triebel.

Mehrere Pendler haben sich an Gabriele Triebel gewandt

Mehrere Pendler hätten sich bereits an sie gewandt. „Insbesondere zwischen 16.20 und 17.39 Uhr gibt es für meine Ticketkombination keinen Zug mehr, um von München nach Kaufering fahren zu können. Das ist halt genau zur Stoßzeit“, heißt es in einer E-Mail an die Grünen-Politikerin. „Da überleg’ sogar ich mir jetzt, ob ich nach über 30 Jahren Zugfahren nach München nicht doch auf das Auto umsteige und meine Zugtickets kündige.“ Eine Frau weist daraufhin, dass viele Pendler aus der Region den gestrichenen Zug nutzen würden: Ihre Arbeitszeiten seien mit dem Fahrplan nach der Umstellung nicht mehr vereinbar.

Auch Gabriele Triebel selbst ist verärgert. Gerade in Zeiten der Klimakrise sei die Umstellung nicht hinnehmbar, sagt die 60-Jährige im LT-Gespräch. Wie sie festgestellt habe, seien viele Menschen aus Kaufering und der Umgebung betroffen: „Sogar bei der Christmette wurde ich angesprochen.“ Sie wolle nun erreichen, dass die BEG den „vorherigen Status Quo“ wiederherstellt. „Ansonsten werden die Fahrpläne dazu führen, dass viele Menschen auf das Auto umsteigen. Das darf nicht passieren“, so Triebel.

Im Landkreis Landsberg gibt es immer mehr Zug-Pendler

Die Landtagsabgeordnete selbst sei von den Änderungen übrigens weniger stark betroffen. „Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen in der Region habe ich keine regelmäßigen Arbeitszeiten in München.“ Laut Gabriele Triebel sollte die Elektrifizierung der Strecke München-Lindau allerdings auch für die regionalen Pendler eine Verbesserung und keine Verschlechterung ihrer Anbindungen mit sich bringen.

In ihrem Schreiben hebt sie außerdem die Bedeutung des Kauferinger Bahnhofs für die Region hervor: Als Kreuzungsbahnhof der Strecken München-Lindau und Bobingen-Landsberg werde er von Berufstätigen genutzt, die aus dem Mittelzentrum der Stadt Landsberg, aus dem nördlichen Landkreis, sowie aus den angrenzenden Landkreisen Ostallgäu und Augsburg-Land kommen.

Die Kauferinger Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel möchte, dass der vorherige "Status Quo" wiederhergestellt wird.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Schon jetzt würden die durch den Landkreis Landsberg und den Markt Kaufering kostenlos zur Verfügung gestellten Park-and-Ride-Parkplätze nicht mehr ausreichen. Der Bevölkerungszuwachs, der auch zukünftig anhalten werde, lasse auch die Zahl der Pendler in den öffentlichen Verkehrsmitteln ansteigen.

Laut BEG war die Anpassung notwendig

Doch wieso wurden die Fahrpläne überhaupt angepasst? Wie eine Sprecherin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auf LT-Nachfrage mitteilt, seien Gabriele Triebels Bedenken zwar nachzuvollziehen: Allerdings sei für den Jahresfahrplan 2021 keine andere Fahrplangestaltung möglich gewesen. Als wesentlichen Faktor nennt die Sprecherin die Tatsache, dass neue Fernverkehrslinien bereits in Betrieb seien, das neue Nahverkehrskonzept allerdings noch nicht.

Konkreter Anlass für die Änderung des Fahrplans war der Sprecherin zufolge die Betriebsaufnahme der verdichteten und beschleunigten Fernverkehrslinie München-Zürich zum 13. Dezember vergangenen Jahres, mit der sich die Regionalverkehrszüge die Gleise teilen müssen. Der Zug vom Münchner Hauptbahnhof mit Abfahrt um 17.05 Uhr könne aufgrund von Fahrplankonstruktion und Trassenkonflikten mit der S-Bahn nicht in Pasing und Geltendorf halten. Alternativ könne die Abfahrt um 16.39 Uhr ab München genutzt werden. Nur hält dieser – wie von Gabriele Triebel beschrieben – unter der Woche nur noch freitags in Kaufering.

Die aktuellen Pläne sind nur ein "Übergangszustand"

Bei der aktuellen Lösung soll es sich laut der BEG-Sprecherin um einen „einjährigen Übergangszustand“ handeln. Ab kommenden Dezember, wenn auch im Schienenpersonennahverkehr zwischen München und Buchloe elektrische Züge im Einsatz seien, werde eine neue Vorortlinie München-Buchloe im Stundentakt und eine neue Expresslinie München-Memmingen-Lindau im Zweistundentakt eingerichtet: Wie die BEG verspricht, werde sich das Zugangebot dadurch wieder verbessern.

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