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Ausstellung

23.06.2018

Nichts ist, wie es scheint

Unter dem Motto „Nichts ist, wie es scheint – Großformate“ zeigt Katharina Schellenberger ihre Bilder im Malura Museum.
Bild: Romi Löbhard

Katharina Schellenberger zeigt im Malura Museum großformatige Kunstwerke. Ihr Hauptthema sind Gesichter

„Kunst eröffnet dem Betrachter andere Blickwinkel.“ Was der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling bei der Eröffnung der 65. Sonderausstellung im Malura Museum Oberdießen sagte, war auch bei Urte Ehlers Thema. Die Kunsthistorikerin führte bei der von Veronika Sax (Saxofon) und Marianne Lösch (Klavier) umrahmten Vernissage in die Schau mit Werken von Katharina Schellenberger ein.

Die in Landsberg und München arbeitende Künstlerin stellt unter dem Titel „Nichts ist, wie es scheint“ Großformate aus, die dem Betrachter einiges bieten und ihn fordern, weil sie nicht alles auf den ersten Blick freigeben. Ein erstes oberflächliches Hinsehen signalisiert dem visuellen Teil des Gehirns Gesichter, zerfließende Körper, scheinbar wahllos dazu drapierte Gegenstände, und das alles sehr bunt. Wird die Betrachtung intensiv, ergeben sich Zusammenhänge, es entstehen Geschichten, die nicht unbedingt zum Positiven neigen.

„Sind die Bilder beunruhigend?“, fragte Urte Ehlers deshalb rhetorisch. „Nein“, meint die Laudatorin, die Bilder kommen zwar aus ihrem Innern, Katharina Schellenberger verbreite damit aber keine Psychosen. Es sei Kunst, so Ehlers, und diese werde erst negativ besetzt oder gar böse durch den Betrachter. „Es sind unsere eigenen Imaginationen, und wir sollen die Bilder auch mit eigenen Augen sehen.“

Bei der ausstellenden Künstlerin entwickle sich jedes Bild während des Malprozesses – ein Vorgang, der verständlicherweise viel Zeit erfordere. Wegen dieser fließenden, nicht vorhersehbaren Entwicklung gebe es für keines der Bilder eine grundsätzliche Erklärung. Katharina Schellenberger sagt selbst über ihre Bilder, sie habe fließende Gedanken, Erinnerungsbruchstücke, aufgeschnappte Geschichten, Nachrichtenströme mit viel Farbe in bildliche Sprache umgesetzt. Sie hinterfrage damit, wie Realität wahrgenommen und Eindrücke verarbeitet werden. Der Ausstellungstitel „Nichts ist, wie es scheint“ sei dem geschuldet. Katharina Schellenbergers großes Thema sind Figuren – vor allem Gesichter. Jedes der Großformate, die teilweise extra für die Schau entstanden sind, weist mehrere davon auf. Während die Gesichter meist klar herausgearbeitet sind, zerfließen die Körper, lösen sich sogar auf oder erfahren Umwandlungen. Das macht sie mitunter auch dadurch deutlich, dass sie wässrige Farbe über das Bild fließen lässt.

Fast auf jedem Werk zu sehen sind wurmähnliche Gebilde, die sich durch das Bildmotiv zu fressen scheinen. Es sind Baumwurzeln, die Schellenberger überall sammelt und die sie mittlerweile nicht mehr nur malend verewigt. Erstmals hat sich die Künstlerin an eine Installation gewagt und zeigt auch diese im Malura Museum. „Knorpelstangen“ sind 48 hell bemalte Wurzeln, zu einem lichten Gebilde angehäuft.

Die Ausstellung von Katharina Schellenberger ist im Malura Museum in Oberdießen zu sehen. Öffnungszeiten bis einschließlich Sonntag, 30. September: jeweils Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 08243/3638 oder 0170/3231634. Im August ist das Museum geschlossen.

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