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Landsberg

29.11.2019

OB-Kandidat Felix Bredschneijder (SPD) will mehr Hü als Hott

Mit roten Nelken gratulierten Ortsvorsitzende Gertrud Brandl-Beuth (links) und Stadträtin Margarita Däubler dem einstimmig nominierten Felix Bredschneijder zur Wahl zum Oberbürgermeisterkandidaten der Landsberger SPD.
Foto: Hans Buscek

Plus Die Landsberger SPD schickt Felix Bredschneijder ins Rennen ums Oberbürgermeisteramt. In einigen Punkten kritisiert er die Arbeit von Amtsinhaber Mathias Neuner.

OB-Kandidat Numero drei steht jetzt offiziell fest: Am Donnerstagabend hat die Landsberger SPD Stadtrat Felix Bredschneijder ins Rennen um das höchste politische Amt in der Stadt geschickt – und zwar einstimmig. Alle 24 bei der Nominierungsversammlung abgegebenen Stimmen entfielen auf den 43-jährigen Rechtsanwalt. In seiner Bewerbungsrede stellte er das Motto „Mehr Wir als Ich“ in den Mittelpunkt und sparte nicht mit Kritik am aktuellen Politikstil von Amtsinhaber Mathias Neuner (CSU).

Als wichtigste politische Themen benannte er das Wohnen, den Verkehr und die Altstadt, die er als „Fingerabdruck“ Landsbergs bezeichnete. Zum Stichwort „Mehr Wir als Ich“ konstatierte Bredschneijder, der bereits im September als SPD-Kandidat angekündigt worden war, mit Blick auf die Stadt: „Wir haben immer noch ein Problem, die Kommunikation hinzukriegen.“ Dabei bringe es einen oft weiter, mit den „Experten des Alltags“, wie er die Landsberger Einwohner nannte, zu reden. „Wir haben viele Leute, die etwas voranbringen wollen“, sagte Bredschneijder, und daraus könne gemeinsam viel gemacht werden.

Zu tun gibt es nach seiner Einschätzung zunächst einmal beim Bau von Wohnungen. Dabei mahnte der Kandidat schnelle und intelligente Lösungen insbesondere auch mit Blick auf den Verkehr an, ein Thema, auf das Bredschneijder differenziert blickte: Landsberg sei mit dem Verkehr groß geworden, und man werde den Verkehr auch nicht ganz aus der Innenstadt herausbekommen, erklärte er.

Die Nahversorgung zu den Menschen bringen

Man müsse zwar auch das Umsteigen auf Fahrrad und E-Bike attraktiv machen, doch das werde auch Grenzen haben: „Wenn es regnet, finde ich das auch nicht so schön.“ Das Umdenken müsse deshalb auch beim Erschließen neuen Wohnbaulands beginnen. Die meisten Autofahrten würden zur Arbeitsstelle oder zum Einkaufen unternommen: „Die Konsequenz daraus können aber nicht breitere Straßen sein, sondern zum Beispiel die Nahversorgung näher an die Leute zu bringen.“ Als drittes Thema sprach Bredschneijder die Altstadt an. Davon habe man in den vergangenen sechs Jahren eher wenig gehört, meinte er und sagte, dass vor allem darauf geachtet werden müsse, „dass der Einzelhandel nicht von uns geht“. Handlungsbedarf sieht Bredschneijder im Straßenraum des Hinterangers. Die Schaffung einer Fußgängerzone im Vorderanger wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu früh.

Insgesamt möchte er vom "Reagieren", das die vergangenen Jahre geprägt habe, zum "Agieren" kommen, kündigte Bredschneijder weiter an. Das gelte insbesondere beim Wohnungsbau, und blickte dabei auf den nach wie vor unbebauten Wiesengrund an der Schongauer Straße: „Wir müssen zusehen, dass wir aus den Ideen auch was machen.“ Er räumte auch ein, dass der Stadtrat in der Vergangenheit nicht immer ein gutes Bild abgegeben habe. „Wir brauchen in bisschen mehr Hü als Hott und sollten auch mehr geradeaus abbiegen.“ Als Oberbürgermeister werde es ihm darum gehen, „die PS, die die Stadt hat, sinnvoll auf die Straße zu bringen, dazu brauchen wir im Stadtrat aber auch etwas mehr Führung“.

Die Stadtratsliste wird wahrscheinlich im Januar aufgestellt

Dass die Landsberger SPD acht Jahre nach der Abwahl ihres früheren Oberbürgermeisters Ingo Lehmann optimistisch in die OB-Wahl geht, wurde schon gleich zu Beginn der Versammlung deutlich. Susanne Schwarz eröffnete in Vertretung der etwas verspäteten Vorsitzenden Gertrud Brandl-Beuth die Versammlung, was sie als gutes Zeichen wertete: „Auch vor 20 Jahren habe ich die Nominierungsversammlung schon geleitet, und anschließend haben wir einen OB gehabt.“ Damals gewann Ingo Lehmann gegen Franz Xaver Rößle (UBV).

Die Stadtratsliste der SPD wird wahrscheinlich erst im Januar aufgestellt, kündigte OB-Kandidat Bredschneijder an.

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