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Utting

14.04.2019

Räuber überfallen 82-Jährige in ihrem Haus - Tat war lange vorbereitet

In Utting am Ammersee ist am Samstagvormittag eine Rentnerin in ihrem Wohnhaus überfallen und beraubt worden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbol)

Plus Zwei Männer dringen in das Haus einer Frau aus Utting ein, fesseln sie und fliehen mit der Beute. Die Polizei sucht nach den Tätern und nennt neue Details.

Die Täter kamen am frühen Morgen. Als eine 82-jährige Uttingerin die Eingangstür nur einen Spalt öffnete, drängten sich sofort zwei Unbekannte in das Einfamilienhaus und überwältigten die Seniorin. Die Räuber erbeuteten laut Polizei Schmuck und Edelsteine und flüchteten. Die Frau ließen sie gefesselt zurück. Eine sofort eingeleitete Großfahndung brachte bislang keinen Erfolg.

An Händen und Beinen gefesselt

Es war ein Szenario, dessen Kaltblütigkeit auch bei Uttings Bürgermeister Fassungslosigkeit verursacht. Josef Lutzenberger: „Das ist kein Einbruch oder Diebstahl mehr, das ist ja ein brutaler Raub.“ Wie Jürgen Weigert vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord sagt, klingelten die beiden Unbekannten am Samstag zwischen 7.30 und kurz nach acht Uhr an der Haustüre des Hauses im südlichen Bereich des Ortszentrums.

Die beiden Männer, die laut Weigert etwa 25 bis 30 Jahre alt sein dürften, drängten die Frau ins Haus zurück. Anschließend, so der Polizeisprecher, fesselten sie ihr Opfer an Händen und Beinen. Danach durchsuchten sie das Wohnhaus nach Wertgegenständen und wurden auch fündig. Sie entdeckten mehrere Behälter mit Schmuck und Edelsteinen. Die Beute verpackten sie in Tüten und verließen anschließend wieder das Haus.

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Ein dunkles Auto wird gesucht

Die Seniorin, die bei dem Überfall leicht verletzt wurde, konnte sich selbst von den Fesseln befreien und verständigte kurz nach acht Uhr die Polizei. Die Einsatzzentrale des Präsidiums Oberbayern Nord löste umgehend eine Großfahndung aus. Zwölf Wagenbesatzungen, uniformierte Beamte wie Zivilfahnder, waren im Einsatz und auch ein Hundeführer war vor Ort. Der wurde jedoch wieder abgezogen. Jürgen Weigert: „Die Täter sind sofort in einem dunklen Auto geflohen, da macht ein Suchhund keinen Sinn.“

Auch ein Helikopter wurde nicht eingesetzt. Dafür unterstützten Beamte von benachbarten Dienststellen umliegender Landkreise die Suche, die im Laufe des Tages aber ergebnislos unterbrochen wurde.

Längere Zeit beobachtet

Die weiteren Ermittlungen wie Spurensicherung und Zeugenbefragungen hat nun die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck übernommen. Allerdings gebe es zum jetzigen Zeitpunkt auch hinsichtlich des Tathintergrunds keine Anhaltspunkte. Dennoch vermutet die Polizei aufgrund des Ablaufs, dass die Täter das Anwesen bereits längere Zeit beobachtet hätten. Jürgen Weigert: „Das ist keine Zufallstat.“ Die überfallene Frau erlitt einen leichten Schock, wurde vom Rettungsdienst vor Ort behandelt und von Familienangehörigen weiter betreut.

Vom Vorgehen entsetzt

Das gezielte und brutale Vorgehen der Täter entsetzt Josef Lutzenberger. Obwohl er am Wochenende viel unterwegs war, hatte er bis zum Sonntag noch nichts von dem Vorfall gehört. „Das ist unglaublich“, zeigte er sich sichtlich mitgenommen. Vor allem die Tatsache, dass die Täter ihr Opfer gefesselt zurückließen, macht ihn fassungslos. Er mag gar nicht zu Ende denken, was alles hätte passieren können. Er hofft, dass er mit der Seniorin bald Kontakt aufnehmen kann. Durch die Tat wird Lutzenberger an einen Vorfall erinnert, der ihn selbst in eine komische Situation gebracht hat. Ein Mann habe bei ihm geklingelt und um einen Schluck Wasser gebeten. „Den hab ich reingelassen und dann gemerkt, dass der sich intensiv in der Wohnung umgesehen hat.“ Heute würde er sich nicht mehr so verhalten. Wasser ja, aber nur vor dem Haus.

Redakteur Thomas Wunder kommentiert den brutalen Überfall: Raubüberfall in Utting: Brutal und skrupellos

Wie die Polizei die Täter beschreibt: Unbekannte überfallen Frau in ihrem Haus in Utting

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