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Finning

21.06.2020

Neuer Lebensraum für Uhu und Co. in Finning

Die gemeindliche Kiesgrube bei Unterfinning (unser Bild zeigt die Zufahrt von der Straße nach Schöffelding) muss rekultiviert werden.
Bild: Jordan

Die Kiesgrube bei Unterfinning wird rekultiviert. 50.000 Minuspunkte auf einem ökologischen Konto sind auszugleichen.

Wer Kies abbaut, muss auch die Rekultivierung einer ausgebeuteten Grube planen. Dazu gibt es seit rund 20 Jahren Vorgaben zum Ausgleich von Eingriffen in die Natur und Landschaft. Der Verursacher von Eingriffen ist demnach zum Ausgleich der Beeinträchtigungen verpflichtet. Man könnte es auch als eine Art von Ablasshandel bezeichnen, sagte dazu die Landschaftsarchitektin Katrin Mohrenweis aus Waal, die die Gemeinde Finning in Sachen Rekultivierung berät. Sie stellte den Gemeinderäten jetzt verschiedene Konzepte für die Kiesgrube nördlich von Finning vor.

Die Genehmigung ist abgelaufen

Abbaustellen dürften nicht „ewig“ offen sein, sagte Mohrenweis. Normal betrage die Frist für den Abbau zwölf Jahre. Der Ausgleich müsse schrittweise erfolgen und nicht erst am Ende der Abbaufrist. Diese Regelung gelte gleichermaßen für Gemeinden und gewerbliche Kiesgrubenbesitzer. In Finning besteht bezüglich der Kiesgrube Handlungsbedarf. Die Genehmigung ist abgelaufen und muss neu beantragt werden. Dem Antrag muss ein Rekultivierungskonzept beigefügt werden. Dieses fußt auf einem nicht ganz einfachen Rechenmodell, das in der Kompensationsverordnung geregelt ist. Dabei muss man sich den Eingriff wie ein Schuldenkonto, mit Minuspunkten bewertet, vorstellen, das durch Pluspunkte auszugleichen ist. Konkret handelt es sich in Finning um 50.000 Punkte. Pluspunkte können durch ökologische Verbesserungen erreicht werden, dazu zählen Hecken, extensive Grünflächen oder Streuobstwiesen. Eine solche hat die Gemeinde 2019 auf 3500 Quadratmetern angelegt und will sie mit auf die „Haben-Seite“ einbringen.

Wo es für den Uhu interessant ist

Mindestens 50 Prozent des Ausgleichs sollen laut Mohrenweis jedoch auf der relevanten Fläche stattfinden. Diese weist im Osten eine Steilkante aus kiesigem Material auf, die für den Uhu, der dort bereits gesichtet wurde, aber auch für Flussseeschwalben und Turmfalken interessant ist.

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Mohrenweis schlug vor, einen Teil der Steilkante mit zehn Metern Höhe zu erhalten und den darüber liegenden Streifen von zehn Metern bis zum Feldweg mit einer Hecke zu begrünen. Die Sträucher sollten möglichst dornenreich sein, um Fußgänger vom Steilhang abzuhalten. Eventuell sollte dieser Bereich aber aus rechtlichen und Sicherheitsgründen zusätzlich eingezäunt werden, riet Mohrenweis.

Bis zur Steilhangböschung kann die Grube aufgefüllt werden. Jedoch sei dies kein Muss, sollte nicht genügend Verfüllmaterial vorhanden sein, denn auch durch den offenen Boden kann die Gemeinde Pluspunkte sammeln, da dieser einen ökologisch wertvollen Naturraum bietet. Streuobstwiese und partieller Steilhang als Ausgleichskonzept fanden bei der Abstimmung die Mehrheit. Damit schlug dieser Antrag die zweite Idee, nämlich nach erfolgtem Kiesabbau den Steilhang noch weiter Richtung Norden zu vergrößern. Auch damit hätte die erforderliche Punktzahl erreicht werden und die Streuobstwiese als Ausgleich für andere Bauvorhaben verwendet werden können.

Während der Diskussion kam die Frage auf, ob Finning ein Ökokonto habe. Im Vergleich zu Ausgleichsflächen, die direkt als Kompensation für einen bestimmten Eingriff angegeben werden, können auf einem Ökokonto bereits vorab Punkte durch Ökoflächen gesammelt werden. Bürgermeister Siegfried Weißenbach will sich nun bezüglich eines Ökokontos mit der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung setzen.

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