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30.07.2010

Ortsentwicklung: Kein eigener Plan für Kaufering

Kaufering Es wird keinen Ortsentwicklungsplan für Kaufering geben. Das beschloss der Marktgemeinderat mit 18:3 Stimmen. Auf den Tisch war das Thema (das auch ein Hauptanliegen des Bürgerforums Kaufering ist) gekommen, weil eine Anfrage dazu aus der Bürgerversammlung vom 16. April noch unbeantwortet war.

Kaufering Es wird keinen Ortsentwicklungsplan für Kaufering geben. Das beschloss der Marktgemeinderat mit 18:3 Stimmen. Auf den Tisch war das Thema (das auch ein Hauptanliegen des Bürgerforums Kaufering ist) gekommen, weil eine Anfrage dazu aus der Bürgerversammlung vom 16. April noch unbeantwortet war.

Kauferings Bürgermeister Dr. Klaus Bühler hatte versprochen, die Anträge, über die in der Bürgerversammlung aus Zeitgründen nicht abgestimmt werden konnte, dem Marktgemeinderat vorzulegen - was jetzt geschah. Ein Bürger wollte das Aussetzen der bisherigen Gesamtverkehrsplanung für Kaufering und die Aufstellung eines Ortsentwicklunsgplanes erreichen. Neben der Feststellung, dass der Gesamtverkehrsplan am 24. März vom Marktgemeinderat einstimmig beschlossen wurde, sagte Bühler: "Die baulich nutzbaren Flächen im Markt Kaufering dürften zu über 95 Prozent belegt sein. Planungen, die in bebautes Privateigentum eingreifen, können als aussichtslos ausgeschlossen werden."

Immer wieder der Verkehr

Ortsentwicklung: Kein eigener Plan für Kaufering

Wenn Bürger sich beeinträchtigt fühlen und sich im Rathaus beschweren, handele es sich fast immer um Verkehrsprobleme: "Der Verkehr ist zu laut, zu schnell, zu viel", so Bühler. Der Verkehr sei der zentrale Belang, und gerade auf kommunaler Ebene sei mit diesem Begriff fast alles verbunden, beispielsweise der Lärmschutz, der Bau von Geh- und Radwegen, die Anlage von gemeinsam genutzten Flächen sowie der Umweltschutz. Die Arbeiten für den Gesamtverkehrsplan seien bereits in vollem Gange. Alex Glaser, Gabriele Triebel und Hans Pilz (alle GAL) sahen die Sache anders. "Es geht nicht nur um die Überplanung von Flächen, sondern darum, wie sich ein Ort entwickelt, es geht auch um soziale Themen, um die Infrastruktur. Wir sollten uns Gedanken machen, wo wir in 15 Jahren stehen", so Glaser. Er schlug vor, eine Referentin einzuladen, die über das Förderpogramm zur Ortsentwicklung informieren könnte, für das sich die Gemeinde Utting nun bewerben will (LT berichtete). Gabriele Triebel betonte, dass auch die GAL-Fraktion für den Gesamtverkehrsplan gestimmt habe und nun nicht dafür plädiere, ihn auszusetzen - wie es der Bürgerantrag ja forderte. Allerdings solle man den Antrag insofern aufteilen, als man zusätzlich offen für einen Ortsentwicklungsplan sei, um "die restlichen fünf Prozent, die nicht verbaut sind, zukunftsweisend zu verplanen", so Triebel. Wo sich die Schwachstellen und die Ortsmitte Kauferings befinden, sei klar, konterte Bühler: "Wir haben nur den Fuggerplatz und die Albert-Schweitzer-Straße, diese Punkte sollten wir fördern, dafür brauchen wir keinen Ortsentwicklungsplan, das kann gezielt angepackt werden."

Die Räte diskutierten ausführlich, woran es liegen könnte, dass die Ortsmittelpunkte nicht angenommen würden und warum es so häufig Geschäftswechsel am Fuggerplatz gebe. Hans Koch (SPD) meinte: "Hier wieder mehr Attraktivität zu schaffen erfordert viel Hingabe." Mit aller Vehemenz müsse man den Gesamtverkehrsplan angehen und bis Ende 2010 klare Verhältnisse schaffen. "Denn wo der Verkehr stimmt, kann sich auch der Ort entwickeln, ganz ohne Ortsentwicklungsplan", so Koch. Hans Pilz (GAL) ist indes überzeugt davon, dass ein Außenstehender einen besseren Einblick in die Kauferinger Situation haben würde und eine Beratung keinem schaden könne. "Keiner will am Gesamtverkehrsplan rütteln, aber die Ortsentwicklung ist auch wichtig." Graf Börries zu Castell warf ein, dass nicht alle Ideen zu Wiederbelebung beitragen würden: "Ein Turmbau zu Babel wie vom Bürgerforum vorgeschlagen würde wieder schief gehen." Die Mehrheit des Rates stimmte letztlich gegen den Bürgerantrag.

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