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Holzhausen

16.01.2017

Nicht im Lichte der Öffentlichkeit

Dass die Polizei per Anhalter mit ihrem Boot nach Dießen kommt, würde der Initiative damperstegholzhausen.de gefallen. Doch das Innenministerium lässt lieber ein Bootshaus am Holzhauser Dampfersteg planen.
Bild: Daniel Fusban

Bürgermeister Lutzenberger ließ einen Planungsentwurf für das Polizeibootshaus nur innerhalb des Gemeinderates zirkulieren. Das bringt ihm Kritik der Bürgerinitiative ein

Das am Holzhauser Dampfersteg geplante Bootshaus für die Wasserschutzpolizei hat in den vergangenen Wochen zumindest entwurfsweise schon Gestalt angenommen. Auch Bürgermeister Josef Lutzenberger und der Gemeinderat bekamen diesen Entwurf bereits zu Gesicht. Die breite Öffentlichkeit bekam davon jedoch nichts mit. In den Reihen der Initiative dampferstegholzhausen.de stieß diese Haltung bereits auf Kritik, wie bei der jüngsten Bürgerfragestunde im Gemeinderat deutlich wurde.

Vertreter der Initiative wollten wissen, ob die Gemeinde, die den Bau eines Bootshauses am Dampfersteg in Holzhausen ablehnt, dieser Meinung dem Landratsamt sowie dem Innenministerium gegenüber ausreichend Nachdruck verliehen hat. Bürgermeister Lutzenberger betonte, dass keine Reaktionen auf die Briefe der Gemeinde erfolgt seien. Die Baugenehmigung sei noch nicht erteilt, so Lutzenberger: „Deshalb kann auch noch keine Antwort da sein. Eine Antwort wäre ein Bescheid. Gegen diesen könnte die Gemeinde Utting klagen.“

Mit einem Schreiben an das Innenministerium hatte die Gemeinde sich gegen den Standort Holzhausen ausgesprochen. Dem Landratsamt gegenüber wurde betont, dass die Gemeinde dagegen sei, die notwendigen Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. Auf Nachfrage beim Staatlichen Bauamt Weilheim wurde Lutzenberger informiert, dass eine Bauplanung existiere, diese jedoch noch nicht zur Genehmigung eingereicht worden sei. Der Entwurf liege ihm sowie den Gemeinderäten vor. Die Meinung dazu sei, dass der Baukörper zu lang, zu mächtig und zu auftragend sei. Dies habe man dem Bauamt mitgeteilt. Auf Einladung des Bürgermeisters soll die Planung voraussichtlich auf der Gemeinderatssitzung am 23. Februar im BVS-Bildungszentrum Holzhausen vom Bauamt vorgestellt werden.

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Während die Dampfersteg-Initiative die Vorgehensweise in der Gemeindeverwaltung kritisierte, blieb die Sache freilich nicht ganz geheim: Vertreter aus ihren Reihen erhielten im Dezember sowohl im Rathaus als auch im Staatlichen Bauamt Einblick in den Planungsstand. Dieser sieht ein 18,5 Meter langes Bootshaus vor, dessen Form sich an die Gestalt eines Schiffes, das sich landseitig auf gut zwei Meter Breite verschmälert, anlehnt. Daniel Fusban von der Initiative kritisierte daraufhin insbesondere die geplante Länge von 18,5 Metern; das Boot der Polizei sei lediglich neun Meter lang. Auch eine vom planenden Architekten Wolf-Eckart Lüps in Aussicht gestellte Kürzung von zirka 1,5 Metern sei nicht ausreichend. „Das Bootshaus wird wie eine Wand im Norden des Dampfersteges stehen“, so Fusban. Erneut fragte er, ob der Steg öffentlich begehbar bleibe. Ein gefordertes nachhaltiges und langfristiges Nutzungskonzept für den Steg in Holzhausen sei bislang jedenfalls vom Staat nicht vorgelegt worden, bemängelt Fusban weiter.

Aufgrund der geplanten Länge liegt für ihn auch nahe, dass beide Boote der Polizei mit Längen von neun und sechs Metern in Holzhausen stationiert werden sollen. Dafür spräche auch, was der Bürgerinitiative schon im Herbst zugetragen worden sei: Angeblich haben sich damals ein Schifffahrtskapitän und zwei Zivilpolizisten in einem Backshop über das Thema unterhalten. Dabei hätten die Polizisten gesagt, es werde versucht, das Bootshaus länger zu planen, damit beide Boote untergebracht werden können.

Hingegen erklärte Bürgermeister Lutzenberger, der vorgelegte Planungsentwurf sehe dies nicht vor. Er habe darauf nur Platz für ein Boot und für Umkleiden und Schränke gesehen. Nur das größere Boot in Holzhausen zu stationieren, war vor einem Jahr vom Staatlichen Bauamt als denkbares Zugeständnis gegenüber den Kritikern des Vorhabens genannt worden.

Die Initiative bemängelt auch, dass die Gemeinde angesichts des großen öffentlichen Interesses die Baupläne nicht öffentlich gemacht hat. „Es handelt sich um ein normales Verwaltungsvorgehen und der Gemeinde Utting obliegt nicht die Entscheidung, die Baupläne öffentlich zu machen“, sagte Lutzenberger dazu.

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