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Penzing/Schwifting: 1600 Unterschriften gegen Steico-Ansiedlung übergeben

Penzing/Schwifting

1600 Unterschriften gegen Steico-Ansiedlung übergeben

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    Die Schwiftinger InitIative gegen die Ansiedlung der Firma Steico in Stillern hat über 1600 Unterschriften an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtags, Stephanie Schuhknecht (Grüne/dritte von links), übergeben. Mit dabei waren auch die Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel aus Kaufering (links) und Ludwig Hartmann (Mitte/blaues Sacko).
    Die Schwiftinger InitIative gegen die Ansiedlung der Firma Steico in Stillern hat über 1600 Unterschriften an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtags, Stephanie Schuhknecht (Grüne/dritte von links), übergeben. Mit dabei waren auch die Grünen-Landtagsabgeordneten Gabriele Triebel aus Kaufering (links) und Ludwig Hartmann (Mitte/blaues Sacko). Foto: Opitz

    Eine Initiative von Schwiftinger Bürgerinnen und Bürgern hat im Juni eine Petition im Bayerischen Landtag eingereicht und nun über 1600 Unterschriften dazu übergeben, um eine Ansiedelung von Industriebetrieben auf den Feldern des Einödhofs Stillern auf Penzinger Flur zu verhindern.

    Die bisher mehr als 1600 Unterschriften wurden im Umkreis gesammelt. "Viele Bürger sind über die geplante Umweltzerstörung und Verschandelung der Landschaft erbost", heißt es in einer Stellungnahme der Organisatoren.

    Unterstützung von Gabriele Triebel und Ludwig Hartmann

    Jetzt fand die Übergabe der Unterschriften im Bayerischen Landtag in München statt. Anwesend waren sechs Vertreter der Initiative aus Schwifting sowie Gabriele Triebel und Ludwig Hartmann von der Landtagsfraktion der Grünen. Die Listen nahm die Vorsitzende des Petitionsausschusses im Bayerischen Landtag Stephanie Schuhknecht (Grüne) entgegen.

    Der Gemeinderat der Gemeinde Penzing hatte im Juni beschlossen, einen Bebauungsplan für die Ansiedlung der holzverarbeitenden Firma Steico auf einer zunächst zehn Hektar großen Fläche im Ortsteil Stillern aufzustellen. Die Fläche befindet sich im Besitz des Freistaats Bayern.

    Wasserverbrauch bereitet Sorge

    "Die Ansiedelung wäre für die Natur und die umliegenden Gemeinden eine große Belastung. Das geplante Werk verbraucht nach eigenen Angaben 20 bis 50 Kubikmeter Wasser pro Stunde für die Produktion", erklären die Gegner in ihrer Mitteilung. Daher lägen alle anderen Werke der Firma Steico an Flüssen. Die Initiative führt zudem an, dass das Grundwasser am Einödhof Stillern schon jetzt knapp sei und "gerade so zur Beregnung eines Holzlagers der Bayerischen Staatsforsten am gleichen Standort" reiche.

    Die Schwiftinger Bürger fürchten zudem, dass etwa 300 Lkw-Fahrten pro Tag nötig sein werden, um Steico zu beliefern. Dazu kämen die Fahrten der Mitarbeiter. Das Gelände ist über eine schmale Kreisstraße erschlossen, die nach Ansicht der Initiative für diese enorme Verkehrsbelastung untauglich sei.

    Hohe Lärmbelastung für umliegende Gemeinden?

    Hinzu komme, dass das Holz unter freiem Himmel gesägt und gehäckselt werde. "Die Lärmbelastung der angrenzenden Gemeinden, die schon durch die Autobahn A96 beeinträchtigt sind, wäre immens. Bei der Produktion entsteht zudem Dampf, der bei bestimmten Wetterlagen den Verkehr der A96 gefährden könnte." Durch den Betrieb rund um die Uhr würden Lärm und Licht die angrenzenden Gemeinden und den naturnah bewirtschafteten Wald, der auch als Naherholungsgebiet diene, belasten. Das Landschaftsbild der Felder und Wälder zwischen Schwifting und Windach wäre unwiederbringlich zerstört, argumentieren die Schwiftinger.

    Die Petition richte sich nicht gegen die Firma Steico, welche umweltfreundliche Produkte aus heimischen Wäldern herstellt, heißt es weiter. Ziel sei es vielmehr, die Ansiedlung jeglicher Industrie auf der grünen Wiese zu verhindern.

    Wertvoller Ackerboden geht verloren

    Kritisiert wird zudem, dass das betroffene Areal mittlerweile von zehn auf 26 Hektar aufgestockt wurde. Das solch eine große Fläche gesucht werde, hatte Steico in der Vergangenheit gegenüber dem LT bestätigt. Stillern ist nicht der einzige Standort, den die Firma prüft. "Die Felder werden derzeit vom Staatsgut Achselschwang zur Futtergewinnung bestellt. Bester Ackerboden würde somit vernichtet. Es ist außerdem zu befürchten, dass die 26 Hektar nicht die letzte Ausbaustufe sein wird", schreiben die Initiatoren. Die anderen Werke der Firma seien wesentlich größer, verweisen sie.

    Eine Industrieansiedlung an dieser Stelle ist aus Sicht der Initiative ökologisch unsinnig, da es Alternativstandorte gebe. Es wird dafür plädiert, bereits versiegelte Flächen für den Bau des Firmenstandorts zu verwenden.

    Staatsregierung will etwas gegen Flächenfraß tun

    Die Initiative sieht das Vorhaben auch als Testfall für die Staatsregierung. Sollte diese es wirklich ernst meinen mit der Begrenzung des Flächenfraßes, dann dürften staatliche Acker- und Waldflächen nicht an einen privaten Investor zur industriellen Bebauung abgegeben werden, so die Schwiftinger.

    Die Schwiftinger appellieren an den Petitionsausschuss, sich vor Ort ein Bild über die Felder und Wälder rings um den Einödhof Stillern zu machen.

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